Kurz musterte er sie und meinte dann auch
"In Ordnung"
Dann nahm er aus einem Korb etwas Brot und warf es ihr zu.
"Dein Frühstück. Wenn wir da sind wo wir hingehen, kannst du auch was richtiges essen"
Sie fing das Brot auf, nahm sich ein Stück und legte den Rest zurück.
"Danke, ich kann mit dem Essen eh noch etwas warten, bis es etwa richtiges gibt"
Sie aß jedoch das kleine Stück, welches sie sich abgebrochen hatte.
"Dann können wir ja los"
Damit lief er auch schon voraus aus der Tür direkt ins Dorf seiner Heimat.
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Draußen angekommen, nahm er ihre Hand aus Angst, er könnte sie verlieren.
"Stört dich hoffentlich nicht, oder?"
Es war ungewohnt die Hand von jemandem in der Öffentlichkeit zu halten ohne dabei durch einen Ballsaal zu tanzen, aber irgendwie störte es sie auch nicht.
"Ich versuche mich den Sitten hier anzupassen, also werde ich es auch akzeptieren"
Sie folgte ihm durch die Menschenmenge.
Er musste etwas lachen.
"Händchen halten hat Nichts mit unseren Sitten zu tun".
Sie sah verwirrt zu ihm rauf und konnte nicht ganz verstehen, wieso er dann ihre Hand hielt.
"Also tut ihr das einfach so? Ohne Grund?"
Er nickte daraufhin dann auch schon.
"Ganz genau. Ich möchte es einfach"
Er wollte es einfach so? Meine Hand in seiner? Daraus wurde sie nicht wirklich schlau, weshalb sie es dann auch einfach dabei beließ und den Kopf leicht schüttelte und ging mit ihm mit.
"Werde ich den König auch kennen lernen?"
"Bald sicher ja"
Im Dorf angekommen gingen sie in ein Haus, in welchem recht viele Leute waren und auch Alkohol tranken. Etwas weiter oben im Inneren, stand nach etwas drei Stufen ein Tron, der ihm gehörte. Der daneben war leer, da er immerhin nicht vermählt war. Drinnen angekommen wurde er sofort begrüßt und in ein paar Umarmungen gezogen, andere klopften ihm einfach nur auf die Schulter. Und wieder andere? Die pfiffen der Prinzessin hinterher. Typisch.
Es war sehr eigenartig für sie in solch ein Haus zu gehen und solche Leute zu sehen, vor allem wie sie alle tranken und sich dahingehend nicht einmal ansatzweise zurückhielten. Sie wurde von einigen Leuten etwas weggedrückt, um Ivar zu Umarmung und zu Begrüßen. Wie schon so oft heute, gab es noch eine Sache, die die Prinzessin verwunderte und das war das Pfeifen, welches so einige Male durch den Raum gehört wurde. Und jeder der Pfiff, sah in ihre Richtung, was für sie noch unverständlicher war. Was das wohl zu bedeuten hatte.
"Komm mit"
Er zog sie leicht mit zu den Stufen rauf und pfiff einmal laut. Da während bekam er ein Horn mit Bier drinnen.
"Hört mal her! Das ist Katherina. Sie ist unser Gast und keine freie Beute verstanden? Und jetzt macht weiter mit was auch immer ihr gemacht habt".
Er winkte ab und nahm dann auch einen Schluck von seinem Bier. Das musste seiner Meinung nach einfach klar gestellt werden..
Sie ging mit ihm rauf und war nach seiner Rede um einiges verängstigter als davor. Sie sagte etwas leiser, in der Hoffnung es würde sie weniger dumm aussehen lassen.
"Was meint ihr mit freier Beute?"
Sie sah verwirrt zu ihm. Die ganze Situation machte ihr doch etwas Angst.
"Freie Beute... klingt böser als es ist. Ich habe ihnen damit nur gesagt, dass du mir gehörst und sie dich nicht anfassen oder sich an dich ran machen sollen"
Er lächelte leicht und gab ihr einen Kuss auf den Scheitel.
"Du brauchst keine Angst zu haben okay? Du gewöhnst dich dran".
Sie nickte leicht, dennoch war sie nicht ganz so aufgeklärt.
"Es klingt vielleicht sehr dumm, aber was bedeutet es, sich an jemanden ran zu machen? Es klingt irgendwie eigenartig".
Sie hatte diesen Satz in dem Schloss noch nie gehört.
Er musste sich über die Lippen lecken und er überlegte stark, wie er das formulieren sollte.
"Wenn jemand dir zeigt, dass er das Bett mit dir teilen möchte. Ich denke, das man es so gut erklären kann".
Sie wusste zwar, dass es etwas mit dem Schlafzimmer zu tun haben musste, immerhin ging es um ein Bett, aber sie verstand es noch immer nicht so richtig.
