Kapitel 23

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Tag 18

An meinem 18. Tag war der erste Oktober. Wie auf Knopfdruck fingen alle an nur noch über Halloween zu reden.

Früher war ich mit meinen ‚Freunden' immer auf eine Party gegangen. Unsere Kostüme waren teilweise auch ziemlich freizügig. Die Eltern anderer Kinder hätten das nie erlaubt. Sie hätten verhindert, dass ihr Kind überhaupt solche Klamotten besaß, doch meine Eltern und die meiner damaligen ‚Freunde' interessierte das nicht. Bei fast allen von uns war es gleich. Unsere Eltern interessierten sich nur für Geld und steckten ihre Kinder in ein Internat um nicht auf die aufpassen zu müssen.

Selbst Faith, Nate und Connor redeten nur mehr darüber, was sie an Halloween machen wollen. Jessy hatte von Anfang an klargemacht, dass sie in ihrem Zimmer bleiben wollte, wofür sie eine Menge besorgte Blicke geerntet hatte.

Ich selbst hielt mich auch aus dem Gespräch raus, obwohl sie mehrmals versucht hatten mich einzubinden.

Connor hatte mich nicht auf den Vorfall angesprochen vom Vortag, wie damals am zweiten Tag. Allerdings verhielt er sich auch nicht abweisend mir gegenüber. Er hatte mich in der Früh umarmt und lächelte mich jetzt immer wieder an. Jedes Mal machte mein Herz einen Satz, da ich immer mehr Hoffnung schöpfte, das doch irgendwie hinzubekommen, doch mir war jetzt schon klar, dass der Abschied nicht leicht sein würde. Ich wollte Connor nie wieder verlassen. Auch Faith, Nate und sogar Jessy waren mir so sehr ans Herz gewachsen in dieser kurzen Zeit.

Während ich so nachdachte, musste ich auf einmal an Bridget denken. Ich hatte so selten in letzter Zeit an sie gedacht, nur, weil ich offiziell wegen Connor hier war, doch Bridget war nicht weniger wichtig. Der einzige Unterschied war, dass ich mir ziemlich sicher war, Connor irgendwie helfen zu können, da ich genau deswegen hier war, doch ich hatte keinen blassen Schimmer ob ich Bridget in irgendeiner Weise helfen konnte.

Ich musste es versuchen.

Da sah ich sie auch schon in den Speisesaal kommen. Als sie ihr Essen geholt und sich an das andere Ende des Tisches gesetzt hatte, stand ich entschlossen auf und ging zu ihr.

Ich setzte mich gegenüber von ihr hin und sie sah fragend auf.

„Hey, ich bin... Brooke.", sagte ich und musste mich bei dem Namen zusammenreißen.

„Hi. Ich weiß wie du heißt. Ich bin Bridget. Was willst du hier?"

„Du erinnerst mich an meine Schwester. Ich weiß, was mit deiner passiert ist und das tut mir unglaublich leid. Meine Schwester ist auch gestorben." Am Anfang sah sie desinteressiert weg, doch als ich meinen letzten Satz gesagt hatte, sah sie auf und mir direkt in die Augen. Es fühlte sich an als ob sie direkt in meine Seele blicken würde, um zu kontrollieren, ob ich log.

„Wie?", fragte sie nach einer gefühlten Ewigkeit.

Ich wusste was sie meinte, doch wenn das so weiter ging verwickelte ich mich in ein Netz aus lügen, aber das war Bridget mir Wert.

„Sie ist ertrunken.", sagte ich ziemlich überzeugend, da mir die Tränen kamen, jedoch wegen Bridget. Es tat mir einfach alles so leid, wenn ich sah wie schlecht es ihr ging, wenn sie an mich dacht.

„Oh..."

Wir saßen eine Weile schweigend da, doch es war kein unangenehmes Schweigen. Wir hingen einfach beide unseren Gedanken nach.

„Willst du... willst du mit mir darüber reden?", flüsterte ich, doch sie verstand mich.

Sie nickte schwach. „Aber nicht hier.", flüsterte sie zurück.

Ich nickte ebenfalls und wir machten uns aus, uns in der Mittagspause im Hof zu treffen.

See you later, deathGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt