#31 Magische Pilze

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"Bei uns ist es eigentlich nicht ganz so unterschiedlich. Wir haben wie euren Tempel auch bei uns Gebäude, die wir Kirchen nennen. Der größter offensichtliche Unterschied ist aber, dass wir nur einen Gott haben. Jedoch beten auch wir zu ihm und sagen all unsere Bitten und Wünsche, genauso wie ihr".

"Verstehe. Dann sind unsere Religionen ja gar nicht mal so unterschiedlich".

"Nein, eigentlich nicht".
Sie lächelte und sah zu ihm rauf.

"Komm, der Rest des Tages und die Nacht wird gefeiert bis zum Umfallen".
Er nahm einfach ihre Hand und zog sie dann auch schon mit sich raus und weiter zu dem eigentlichen Ort des Geschehens".

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"Ach, ich hab dir ja noch gar nicht gezeigt, was für morgen schon vorbereitet ist".
Während die Leute draußen sich bereits betranken, lachten seltsame Pilze aßen und ums Lagerfeuer feierten, führte Ivar die Prinzessin zu ein paar Flächen, die mit Zäunen umrandet waren. Es waren wie kleine Tiergehege, in welchen jeweils 9 Tiere jeder Art drinnen waren. Daneben stand aber noch ein komplett leeres.

Katharina ging mit ihm und sah sich die Gehege an und bemerkte demnach auch das Freie.
"Wofür sind die ganzen Tiere und wieso ist dort ein ganz leeres?"
Sie blickte neugierig zu dem Wikinger.

"Zum Fest Morgen. Wenn es noch Dunkel ist, werden diese Tiere den Göttern dargebracht".
Er lehnte sich an den Zaun.
"Neun Tiere. Eins für jeden Gott. Eins für jedes Jahr, bis zum nächsten Fest."
Der Leere 'Stall' war der Neunte.
"Das Leere sind für Menschen, die für den heutigen Tag vom Seher durch die Götter erwählt wurden".

"Wie Menschen...?"
Sie verstand nicht ganz, wie Menschen den Göttern dargebracht werden konnten.

"Auch Menschen gehören zu den Geschöpfen dieser Welt. So zählen wir selbst auch zu den dargebrachten Tieren. Es geht schnell vorbei und sie tun es freiwillig. Niemand wird dazu gezwungen. Für die, die es tun, ist es eine Ehre auch wenn du es nicht richtig zu verstehen vermagst. Du wirst es verstehen, wenn es soweit ist".

"Was.. was wollt ihr damit sagen... wenn es soweit ist..?"
Unsicher sah sie zu ihm rauf, da sich in ihr durch seine Worte, etwas Unbehagen breit machte.

"Wenn die Dunkelheit anbricht und das Feiern ein Ende genommen hat, versammeln wir uns und beginnen wofür wir hier sind. Wir vollziehen die Zeremonie und geben den Göttern unsere Opfergaben für die nächsten 9 Jahre".

"Verstehe..."
Eigentlich verstand sie das überhaupt nicht. Wie kann ein Gott verlangen, dass man sich selbst opfert. Dass man sein Leben nach ihm richtet, in der Kirche lebt, ihn ehrt und ihn befolgt ja, aber sich opfern lassen? Irgendwo schockierte es sie, aber irgendwie faszinierte es sie auch, dass jemand so sehr davon überzeugt sein konnte, dass er sich sogar von dem Geschenk des Lebens befreien würde.
"Und was, wenn man ausgewählt wurde und es nicht machen will? Muss man sich dann auch nicht opfern lassen oder wie?"
Sie sah interessiert zu ihm.
Es gab so vieles das sie nicht wusste und nicht verstand, doch genau das machte sie nur noch neugieriger und noch wissbegieriger.

"Dann ist dein Glaube nicht stark genug und dein Opfer wäre den Göttern nicht gerecht. Ausgewählt zu werden ist sowas wie eine Ehre".

"Oh, ich verstehe".
Sie machte eine kurze überlegende Pause.
"Wollt ihr den Auserwählt werden...?"

"Nein", er musste grinsen.
"Wenn ich es werde, werde ich es, aber auch die Götter wissen, dass mein Standpunkt momentan zu wichtig ist".

