#35 Tote und Angreifer

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"Solange ihr nichts sagt?"
Etwas hinterhältig, aber in gewisser weiße hoffte er, dass sie wegen dieser Nähe niemand anderen als ihn heiraten kann. Daher legte er auch seinen Arm um sie und zog sie noch etwas näher.
"Und jetzt schlaft und denkt nicht zu viel darüber nach".

Sie nickte leicht und sagte nichts wegen seinem Arm und seiner Nähe. Sie fühlte sich eigenartigerweise ziemlich wohl bei ihm, obwohl sie wusste dass es falsch war. Aber wie konnte sich etwas falsches, sogar... gut anfühlen?
"Schlaft gut, Ivar"
Sie lächelte leicht und schloss dann auch schon ihre Augen.

Auch Ivar schlief nach kurzem ein und wachte erst am Morgen durch Jarek auf...

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"Die anderen wollen schon losziehen", war das erste was Jarek sagte, als Ivar aus seinem Schlaf aufgewacht war. 

Katharina wurde durch die Stimme von Jarek ziemlich schnell wach und sie rutschte sofort weg, als sie bemerkte, dass sich jemand fremdes in einem für sie so privaten Zimmer befand. 

Ivar stand auf diese Aussage hin auch schon direkt auf und zog sich an,
"Ich bin bald zurück. Pass gut auf sie auf, Jarek".
Jarek nickte und Ivar verschwand ohne weiteres, um mit den Männern und einigen Frauen loszuziehen.

Katharina stand daraufhin auch schon auf, da sie nicht mehr sonderlich müde war und schlafen für sie unter diesen Umständen nicht mehr möglich war. Nachdem sie fast fertig angezogen war, bat sie Jarek um Hilfe ihr Korsett zu schnürren, da es deutlich einfacher war, als es selbst zu binden. Die ganze Zeit über war sie in Gedanken und in Sorge um Ivar, da dieser sich gerade auf einen Kampf bereit machte oder vielleicht sogar schon kämpfte.

Jarek fiel dies natürlich auf und sprach daher auch aufmunternd zu ihr, während er ihr Korsett wieder stramm band, so wie es sich gehörte und er es von den letzten Tagen schon kannte.
"Er kommt wieder. Mach dir keine Sorgen".

Aber anders als die erwartete Ruhe, platzte plötzlich eine junge blonde Frau ins Zimmer.
"Jarek! Du elendes Arschloch! Hast du bei ihr gelegen?!"

Jarek wusste sich nicht zu helfen. Er hob also nur seine Hände und schüttelte den Kopf.
"Nein, nein, nein! Glaub mir Hilde, das ist Ivars Weib. DU bist mein Weib!"

Die blonde Frau machte dies jedoch nur noch wütender.
"Laber keine Pferdescheiße! Du schleichst dich schon seit Tagen nachts raus!"

Es schien für Katherina der richtige Moment, Jareks Punkt zu bestätigen und klarzustellen, dass sie selbst nichts mit der Sache zu tun hatte.
"Gnädige Frau, glaubt ihm, er sagt die Wahrheit. Ich habe nur Hilfe beim Schnürren des Korsetts gebraucht, da Ivar nicht da ist. Ich würde nie..."
Sie wollte nicht, dass sich irgendjemand stritt, weil sie um Hilfe gebeten hatte. Sie schaute die blonde Frau namens Hilde entschuldigend und voller Reue an.

Die Frau atmete tief ein und Jarek schon doch tatsächlich die Prinzessin vor.
"Du hast sie gehört, Hilde".

Diese verengte etwas die Augen und senkte dann den Kochlöffel seufzend. 
"Und wohin gehst du dann immer Nachts hin? Ich will nicht ständig belogen werden! Du siehst doch wohin das führt!"

Katherina fühlte sich etwas unwohl bei diesem Gespräch dabei zu sein. Es war etwas privates, was nur die beiden untereinander etwas anging. Sie hatte klargestellt, dass sie nichts damit zu tun hatte und jetzt lag es an den beiden das untereinander zu klären.
"Ich denke ich sollte euch beide alleine lassen".
Da an ihrem Korsett nur noch die letzte Schlaufe fehlte, schloss sie diese und nahm sich noch eine Weste, mit welcher sie sich auf den weg hinaus machte. Am Vorbeigehen flüsterte sie noch Hilde etwas zu.
"Er scheint ein guter Mensch zu sein, wenn du die Möglichkeit hast, gib ihn nicht einfach so her..."
Mit einem leichten aufmunternden Lächeln, verlässt sie dann auch schon das Haus.
Draußen angekommen, zog sie sich die Weste über und spazierte an den Feldern entlang, da wo sie am vorherigen Abend gewesen war. Ihre Gedanken schweiften zu Ivar und wie tapfer er gerade wohl kämpfen würde. Sie hoffte sehr, dass es ihm gut ging und er noch am Leben war. Sie glaubte fest daran, dass er wieder zu ihr zurückkommen würde. An dieser Vorstellung klammerte sie sich regelrecht fest.

Währenddessen war Ivar schon fast wieder in seiner Heimat. Die Männer verteilten sich, doch seltsamer Weise war nirgends jemand zu sehen. Keiner der erwarteten Soldaten war hier.

Der Frieden in Uppsala wurde jedoch plötzlich durch einen Angriff der feindlichen Soldaten gestört. Die ganze Stadt wurde gestürmt und alle wurden auf einmal angegriffen.

Jarek nahm Hilde sofort an die Hand als er den Radau hörte und griff nach einer Axt um raus zu stürmen.
"KATHARINA?!"

Die Prinzessin selbst war noch immer auf den Feldern und bekam anfangs nicht sehr viel von dem Angriff mit, als das ganze begonnen hatte. Als sie es aber hörte, stand sie sofort auf und lief zurück, jedoch konnte sie sich nicht mehr orientieren, da extrem viele Leute auf den Straßen hin und her rannten.

Jarek zog seine Geliebte hinter sich her und streckte unterwegs ein paar feindliche Leute nieder bis er Katherina gefunden hatte. Er war sie ohne zu fragen über seine Schulter und rannte mit seinem Weib an der Hand weiter. Doch weit kamen sie nicht, da sich jemand Hilde geschnappt hatte. Jarek setzte daher Katherina wieder ab. Doch als er sich umdrehte, hatte der Fremde Hilde schon mit seinem Schwert im Bauch durchbohrt.
"HILLDDDEEEE!"
Schrie er auf, doch wusste er, dass es nichts brachte, woraufhin er den Mann hinter ihr umbrachte und die weiteren die kamen ebenso.
"Lauf in den Wald", wies er die Prinzessin dann an und schlug den nächsten mit Tränen in den Augen nieder, der ihn angreifen wollten. Da die Prinzessin sich in Sicherheit brachte, schlug er weiterhin auf alle sich nähernden ein. Innerlich zerriss es ihm das Herz, dass die Frau seiner Träume vor seinen Augen umgebracht wurde.

Katherina stand geschockt einfach nur da und konnte sich nicht bewegen, bis zum Zeitpunkt wo Jarek sie anschrie, in den Wald zu laufen. Sie nickte nur schnell und rannte los. Sie rannte immer weiter in den Wald und versuchte den Schock von dem plötzlichen Tod Hildes zu überstehen...

I will always be yours - Through Walhalla and HellWo Geschichten leben. Entdecke jetzt