21.Kapitel

9 3 0
                                        

Kairos Sicht

Als die Tür geöffnet schaute ich von meinem Buch auf. "Hi Austin." sagte ich, legte das Buch beiseite und setzte mich auf. "Na, wie war dein Tag? Ich hab dich ja seit heute Morgen nicht mehr zu sehen bekommen." meinte er als er auf mich zu kam und seine Tasche neben dem Couchtisch abstellte. "Ich war bei diesem Zayn und hab ihn 'ausgefragt'." sagte ich desinteressiert. "Es hat zwar etwas länger gedauert, aber wir haben Infos aus ihm rausbekommen. Wie war dein Training?" fragte ich. "Besser. Venedig hat mich zum Ende hin nicht mehr so hart erdroschen." kurz auflachend ließ er seine Gedanken schweifen, "Das meiste war nur noch Wiederholung und Ausdauer." Sein Magen fing an zu knurren, er hatte seit dem Frühstück und dem Haferriegel nichts mehr gegessen wie er mir später erklärte. "Hast du Hunger? Soll ich was zu essen machen?" fragte er. "Nein danke, ich hab schon gegessen."

Ich nahm das Buch wieder in die Hand und begann erneut zu lesen. "Okay." leicht seufzend nahm er seine Tasche wieder in die Hand und Schliff sie Richtung Küche. "By the way, was ließt du da?" fragte er. "'Der Mandant' heißt das. Ist ziemlich spannend, wenn man sich reingelesen hat. Wenn du magst kannst du es ja mal ausleihen." sagte ich und lächelte ich ein wenig. Er winkte ab. "Ach passt schon." Als nächstes begab er sich zum Kühlschrank und machte sich etwas warm. Ich ging hoch in mein Zimmer, machte mich Bett fertig und ging auch sofort schlafen. Der Tag war ziemlich anstrengend und ich war sehr müde.

Am nächsten Morgen stand ich früher auf und ging runter. Leise schlich ich mich in Austin's Zimmer und stellte seinen Wecker aus, um ihn ein bisschen länger schlafen zu lassen. Kurz schien es so als würde er wach werden, jedoch drehte er sich nur zur anderen Seite und grummelte ein wenig. Nachdem das geschafft war, ging ich ins Wohnzimmer und las mein Buch weiter. Es waren nur noch wenige Kapitel übrig und halb zehn war ich fertig. Also begann ich uns richtig gutes 'English Breakfast' zu machen. Ei, Bacon, kleine Würstchen und Backed Beans wurden zusammen mit Marmelade, Butter, Schokocreme und Toast auf den Tisch gestellt. All das würde mit selbstgepresstem Orangensaft und Kaffee abgerundet. Nachdem alles fertig war und die Küche halbwegs ordentlich aussah, begab ich mich auf den Weg zu Asutin's Raum. Er hatte mittlerweile drei Stunden mehr als üblich geschlafen.

Ich ging in sein Zimmer und öffnete die Gardinen. "Guten Morgen. Wie spät ist es?" grummelte Er in einer tiefen Morgen stimme. Er schaute auf den Wecker und sah die Uhrzeit. "Scheiße, ich hab total verschlafen." fluchte er vor sich hin. "Nein alles gut. Ich hab deinen Wecker ausgestellt. Komm, steh auf. Ich hab Frühstück gemacht." sagte ich und drehte mich um. "Ehm okay?" zögernd stand er auf. "Kann ich so gehen?" fragte er und deutete auf seine Schlafklamotten, denn im Gegensatz zu ihm, war ich vollständig angekleidet. "Natürlich, ich bin deine Mitbewohnerin und nicht deine Mutter. Geh so wie du willst." sagte ich und ging lachend in die Küche. Er folgte mir.

