Unerwartete Freu(n)de

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Unerwartete Freu(n)de

„Kim?"
Seine Stimme drang zu mir durch, und ich wusste nicht was ich sagen sollte.
„Nun ja... Ähm", begann ich,
„Du.... Man übersieht mich schnell", versuchte ich ihn zu beruhigen.
„Das stimmt nicht Kim!"
Ich warf in einen skeptischem Blick zu.
„ Ich versteh einfach nicht wie mir ein so hübscher und netter Mensch all die Jahre verborgen geblieben sein konnte!"
Darauf erwiderte ich dann nichts. Ich erwartete jeden Moment das irgendwer „versteckte Kamera" rief, aber es passierte nicht.
„Das hast du nicht verdient! Es tut mir so leid. So unendlich leid, Kim", sagte er mit einer leisen und bedauernden Stimme.

Nein! Mein Jared dürfte nicht traurig klingen!
„Mach das nicht!", sagte ich überrascht lauter als gedacht.
Er wirkte verwirrt und fragte deshalb:
„Was?"
„Ich... Du!.... Ach egal."
Er gluckste.
„Was?", fragte ich jetzt.
„Willst du das wirklich wissen?"
„Ähm... Ja!"
„Du bist süß, wenn du bockig bist."
Ich schnappte erst mal nach Luft.
„Ich war nicht bockig und ich bin nicht süß!" Das der das einfach so sagen kann, sollte er sich gar nicht einbilden.
„Nein! So ein Quatsch!", meinte er nur, und klang unüberhörbar ironisch.
Wir schwiegen.

Vielleicht sollte ich versuchen ihm zu vertrauen. Er war die ganze Zeit so lieb zu mir! Und ich führ mich auf wie eine bockige Ziege. Und vielleicht stimmte alles was er sagte und mich fragte, und ich erwiderte einfach nichts darauf!
„The Killers", antwortete ich ihm auf seine Frage von vorhin.
„Hä?" Er wusste anscheinend nicht, was ich meinte.
„Meine Lieblingsband."
„Ach! Wirklich jetzt?"
„Äh.. Ja?", gab ich verunsichert zurück.
„Wow! Meine auch! Ich dachte die kennt in unserer Generation gar keiner mehr!"
„Das dachte ich auch!", sagte ich total baff mit einem Grinsen im Gesicht.
„Du hast ein schönes Lächeln. Das solltest du öfter machen."
Und so schaffte er es wieder mich komplett aus dem Konzept zu bringen!
„Ich... Also... Ähm..."
„Schon gut Kim. Du musst nichts dazu sagen", half er mir aus der Patsche.
Erleichtert lies ich Luft aus meinem Lungen weichen.
„Welches ist dein Lieblingslied von Ihnen?", fragte er mich stattdessen.
„Mr. Brightside", erwiderte ich sofort. Er musste ja nicht wissen, dass es zum Teil auch wegen ihm mein Lieblingslied war. Denn er war mein persönlicher Mr. Brightside.

Mein Mr. Sonnenschein! Der mir traurigen und einsamen Stunden einen Sinn zum Leben gab. Auch wenn er das nicht wusste.
„Warum?" Man konnte der Kerl Gedanken lesen ,oder was?
„Nur so! Und deiner?"
Er schien kurz zu überlegen.
„A Dustland Fairytale!"
„Echt? Warum?"
„Naja, vor noch sehr kurzer Zeit war es eigentlich ˋSomebody told me ', doch jetzt finde ich, der Song passt besser zu meinem Leben."
Ich wusste nicht Recht was ich damit anfangen sollte.