"Ahm, das Bett mit dir teilen..? Wie nebeneinander schlafen?"
Sie wusste zwar, dass es nicht erlaubt war, aber sie dachte immer, aus dem gleichen Grund, aus welchem eigentlich niemand das fremde Gemach betreten darf. Aus Gründen der Privatsphäre.
"Nein"
Er musste etwas lachen.
"Das Bett mit dir teilen im Sinne bei ihm zu liegen. Mit ihm schlafen... sich vereinen? Kinder machen".
Das Letzte dürfte sie bestimmt verstehen. Wow, es existieren viele Worte dafür.
Ihr Augen wurden sofort groß und sie sah ihn doch ziemlich geschockt an. Sie konnte das ganze nicht wirklich glauben. Und das wollten alle diese Leute mit ihr? Deshalb pfiffen sie? Da er sich nun ebenfalls gesetzt hatte, setzte sie sich neben ihn auf den anderen Stuhl.
"Weißt du, wenn eine freie Frau keinen Mann an ihrer Seite hat, ist sie so gesehen freie Beute, da sie noch erobert werden kann. Das ist was normales. Ich bin mir sicher, dass es in euren Dörfer genauso ist".
"Ich wüsste nicht davon, dass es in unserer Stadt auch so zugeht, aber ich meine, ich bin eine Prinzessin und wohne im Schloss, weshalb es gut sein kann, dass es so ist. Ich durfte immerhin nie wirklich ins Dorf".
"Es ist dort wie hier"
Er sah sich um.
"Ich war dort alleine und es war beinahe das selbe, ehrlich".
Er nahm wieder einen Schluck aus dem Horn. Er hielt es ihr dann hin.
"Probier mal, falls du noch nie Bier getrunken hast. Schmeckt bitter, aber ist wirklich gut".
Sie nahm es ohne wirklich darüber nachzudenken, dass es seins war. Sie war es zwar nicht gewohnt wie andere aus dem gleichen Becher zu trinken, aber es schien hier nichts ungewöhnliches zu sein. Sie nahm dann auch schon einen Schluck und eigenartiger Weise schmeckte es ihr doch ziemlich.
"Es schmeckt ziemlich gut"
Sprach sie es dann auch aus. Sie nahm noch einen Schluck davon. Ihr Vater hatte ihr davor keine einzige Art von Alkohol erlaubt, weder Wein, Bier, noch anderes. Laut ihm gehörte es sich für eine Dame nicht. Aber Ivar hatte genau damit recht, als er ihr gesagt hatte, dass sie hier tun und lassen konnte, was sie wollte, da ihr Vater nicht hier war.
Er überließ ihr das Horn und stand kurz auf, um sich ein eigenes zu holen. Wieder zurück setzte er sich dann hin.
"Wenn du willst, besuchen wir morgen den König?"
Sie nickte leicht
"Bitte sagt mir, dass er in einem Schloss lebt und ich mir ein Kleid aus meinem Reich anziehen kann?"
Sagte sie etwas hoffnungsvoll
"Nein, es ist sowas wie das hier"
Er schmunzelte
"Tut mir leid, dich zu enttäuschen"
"Wozu habe ich dann meine ganzen Sachen gepackt, wenn ich sie sowieso hier nicht anziehen kann?"
Sie lachte leicht und trank noch einen Schluck.
"Weil du es so wolltest?"
Er lachte ebenfalls leicht.
Nur war ihm dabei nicht bewusst, dass die beiden von jemandem beobachtet wurden.
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Leute ich bin hin und weg.
2. Platz in Romantik ist unglaublich, einfach nur wow. Vielen Dank wirklich an alle die gevoted, gelesen und kommentiert haben. Es macht mir so viel Freude, dass euch meine Geschichte gefällt. Das gibt mir so viel Motivation weiter zu schreiben und euch immer wieder aufs neue zu Begeistern. Ich werde euch auf jeden Fall noch weiterhin ziemlich auf Trab halten mit der Geschichte von Katharina und Ivar.
Ich hab mir gedacht einen kleinen Spoiler als Dankeschön, kann ich auf jeden Fall machen:
Eines der nächstes Kapitel wird etwas für Katherina mehr als nur Verbotenes beinhalten. Doch was es genau ist, werdet ihr noch früh genug erfahren.
Danke danke danke nochmal an alle und viel Spaß beim Lesen! Lasst gerne Kommentare da mit dem was euch am Besten gefällt oder was ihr vermutet wer die beobachtende Person ist. Teilt mir einfach eure Gedanken mit, das ist für mich definitiv eine der größten Motivationen.
Eure XOXOLOVELYDIA ❤❤
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I will always be yours - Through Walhalla and Hell
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