"Warum hast du mich schlafen lassen?" fragte er verwirrt. "Venedig hat mir gestern gesteckt, dass du unkonzentriert warst. Also dachte ich mir, dass Schlaf ganz gut tun würde. Und deswegen hab ich das Meeting auf heute Nachmittag verschoben und hab dich schlafen lassen. Du musst jetzt konzentriert bleiben, vor allem wenn du Agent im gegnerischen Team bist." sagte ich und schmiert ein Toast mit Orangenmarmelade. "Oh man, es tut mir leid, dass du wegen mir alles verschieben müsstest. Das sollte eigentlich nie vorkommen. Ich werde mich bessern." Er Strich sich durch die Haare und schaute mir in die Augen. Ich nickte und er nahm sich etwas Ei und ein Toast und goss sich Kaffee ein. "Schon okay. Aber wenn du wegen einer bestimmten Sache unkonzentriert bist, solltest du vielleicht mal mit jemanden reden. Mit mir zum Beispiel. Wir haben schon viel zusammen durchgemacht also müsstest du wissen, dass ich dich niemals verurteilen würde und du immer mit mir reden kannst." sagte ich und schaute ihn erwartungsvoll an. "Danke. Ich denke, dass ich dir bald alles erzählen werde, aber noch ist es zu früh und damit meine ich nicht die Uhrzeit.", Austin kaute nachdenklich auf seinem Toast rum. "Verstehe, dann versuch einfach ein bisschen konzentrierter zu sein." sagte sie und er nickte daraufhin. "Was hast du für das Meeting und Zack gedacht?" fragte er und kaute genüsslich auf seinem Eitoast. "Die Thematik mit Zayn werde ich im Meeting erklären.", "Gut, reich mir mal bitte das Salz." Ich schon ihm also das Salz rüber und er nahm es dankend an.

"Bevor ich es vergesse. Wollen wir mal Dein Zimmer streichen wenn du zurück bist? Irgendwie will ich nicht, dass du weg ziehst. Ich war so allein und mit dir ist es irgendwie angenehmer." sagte ich und kratzte mich am Hinterkopf. Verdutzt guckt er mich an." Du willst ehrlich, dass ich hier bleibe?! Danke. Wow. Kann ich das Zimmer blau machen?" fragte er mit glänzenden Augen. "Klar mach wie du willst. Auf jedenfall müssen wir das feiern. Wir beide, zusammen in einer Bar." sagte ich und grinste schief. "Das will ich sehen; dich in einer Bar? Das wird witzig." meinte er lachend. "Okay, aber wir sollten uns langsam mal auf die Socken machen. Ich muss zu Zayn und ein paar Dinge klären. Außerdem hast du heute wieder Training. Und nach der Besprechung und dem Termin den ich heute noch mit Steven hab, können wir gern los." sagte ich. "Alright. Ich gehe dann mal ins Bad. Danke für das Frühstück." Austin stand auf und stellte seinen Teller und das Besteck in den Geschirrspühler. Ich aß noch mein Toast auf und gabelte noch ein paar Würstchen auf die in meinem Mund verschwanden. Danach machte ich es ihm nach und deckte auch den Rest des Tisches ab. Irgendwann stellte sich Austin zu mir und wir kämpften uns gemeinsam durch den Verkehr, auf dem Weg zum Hauptquartier.

"Viel Spaß beim Training. Streng dich an!"sagte sie und verschwand im Büro. "Ay Ay Boss." salutierte er, während er zum Training ging. Nachdem ich den Papierkram erledigt hatte, ging ich runter in den Keller. Zwei Männer standen vor der Tür. Ich nickte ihnen zu und betrat den Raum. Sofia saß auf einem Stuhl und beobachtete den bereits wieder verletzten Zayn. "Guten Mittag. Wie läuft es?" fragte ich und schaute zu Sofia. "Alles prima. Er hat zugestimmt. Und ich musste nicht mal viel machen." sagte sie und nun schaute ich zu ihm. "So schnell? Interessant. Sofia lass und mal bitte allein." sagte ich. Sie nickte und verließ den Raum. "Wieso so einfach?" fragte ich. "Ganz einfach. Du bist als Boss besser als Steven. Und ich hab mehr Respekt vor dir als vor ihm. Außerdem..." er stockte und schaute mir tief in die Augen. "... Du hast etwas an dir, was ich nicht deuten kann. Du bist anders als er. Dir liegt was an den Menschen in deiner Gang. Du willst nicht, dass ihnen etwas passiert. Manche sehen es vielleicht als schwach an, aber eigentlich ist das eine Stärke. Steven ist nur ein selbstgefälliges Arschloch, was nur an sich selbst denkt und der sie anderen nur als Werkzeuge ansieht. Du kümmerst dich um deine Leute, ohne deren Respekt zu verlieren und dein Zeil aus den Augen zu verlieren. Und das ist eine bemerkenswerte Eigenschaft. Sie macht dich zu einem stärkeren und respektableren Menschen. Du bist viel stärker als Steven."

Codename CityWo Geschichten leben. Entdecke jetzt