„Wir sind da."
„Oh!"
Theoretisch wusste ich, wo Jared wohnte. War in La Push ja auch nicht sonderlich schwer, trotzdem hatte ich noch nie einen Anlass zu Jareds nach Hause zu gehen. Daher war ab jetzt alles neu für mich.
„Komm!"
Ich hatte gar nicht bemerkt, wie Jared ausgestiegen war, und mir jetzt die Tür aufhielt. Das sah echt süß aus.
„Danke", sagte ich und stieg aus.
Während wir einen kleinen Weg aus Kieselsteinen zum Grün gestrichenem Haus gingen, legte Jared mir seine Hand ganz leicht auf den Rücken. Ich schaute auf den Boden, aus der Angst heraus, dass Jared mein Tomatenrotes Gesicht sehen könnte. An der kleinen Terrasse aus Holz hielten wir kurz an. Das Haus war relativ groß, aber nicht protzig. Von außen sah es aus wie ein einfaches großes Holzhaus aus La Push.
Dann betraten wir das Haus. Jared hielt gleich neben der Haustür an, und zog seine Jacke aus um sie an der Holzgarderobe anzuhängen. Dann nahm er mir meine Strickjacke ab, und hängte sie zu seiner. Er lächelte mir zu, und ging durch den langen schmalen Flur, geradeaus durch zum Ende des Ganges. Merkwürdig fand ich, das nirgendwo Bilder von ihm oder seiner Familie hingen.
Zwei helle Treppen aus Stein führten vom Flur aus in die oberen Geschosse. Der Flur selbst war mit dunklem Holz verkleidet.

„Mum! Wir sind da!", rief Jared in den Raum der sich als Küche herausstellte. Es war eine schöne Küche, mit angrenzendem Esszimmer. Weiße und gelbe Fliesen bedeckten den Küchenboden. Generell war die Küche moderner eingerichtet als der Rest des Hauses. Das angrenzende Esszimmer bestand zum größtem Teil aus Holzmobiliar mit verschiedenen Farben. Die Wände waren in einem schönem Hellblau gestrichen. Ich kam um den Gedanken nicht herum, dass seine Familie viel Geld beaß.
„Mum?" fragte Jared erneut.
„Ich bin oben!", drang eine weibliche Stimme durch das Haus.
Jared bedeutete mir mit einer Kopfbewegung, ihm nach oben zu folgen.
Mit zögerlichen Schritten, ging ich hinterher.
Wir liefen die eine Treppe hoch. Dort stellte sich heraus, befanden sich das Schlafzimmer seiner Eltern sowie Arbeitszimmer etc.

„Hallo mein Schatz!", begrüßte seine Mutter ihn freundlich. Jared schien das sichtlich unangenehm, doch ich hätte mich gefreut, wenn meine Mutter mich so empfangen würde.
„Muuum!", stöhnte Jared genervt.
„Hallo!" wandte sie sich jetzt an mich.
„Du musst Kim sein, hab ich Recht?"
„Ja, die bin ich." Sie schien nett zu sein, zudem war sie ziemlich hübsch. Sie hatte eine sehr zarte Erscheinung, sowie braune Augen und schwarze, leicht gelockte Haare.
Außerdem wusste sie wer ich war. Doch mit höchster Wahrscheinlichkeit hatte Jared es ihr erzählt.
„Wir gehen dann jetzt mal lernen Mum", kam Jared wieder zu Wort.
„Ist gut." Man oh man! Wären meine Eltern so entspannt!

Aber ich glaube, dass das normal war. Nur für mich nicht.
„Kommt Dad heute noch?", schien Jared schon vorsichtig seine Mutter zu fragen.
„Nein. Natürlich nicht", sagte sie enttäuscht, und widmete sich wieder der Wäsche.
Die Einrichtung im Obergeschoss war für meinen Geschmack zu steril. Die Möbel sowie die Wände und die Fliesen waren überwiegend weiß, mit schwarzen Akzenten.
Jetzt gingen wir die Treppe hinunter, um die nächste hochzugehen. Ich musste mir Mühe geben, nicht laut zu atmen.
Auf dieser Etage befanden sich wohl Jareds Zimmer.
„Los. Ich zeig dir alles."

