#16 Alleine im Garten

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Katherina hielt sich dahingehend zurück, bevor sie noch etwas falsches ihm gegenüber sagte. Das gehörte sich nicht und so war sie nicht erzogen worden.
"Die Zukunft wird zeigen, was sie mit sich bringt", sagte sie nur und lächelte auch vor Höflichkeit.
Sie schwieg dann weiter bis der Tanz zu Ende war und sie sich von ihm löste, wobei er sie nur etwas gezwungen losließ. Sie machte einen kurzen Knicks und er eine Verbeugung, wie es sich immer am Ende gehörte.
"Danke für den Tanz, wenn ihr mich jetzt entschuldigt".
Damit geht sie zurück zu Ivar, welcher ihr etwas entgegenkommt.
"Wollt ihr noch tanzen?"

Ivar nickte selbstverständlich etwas schmunzelnd, da es für ihn so aussah, als würde sie beinahe schon vor dem Prinzen fliehen.
"Wie könnte ich das nur ablehnen?"
Damit gingen die beiden auch schon wieder zur Tanzfläche.

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Dort angekommen nahm er die Position ein, die er noch in Erinnerung hatte. Eine Hand an ihrer Hüfte und eine Hand oben, um ihre Hand zu halten.

"Ist schon einmal richtig".
Sie lächelte.
"Und jetzt euren rechten Fuß nach vorne gedreht".
Sie machte die gleiche Bewegung, aber spiegelverkehrt.

Er folgte ihren Schritten und war sehr schnell wieder drinnen. Er hatte die Schritte überraschender Weise auch sehr gut drauf und zudem gefiel es ihm sogar. Tanzen machte wohl mehr Spaß als angenommen.

Sie lächelte und tanzte weiter.
"Wow, ihr habt es echt gut in Erinnerung behalten".
Es machte ihre Spaß, definitiv mehr als mit dem Prinzen vorhin. Sie begann Gefallen zu gewissen, nicht nur an dem Tanz, sondern auch an ihm. Er war der Erste, der sie verstand auch bezogen auf das Kämpfen.

"Ich bin ja auch nicht dumm. Ich lerne sehr schnell".
Und das war eine Tatsache. Er lernte tatsächlich besonders schnell.

"Ich merke es, ihr passt euch sehr schnell an unser Volk und unsere Traditionen an".
Sie lächelte und tanzte weiter im Rhythmus der Musik.

"Ich glaube nicht, dass jeder wie ich hier reagieren würde", was ebenfalls eine Tatsache war.
"Lern mein Volk kennen und du wirst es selbst verstehen wieso. Um bei euch leben zu können braucht man Anpassungsfähigkeit. Die habe ich, doch das fehlt vielen von uns. Alles Fremde ist eben unser Feind".

"Erzählt mir mehr über euer Volk. Ihr habt wahrlich mein Interesse geweckt".
Sie sprach aus vollkommener Überzeugung und Ehrlichkeit.

"Naja... wie du weißt tanzen nur die Frauen bei uns... wir haben Rituale, Opfergaben an unsere Götter und wir bauen Schiffe, was anscheinend sonst keiner macht. Zu dem Kämpfen wir viel, auch unsere Frauen. Ich sag dir, brich niemals in das haus einer Schwangeren ein,dann war es dein letztes Mal, dass du dich sowas getraut hast".
Er musst etwas lachen, da es schon unglaublich war, wie angsteinflößend Frauen sein konnten. Sie wurden eben respektiert und man war sich gewiss um ihre innere Stärke.

Sie musste leicht lachen.
"Euer Volk ist ganz anders, ganz andere Traditionen als wir haben. Bei uns hat jeder seine Aufgabe, und Opfergaben, so etwas machen wir gar nicht".

"Wirklich? Wie besänftigt ihr dann euren Gott? Oder wie zeigt ihr, dass eure Bitte wirklich so gemeint ist?"
Aufgaben hatte bei den Wikingern auch jeder. Naja man macht das wozu man bestimmt ist.

"Naja, man geht ins Kloster oder in die Kirche zu den Geistlichen. Man betet".
Da das Lied zu Ende war und somit deren Tanz, löste sie sich. Sie sah kurz zu ihrem Vater und den anderen, bevor sie ihm deutete mitzugehen und mit ihm in den riesigen Garten ging. Dieser war direkt neben den Ballsaal war. 

"Bloß beten?"
Klang suspekt. Wenn man was will, muss man auch etwas dafür geben können.
Er folgte ihr raus in den Garten.

"Die Steuern darf man natürlich nicht vergessen".
Sie sah zu ihm rüber. Bei ihnen klang alles so neu und interessant, so anders.

I will always be yours - Through Walhalla and HellWo Geschichten leben. Entdecke jetzt