#33 Tote und Nähe?

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"Ich kann das nicht tun, das wisst ihr. Ich trage Verantwortung und ich werde zurückkehren. Ich lasse mein Volk nicht im Stich, damit es mir besser geht. So bin ich nicht und so werde ich nie sein".
Sie könnte damit nicht leben, vor Verantwortung weggelaufen zu sein. Sie wurde als angehende Königin großgezogen und sie wollte in die Fußstapfen ihrer Mutter treten.

"Verstehe".
Er biss sich auf seine Lippen und sah sich etwas um.
Er hoffte darauf, dass Odin ihm bald sagen würde, was er zu tun hatte.
"Wir fangen gleich mit dem an, wofür wir hier sind. Die meisten versammeln sich bereits... also lass uns auch langsam hingehen".

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Katherina nickte  leicht und stand dann auch schon mit ihm auf.
"Bitte tut das nicht mehr..."
Sie wollte auf den Kuss hinaus und hoffte, dass er verstehen würde, was sie meinte. Es war ihr aller erster Kuss und sie wusste, dass es falsch war. Das hätte nicht passieren dürfen.

"Natürlich".
Er senkte etwas lächelnd seinen Blick und half ihr beim Aufstehen auf die Beine. 
"Alles andere ist dann wohl auch nicht erlaubt?"
Er wollte nur einen kleinen Spaß machen, was er mit einem belustigten Lächeln dann auch zeigte.

"Was wäre denn alles andere?"
Sie schmunzelte etwas und sah zu ihm. 

In einem anderen Fall hätte er es als Herausforderung gesehen und hätte es ihr gezeigt, aber hier war es ein andere Fall.
"Du weißt was".
Er zwinkerte ihr zu und lief dann voraus zum Treffpunkt.

So ganz wie er es dachte hatte sie ihn zwar nicht verstanden, aber sie wollte nicht nachfragen, um nicht irgendwie noch dümmer und unerfahrener dazustehen, obwohl sie eigentlich auf das Thema bezogen genau das war. Sie ging dann einfach mit ihm weiter mit.

Er drängelte sich mit ihr vor bis sie ganz vorne standen. Auf einer Art Tribüne stand ein Tisch und es lagen verschiedene Messer und Schwerter. Dort standen Priester und der König selbst mit einem sehr edlen Schwert in der Hand. Es war kein normales Schwert, sondern ein sehr sonderbares und besonders für dieses Fest geschaffen.
"Dort oben, das ist der König", meinte Ivar noch zu Katherina, bevor er auch seinen Blick kurz auf die Menschen, die langsam alle verstummten.

Katherina sah auf die Messer und sie hatte das Gefühl, dass sich ihr Magen bei der Ansicht drehte. So wirklich, was sie davon halten sollte, wusste sie nicht. Sie nahm vorsichtig seine Hand und hielt sie fest. Die ganze Situation machte ihr etwas Angst und er gab ihr irgendwie Sicherheit.

Auch Ivar hielt ihre Hand fest. Eine Frau begann zu singen, was sic sehr mysteriös anhörte, da es eine ganz andere Sprache war. Dann wurden Ziegen heraus gebracht. 
Ivar hielt ihre Hand richtig fest und zog sie vor sich, um seine Arme um sie zu legen. Es war für den Fall, dass sie sich erschreckte, da sie vielleicht doch noch was anderes erwartet hatte. Er genoss es jedoch sie bei sich zu haben und sie beschützen zu können, obwohl es eigentlich in diesem Moment nichts gab, vor dem er sie hätte beschützen können.
Der König zog das Messer durch die Kehle der Ziegen und die Priester sammelten dessen Blut in Schälchen und trugen diese dann in den Tempel. Die Ziegen wurden dann an einen Holzrahmen gehängt und die nächsten Tiere wurden heran getragen. Die Gaben des Dorfes hingen ebenfalls in der Luft, an den Ästen der ganzen Bäume rundherum.

Sie schockiert, als sie sah, was der König einfach so skrupellos getan hatte. Gerade war der Arm, den Ivar um sie gelegt hatte, sehr beruhigend und half ihr nicht komplett durchzudrehen aufgrund dessen, was sie gerade gesehen hatte. 
Als sie bemerkte, dass es weiter ging und die Tiere aufgehängt wurden, drehte sie sich um und presste ihr Gesicht an seine Brust. Sie lehnte sich ganz an ihn. Das Ganze wollte sie nicht mehr sehen und kam das Bild von dem Aufschneiden der Kehle nicht mehr aus ihrem Kopf. Wie konnte man das nur machen? Sie wollte, dass jemand stirbt, weder Tiere noch Menschen, nicht auf diese Art und Weise und so erschreckend. In diesem Moment wusste nicht, ob sie es nicht doch bereuen sollte, ihre Wertvolle Haarbrosche hergegeben zu haben, aber sie wusste, dass sie es für ihn getan hatte. Es gab keinen Grund es zu bereuen. Sie war hier nur wegen ihm und das bereute sie auf keinen Fall.

Das selbe wie mit den Ziegen, geschah mit allen anderen. Selbst mit den Menschen. Man sah, dass sie es freiwillig taten, denn sie wurden nicht gezwungen sich auf den Tisch zu legen. Der König schmierte sich am Ende das Blut ins Gesicht.
"Es ist vorbei", flüsterte er dann zu Katherina und küsste ihre Haare, während er sie weiter hielt.

Sie blickte leicht zuerst zu ihm auf und dann drehte sie sich vorsichtig um. Als sie jedoch sah, wie der König  sich das Blut ins Gesicht schmierte, drückte sie sich nur noch enger an ihn. Auch wenn sie so viel Nähe nicht gewohnt war, traf das genauso auch auf das ganze Blut und die Morde zu.

Ivar stricht ihr leicht über den Rücken als der König die beiden sah und mit der Schüssel zu Ivar kam.
"Als Jarl darfst du dieses Jahr auch die Gunst der Götter in Anspruch nehmen".
Kurz zögerte er wegen Kath, doch tunke dann seine Finger in das Blut und strich sich damit übers Gesicht, was den König zum Grinsen brachte.
"Sehr gut Ivar".
Freudig darüber ging das Oberhaupt dann wieder.

"Wir sollten zurück... ich glaube, du musst damit erst klar kommen oder?"
Das Bemerkte er direkt an ihrem Verhalten.

Sie ließ langsam von ihm ab und nickte leicht. Alles in ihr drehte sich gerade um, und sie tat sich schwer ihre Gedanken zu ordnen, daher ging sie dann auch einfach los und entfernte sich von dem Ort. Sie wollte raus aus der ganzen Menschenmenge.



I will always be yours - Through Walhalla and HellWo Geschichten leben. Entdecke jetzt