Und so zeigte er mir das Badezimmer, sein Zimmer, und seinen Proberaum. Ich wusste gar nicht, das er Musik machte. Er meinte, das er grade erst mit Paul angefangen hatte, der aber nicht sonderlich ehrgeizig wäre.
Im Proberaum war alles mit so einer komischen Schaumstoffmasse Ausgekleidet, um den Schall zu dämmen. Sonst stand dort nur noch ein kleiner Tisch mit zwei Stühlen, ein Mikrofon sowie eine Akustikgitarre und ein Schlagzeug.
„Was spielst du?", fragte ich ihn.
„Gitarre, und ich singe."
„Wow.", hatte ich dazu nur zu sagen.
Sein Zimmer war erstaunlich ordentlich. Die Wände waren dunkelblau, und der Fußboden war laminiert. Sonst war alles eher schlicht.
Ein Kleiderschrank, ein Bett, eine Kommode, ein Schreibtisch mit dazugehörigem Stuhl, ein gelber Sessel und ein kleines rotes Sofa mit einem kleinem Tisch davor, passten in den relativ großen Raum. Eine Seite des Zimmers, bestand nur aus Glas, mit eine Glastür, wo es zu einem kleinem, leerem Balkon hinaus ging. Abgesehen von dem Sessel und der Couch war alles aus Holz.
Insgesamt wirkte alles noch nicht ganz fertig. Die Möbel waren zwar da, aber es waren nirgendwo Fotos, Kerzen oder sonstige Dekoration zu finden. Nur das nötigste war da.
Trotzdem wirkte es nicht kahl oder so.
„Du kannst dich gerne setzten, wenn du magst", meinte Jared zu mir.
Jedoch war ich leicht überfordert mit der Platzauswahl.
Jared fing leicht an zu lachen, als er meinen überforderten Blick sah, und kam mir zur Hilfe.
„Hier." Er deutete auf die Couch, und ich setzte mich hinein.
Danach setzte er sich zu mir, und holte die Schulsachen aus seiner Tasche, um sie auf den Tisch zu legen.
Ich stattdessen glotze ihn nur doof durch meinen Haarschleier an. Denn die Couch war eben nur ein kleines Sitzmöbel. Und da er sehr groß war, berührten sich unsere Knie obwohl ich extra weit an den Rand rutschte.
Doch ihn schien das nicht weiter zu stören. Also packte auch ich schnell meine Sachen aus.

„Du Kim?", fragte Jared unsicher.
„Mhm."
„Ich weiß das ist vielleicht gar nicht so leicht, und vielleicht hast du auch gar keine Lust, ich weiß noch nicht mal ob du so viel Zeit hast, aber vielleicht kriegen wir das noch heute hin, aber ich wei.."
„Jared!"
„Sorry. Also könntest du mir vielleicht in allen Fächern Nachhilfe geben? Also jetzt nur das was ich verpasst habe?" Er klang schüchtern!
„Ähh... Ja klar."
„Oh Danke Kim! Du hilfst mir damit riesig!"
Vielleicht würde ich es ja doch schaffen, Vertrauen oder zumindest so was in der Art zu ihm aufzubauen.

Ich weiß nicht wie lange wir da saßen, aber es lief alles gut. Ich schaffte es ihm die meisten Dinge zu erklären. Er schien doch ziemlich klug zu sein. Als wir mit allem durch waren, meinte Jared zu mir:
„Komm. Ich fahr dich nach Hause."
Ich packte meine Sachen zusammen, als Jared noch etwas von mir wollte.
„Hier." Er hielt mir meinen Parker entgegen, den ich letztens in der Schule vergessen hatte.
„Die hattest du letztens vergessen, und ich wollte nicht das sie irgendwer klaut oder so", erklärte er mir.
„Dankeschön."
Wir verabschiedeten uns noch kurz von seiner Mutter, und gingen dann zum Auto. Es war schon dunkel, und ich hoffte das es nicht allzu spät war.

Ich setzte mich auf den Beifahrersitz, und wir fuhren los.
„Magst du Musik hören?", fragte er mich, weil er das schweigen vermutlich vermeiden wollte.
„Gerne."
Er kramte kurz im Schubfach herum, und fischte dann unter etlichen CDs eine heraus. Diese schob er dann mit einem Grinsen ein.


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Oh Gott, ich glaube nicht, dass nah all der Zeit noch jemand meine Geschichte liest!

Es tut mir auf jeden Fall riesig leid! Zuerst hatte ich keine Motivation mehr, danach war ich mit meinen Prüfungen beschäftigt und dann hat Wattpad mich nicht mehr einloggen lassen.

Heute habe ich es endlich geschafft und hier bin ich wieder :-)


Ich wünsche euch viel Spaß!

Liebe kann...Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt