"Oh", er senkte seinen Blick und verschränkte dann die Arme vor seiner Brust.
"Gut dann... zeigst du mir jetzt den Rest?"
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Katherina nickte und verließ dann mit ihm den Ballsaal bevor sie Richtung der Terrassen ging, wo sich auch der große Eingang zum Garten befand. Von der Terrasse aus ging eine riesige doppelseitige Treppe an den Seiten runter.
"Ich will euch noch den Garten zeigen", sie lächelte und sah kurz zu ihm, während sie ihn auf die offene Plattform führte.
"Der Garten ist das Beste und Schönste am ganzen Schloss".
"Er ist wahrlich hübsch".
Bei dem Wort 'Hübsch' hob er seine Augenbrauen kurz in die Höhe und ging mit ihr die große Treppe runter bis hin in den Garten.
"Haltet ihr euch gerne hier auf?"
Katherina nickte daraufhin leicht lächelnd und ging mit ihm durch den gut gepflegten Garten.
"Ja, sehr gerne. Ich war hier immer sehr oft mit meiner Mutter und ich komme immer noch überaus gerne hier her. Es ist ein Ort der mich beruhigt und mir Kraft gibt. Oft komme ich auch zum Lesen in den Garten".
Ivar sah sie an und fragte ohne Scham nach.
"Ist sie tot?"
Sie sah kurz zu ihm, da sie seine direkte Offenheit etwas überrascht hatte, aber sie nickte dann leicht, da sie nicht wirklich mehr dazu sagen wollte. Sie merkte auch, dass er nicht sonderlich viel Rücksicht auf solche Dinge nahm und vermutlich auch nicht so viel Rücksicht gegenüber den Gefühlen Fremder nahm. Denn im Prinzip war sie ja eine Fremde für ihn, oder war sie es überhaupt noch?
"Keine Antwort, huh?"
Es amüsierte ihn leicht, aber dennoch lächelte er nicht.
"Kann ich verstehen, es war sicher schmerzhaft sie zu verlieren. Auch ich habe meine Eltern früh verloren. Meine Mutter als unser Dorf überfallen wurde und meinen Vater als er in den Krieg zog...., aber weißt du, was mich aufmuntert? Sie sind jetzt in Walhalla und sie sind glücklicher als sie es im Leben überhaupt sein konnten, deshalb solltest auch du glücklich für sie sein.
Sie verstand nicht, wie sie darüber glücklich sein sollte, dass ihre Mutter nun nicht mehr hier bei ihr war, sondern tot. Familie war für sie alles und nachdem ihre Mutter gestorben war, hatten sie und ihr Vater einen extrem wichtigen Teil ihres Lebens verloren. Wo auch immer ihre Mutter jetzt war, im Himmel wie sie natürlich dachte, konnte sie doch nicht glücklich sein, ohne ihre einzige Tochter und den Mann, den sie liebte. Doch sie wusste nicht, was er mit Walhalla meinte. Sie hatte davon noch nie gehört. War ihre Mutter vielleicht dort?
"Was ist Walhalla?"
In seinem Inneren schrie es sofort das Wort 'Ungläubige', aber was hatte er auch an diesem Ort hier von ihr erwartet?
"Walhalla ist der Ort an den wir nach dem Tod gehen. Die Welt der Götter, in welcher wir unsere Liebsten wieder sehen, Trinken, Tanzen und all das tun worauf wir Lust haben. Man sagt, dass wir uns sogar bekämpfen können, um unseren Gelüsten nachzugehen und trotzdem zu Abend zusammen essen und lachen. Es ist ein Ort des Glücks".
Das hörte sich irgendwie nach einem schönen Ort an, aber nach dem Tod? Also war es so etwas, wie der Himmel in ihrer Religion? Ein Ort der Freunde und des Glückes, so wie die Christen es aus der Bibel und der Kirche lernen? Doch wirklich weiter über das Thema und ihre Mutter, wollte sie nicht reden, also versuchte sie auch das Gespräch wieder zurück zum Garten zu lenken.
"Also gefällt euch der Garten?"
Er nickte leicht und ließ das Thema dann auch fallen, sonst könnte es vielleicht noch zu einem religiösem Konflikt kommen, was nicht das Ziel der ganze Rundführung gewesen war.
"Hier sind viele Blumen, die ich bei uns noch nie gesehen habe..."
Die blonde Schönheit lächelt etwas und geht vor zu einigen Sträuchern.
"Am Liebsten mag ich diese hier. Hier bei uns nennen wir sie Tulpen und diese Rosen".
Er folgte ihr uns sah sich die Blumen an.
"Frauen und Blumen, das ist mir schon immer ein Rätsel gewesen".
Sie schmunzelte etwas und fügte noch hinzu.
"Vergesst die Bücher nicht".
"Lesen ist unnötig, niemand muss lesen können", das sagte er jedoch nur, da er selbst nicht lesen konnte.
Sie schien aber nicht sonderlich einverstanden damit.
"Denkt ihr auch wirklich so darüber, oder habt ihr einfach noch nie ein richtiges Buch gelesen?"
Er zuckte gleichgültig mit den Schultern und machte sich nicht viel daraus.
"Vielleicht bisschen von beidem?"
"Ich verstehe... ich muss euch noch die große Bibliothek zeigen . Eure Meinung zu diesem Thema würde ich doch noch sehr gerne ändern".
Sie lachte leicht, wobei sie merkte, dass sie sich deutlich in seiner Nähe entspannte.
"Ich kann nicht lesen, will es auch nicht lernen, sowas ist nichts für Leute wie mich", erklärte er und zuckte dabei erneut mit seinen Schultern.
"Dann lasst mich euch ein Buch vorlesen", sie bestand drauf und locker lassen würde sie dabei auch nicht wirklich.
Er seufzte leicht, doch nickte am Ende.
"Na gut, das ließ mir später etwas vor".
"Perfekt!"
Sie schmunzelte zufrieden und ging dann wieder raus aus dem Garten in das Schloss .
"Wollt ihr auch die Stadt außerhalb des Schlosses sehen?"
Er nickte, "Natürlich. Ich möchte sehen, was euer Volk so außerhalb treibt".
"Dann gehen wir in die Stadt".
Sing wieder zurück in die Eingangshalle, wo schon ein zugedeckter Korb bereitstand, welchen sie in die Hand nahm, um dann mit ihm gemeinsam durch das große Tor der Festung in die Mitte der Stadt zu gelangen.
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I will always be yours - Through Walhalla and Hell
Ficção AdolescenteWas passiert wenn plötzlich zwei vollkommen fremde Welten auf einander prallen? Etwas, was nie hätte passieren dürfen, geschieht und doch entsteht dabei eine herzzerreißende und unvergessliche Liebesgeschichte. Er, einer der wichtigste Personen unte...
