Am Montagmorgen war ich hellwach und munter, denn ich sah endlich Herr Dumond wieder. Ich trug mein neues, zartrosanes Oberteil, welches eng an meinem Körper anlag. Es hatte einen schönen Ausschnitt, weshalb meine „Konkurrenz" missbilligend herüber sah. Aly war schon mit mehreren aus der Stufe zusammen gewesen, doch spielte stets die brave. Ich war allerdings nicht an ihrem Kampf um die Jungs interessiert. Da das alljährliche Weihnachtskonzert anstand mussten mehrere Schüler, einschließlich ihr, zu den Chorproben. Demnach waren wir an diesem Tag nur 16 Schüler. Herr Dumond kam wie immer mit einigen Minuten Verspätung. Als ich ihn sah machte mein Herzeinen Sprung. Im Klassenzimmer warteten wir, nachdem alle ihre Plätze eingenommen hatten, dass er anfing. Er sah wie immer unverschämt gut aus. Als ersten Tagespunkt wollte er die Klassenarbeiten zurückgeben. Mein Herzschlag beschleunigte sich und meine Arbeit als letzte zurückzubekommen machte es nicht besser. Er legte sie mir nicht nur hin, wie den anderen, sondern kam zu mir, reichte mir den Schnellhefter und sagte: "I am very impressed." Als ich die Arbeit anschaute stand dort eine eins Minus mit einem „neat" daneben. Ich konnte mein Glück kaum fassen und war sogar besser, als die Klassenstreberin Angelika. Wow, 36,5 von 39 Punkten, besser konnte der Tag nicht werden. Lasse schaute nicht sehr begeistert seine drei minus an und Vinny, der Halbamerikaner, war auch nicht sehr begeistert über seine zwei bis drei. Mittlerweile stand Herr Dumond wieder vorne am Pult und bat um unsere Aufmerksamkeit.
„Also liebe Leute, wir sprechen jetzt die Arbeit durch. Danach verbessert jeder seinen Text. Am Ende der Stunde rufe ich euch dann auf und spreche mit jedem einzelnen über seine mündliche Note."
Wir fingen an unsere Texte zu korrigieren. Nebenbei unterhielt ich mich mit Lasse. Dieser hatte jedoch komplett vergessen, dass ich Augen hatte und starrte mir nur auf den Bereich etwas weiter unter. Das Gleiche mit Niki und so ziemlich jedem anderen Jungen, mit dem ich mich unterhielt. Gegen Ende der Stunde fing Herr Dumond an uns aufzurufen. Lasse war wegen seines Nachnamens schon als dritter dran. Er bekam mündlich eine 3-. Ein paar Schüler später war Niki dran. Er bekam eine 3+. Ich war die Letzte auf der Klassenliste. Es hatte schon längst zur Pause geklingelt. "Meine Jungs" verabschiedeten sich in die Pause. Ein Schüler nach dem anderen ging. Tolga, der vor mir auf der Listestand, knallte hinter sich die Tür zu. Nun war ich alleine mit Herr Dumond. Er rief meinen Namen. Ich ging auf ihn zu. Wir sahen uns dabei an. Er verfolgte jeden meiner Schritte. Seine Aufmerksamkeit war allein mir gewidmet. Ich spürte wieder dieses Feuer zwischen uns. Wie es brannte und uns zu verbrennen drohte. Mit jedem Schritt in seine Richtung wurde unsere Anziehung stärker. Mit jedem Schrittlies ich, Stück für Stück, meinen klaren Verstand zurück. Bis ich dann vor ihm stand. Ein letzter Blick in meine Augen, dann sah er weg.
"Okay, also wie siehst du dich denn so mündlich?", fragte er.
"Ich weiß nicht.", antwortete ich.
"Also wenn du dich so mit den anderen vergleichen würdest."
"Keine Ahnung.", mein Blick huschte immer wieder von seinen Augen, zu seinen Lippen und wieder zurück. Dann blieb ich an seinen Lippenhängen.
"Also wenn du dich mit Lasse oder Frederick vergleichen würdest. Findest du, du meldest dich öfter als Lasse zum Beispiel?"
Sagen Sie es mir. "Ja ich denke schon."
"Okay, also ich habe bei dir erstmal eine zwei bis drei eingetragen. Ich meine, du hast ja gesehen, dass du schriftlich sehr gut bist. Und ich bin mir sicher, dass du es auch kannst. Aber du musst eben auch zeigen, dass du es kannst. Ich möchte dich jetzt nicht unter Druck stellen oder sonstiges."