"Ich verstehe".
Leicht lächelnd, nickt sie und setzt sich kurz hin, da ihre Füße von dem ganzen Weg doch etwas wehtaten.

"Willst du etwas sitzen bleiben?"
Er hockte sich zu ihr.

Eine halbnackte Frau kam lachend zu den beiden.
"Pilze gefällig? Haha", die Frau lachte und sah die beiden fragend an.

Ivar zögerte für einen Moment, doch nahm die Schüssel dann doch an.
"Iss. Schmecken nicht besonders, aber was danach kommt, ist umso besser".

"Was ist das?"
Katherina war etwas skeptisch, etwas von einer dahergelaufenen halbnackten Frau anzunehmen und noch skeptischer etwas unbekanntes zu Essen. Die Frau verschwand dann auch hüpfend wieder von den beiden, was Katherina doch mit schiefem Kopf betrachtete.

"Pilze", meinte er nur und nahm davon einen in den Mund.
"Schmecken aber nicht sonderlich gut".
Man hörte heraus, dass er nicht wirklich begeistert von dem Geschmack war, doch kaute er trotzdem weiter. 
"Diese Pilze sind magisch. Sie belustigen einen auf eine besondere Art und Weise".

"Ich bin mir nicht sicher, dass ich diese probieren sollte..."
Ihr Blick schwenkte zwischen den Pilzen und Ivar.

"Locker dich etwas".
Er hielt ihr die Schüssel hin.
"Ich verspreche dir, dass es lustig wird".

Unsicher wie sie war, blickte sie zu Ivar und nahm aber dennoch einen Pilz aus der Schüssel. Sie biss nicht hinein, sondern hielt ihn in ihrer Hand und betrachtete ihn. Sie hatte irgendwie Angst, was passieren würde, immerhin war die Frau vorhin halbnackt und hüpfte über die Wiese.

Er grinste über beide Ohren und ließ sich einfach ins Gras fallen.
"Sie sind keinesfalls gefährlich... lassen nur alles schöner werden, wie den Himmel... die weiche Wiese..."

"Ich denke, ich warte noch kurz, bis ich die Folgen gesehen habe, bevor ich selbst davon koste".
Auf Nummer sicher zu geschehen, schien gerade doch gar nicht so schlecht.

"Da gibt es keine Folgen!"
Er setzte sich ruckartig auf und legte seine Hände an ihr Gesicht und verzog lachend die Schnute.
"Ich tue und lasse, was ich will und das solltest du auch!"
Darauf knutschte er einfach ihre Stirn ab und stand dann auf.

Sie für sich mit dem Handrücken über die Stirn, blieb aber im Gegensatz zu Ivar noch sitzen.
"Kommt, bitte bleibt noch sitzen. Meine Beine schmerzen noch"

"Nahh, sitzen ist langweilig":
Er konnte einfach nicht aufhören zu grinsen.
"Lass uns.... etwas..."
Er hörte auf zu sprechen wegen einer nackten Lady, die über die Wiese rannte. Gefolgt von einem anderen Mädchen und einem Kerl.
"Uh. Lass uns auch nackt rumrennen. Es scheint Spaß zu machen".

"Ivar! Was geschieht nur mit euch? Ist das etwa von diesen Pilzen?!"
Sie steht auf und schaut ihn wütend an.

Er hob seine Hände.
"Ich hab keine Ahnung, was du meinst. Ehrlich"
Er musste sich das Lachen verkneifen und wackelte leicht mit den Schultern.
"Mach dich locker. Lächelnd schaust du viel schöner aus"

Die Röte, die kurz in ihre Wangen aufstieg, konnte sie nicht unterdrücken und kurz milderte sich auch ihr Gesichtsausdruck, bevor sie jedoch wieder ernst wurden.
"Was ist los mit euch?"

"Was ist los mit dir?"
Er kam näher und zeigte mit einem Finger auf sie, bevor sein Lächeln verschwand und er sich einfach mit seinen Kopf auf ihren Schoß legte.
"Du bist bequem, wusstest du das?"
Zwar war es sehr laut, doch für Ivar war es gerade stiller als der Abgrund des Meeres.

I will always be yours - Through Walhalla and HellWo Geschichten leben. Entdecke jetzt