Endlich sah er mich wieder an. Er sah mir in die Augen und kein einziges Malin den Ausschnitt. Das Klassenzimmer kam mir so leer und klein vor. So nah standen wir noch nie voreinander. Nur er und ich. Ich sehnte mich so sehr danach, dass er mich berührte. Ich sah wie er schluckte. Er lehnte an einem Tisch. Mir fiel auf, dass er nur etwas größer war als ich. Mein Blick huschte zum Boden, dann wieder hoch. Nun sah ich etwas anderes in seinem Blick. Seine Augen leuchteten. Er lehnte sich etwas nach vorne. Nur ein kleines Stückchen. Fast dachte ich, ich hätte es mir eingebildet. Doch er bückte sich noch etwas. Auch ich bewegte mich nach vorne. Zentimeter für Zentimeter. Die Sekunden vergingen wie Stunden. Doch dann geschah es. Die Lippen nur noch eine Fingerbreite voneinander entfernt, überwanden wir die letzten Millimeter. Seine Lippen legten sich auf meine. Wir berührten uns nicht. Nur unsere Lippen. Es war scheu und zurückhaltend. So leicht und zart, fast spürte ich seinen Mund nicht. Dann übte er etwas Druck aus. Nur ein wenig. Nur so viel, dass ich wusste, dass ich mir jenes gerade nicht einbildete. Das Gefühl war unbeschreiblich. Eine Wärme floss durch meinen ganzen Körper und breitete sich aus. Ich hörte mein Herz hämmern und kurz hörte es auf, nur um noch stärker weiter zu pumpen. Es war berauschend.
Doch dann löste er sich von mir. Herr Dumond sah mich an. Ich sah das Verlangen in seinem Blick. Doch mit einem Schlag war alles weg. "Verdammt!", er fuhr sich energisch mit Hand durchs Haar. Ich brauchte erst noch einen Moment um mich zu fangen. Einen schöneren ersten Kuss hätte ich mir nicht vorstellen können. Doch er sah alles andere als begeistert aus.
"Everly, hör zu, es tut mir leid. Ich - ich, ich weiß auch nicht was da gerade geschehen ist. Es ist einfach passiert. Es tut mir so unendlich leid. Fuck! Wenn das jemand heraus findet bin ich tot!"
"Schon okay, ich werde es niemandem erzählen.", versuchte ich ihn zu beruhigen.
"Niemandem erzählen?! Weißt du was hier gerade passiert ist?! Ich habe dich geküsst! Du bist meine Schülerin! Ich bin verantwortlich für dich und so etwas darf niemals passieren! Es ist verboten! Und ich bin meinen Job los!"
"Sooo schlimm war es nun auch wieder nicht. War ja nur ein Kuss." ,sagte ich leise "und wunderschön" fügte ich in Gedanken zu. Seine Reaktion schüchterte mich etwas ein. Ich fühlte mich schlecht, obwohl ich nichts getan hatte.
"Du verstehst es nicht! Oh Gott, ich bin dein Lehrer! Ich bin zwar geschieden, doch es ändert nichts an der Situation!", er war wütend. „Und das Schlimmste ist, dass es mir auch noch gefallen hat...", schob er leise, fast schon zu sich selbst sagend, hinterher. Man konnte die Verzweiflung in seiner Stimme hören. Plötzlich wirkte er so verletzlich. Er war geschieden? War er doch nicht so jung wie ich dachte? Ein Moment. Der Kuss hat ihm gefallen?
"Everly, du löst Gefühle in mir aus... Verbotene Gefühle."
"Herr Dumond, hören Sie, ich - "
"Nein. Hier gibt es kein wenn oder aber. Es ist passiert und ich kann es nicht mehr rückgängig machen. Es war alleine meine Schuld und ich trage die volle Verantwortung dafür. Doch ich möchte dich um etwas bitten. Bitte lass uns einfach nie mehr über diesen Unfall reden okay? Ich bitte dich." Er sah mich flehend an.
Ich senkte den Blick. "Natürlich.", antwortete ich.
"Danke. Also dann, bis übermorgen Everly."
"Auf wiedersehen Herr Dumond."
Ich schulterte meinen Rucksack, schnappte mir meine Jacke und ging zur Tür. Ich drehte mich noch ein letztes Mal um und sah wie Herr Dumond aus dem Fenster schaute. Es versetzte mir einen Stich, dass er es als Unfall bezeichnete. Was hatte ich denn erwartet? Ein Happy End? Wie naiv vor mir.
Die Pause war in wenigen Minuten vorbei. Auf die Frage der Jungs antwortete ich nur, beim Schulbäcker sei eine lange Schlange gewesen. Ich wollte nichts mehr, als ihn zu küssen. Nun hatte ich meinen Kuss. Und ich wusste, es würde niemals einen zweiten geben. Er hatte sich seinem Gefühl oder auch Instinkt, hingegeben. Und nun steckten wir beide in Schwierigkeiten. Er mehr als ich. Wie wird das nächste Aufeinandertreffen wohl sein?
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Verlangen nach ihm
Romantika[SchülerinXLehrer] Einst die beste Geschichte zu diesem Thema auf Wattpad, bevor sie gelöscht wurde... unter neuem Namen. Und überarbeitet. Denn sie wollte ihn spüren. Es geht um so viel mehr als nur bloße Berührungen. Ein verbotenes Verlangen nach...
