Die Tage zogen sich endlos in die Länge und eine Art Schleier lag auf mir. Etwas das mir die Sicht vernebelte und meine Stimmung herunterzog. Meinen Freunden fiel es natürlich auf, alle bis auf Niki konnten akzeptieren, dass ich nicht darüber reden wollte. „Ichverstehe Frauen nicht.", meinte er nach Naturwissenschaft. Der Freitag neigte sich langsam dem Ende und in der letzten Stundeschrieben wir einen Kurztest. Lasse war immer noch krank und konnte ihn sich entgehen lassen. Auch Herr Dumond sah ich die restliche Woche nicht.
Der Montag fühlte sich an wie ein Deja-Vu. Zur gleichen Zeit, am selben Ort, Woche für Woche, Monat für Monat. Herr Dumond kam die große Steintreppe hinunter, in der rechten Hand seine Tasche, die linkeelegant in seiner Hosentasche. Während er die Tür aufschloss sah er in die Menge. Als er mich sah blitzten seine Augen auf, doch seine Miene blieb regungslos. Ich schluckte. Drinnen war Herr Dumond wie ausgewechselt. So motiviert hatte ich ihn noch nie erlebt. Er war voller Lebensfreude, als er uns die Aufgaben für diese Stundeerklärte und strahlte und schaute auffällig oft zu mir. Mir schien es, als würde er versuchen etwas zu überspielen. Als er dann sagte, dass wir anfangen können die acht Aufgaben zu bearbeiten, ging ein genervtes Stöhnen durch die Klasse. Daraufhin lachte er und zwinkerte mir zu. Hat er das gerade wirklich oder spielte meine Hirn mir einen Streich? Nein, er grinste mich an und wackelte mit den Augenbrauen, was mich sichtlich überforderte. Wer war er und was hatte er mit meinem selbstkontrollierten, dominanten Herr Dumond getan? Zögernd begann ich mit den Aufgaben und ließ den fremdlich wirkenden Dumond nicht aus den Augen. Die Lautstärke war erträglich, was wohl daran lag dass fünf Leute fehlten. Der Doppeltisch rechts von mir war leer und die drei Plätze vor mir auch. Links von mir saß Lasse und neben ihm waren zwei leere Plätze zu Frederick, der sich gerade am Ende der Reihe mit Niki und Lucas unterhielt. Die Aufgabenwaren recht einfach, für mich zumindest. Lasse hatte keine Lust zudenken und schrieb deshalb bei mir ab. Währenddessen lief Herr Dumond durch die Reihen und beantwortete Fragen. „If you speak with your partner, please talk in english!", sagte er und schenkte mir ein Halblächeln. Ich befolgte seine Anweisungen, während Lasse mir auf Deutsch antwortete. Als ich bei der fünften Aufgabe ankam warf ich einen Blick auf die Uhr, ich hatte noch zwanzig Minuten bis zur Pause. Das müsste ich schaffen. Ich warf einen Blick durch das Klassenzimmer, da mir die plötzliche Stille auffiel. In den Gesichtern konnte man die Verzweiflung einiger erkennen. Diese verschlimmerte sich, als Herr Dumond uns darauf hinwies, dass die restlichen Aufgaben Hausaufgabe waren. Aus dem Augenwinkel sah ich, wie Lasse sich meldete. Herr Dumond kam in die letzte Reihe, stellte sich zwischen uns und stützte sich an unseren Stuhllehnen ab. Sein süßer Duft stieg mir in die Nase und ich bewegte mich kein Stück.
"What is the problem, Lasse?"
"Can I go to the toilette please?"
Herr Dumond sah zur Uhr und warf dann einen Seitenblick zu mir.
"Yes."
Lasse stand auf und schon war er verschwunden. Herr Dumond stand immer noch gebückt da, als er sich zu mir lehnte.
"Any problems?", fragte er mich.
"Ähm...noo...",seine Nähe machte mich nervös, ich war wie berauscht von seinem Duft.
"Are you cold?", er deutete auf meinen grau karierten Schall, den ich nicht ausgezogen hatte. In dem Moment hätte ich ihn mir liebend gern vom Hals gerissen, da mich ein Hitzeanfall zu verbrennen drohte.
"No, I just thought it matches my pullover.", der Schall passte zu meinem grauen oversized Pullover. Er kam noch näher und flüsterte damit uns niemand hörte.
"You should be glad, that you are wearing this oversize pullover, because you would make me crazy, if you would wear the same thing, you wore the last times.", also hatten ihm meine zwei etwas "besonderen" Oberteile doch gefallen. Ich wusste es. Es war doch „nur" ein Mann.
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Verlangen nach ihm
Romance[SchülerinXLehrer] Einst die beste Geschichte zu diesem Thema auf Wattpad, bevor sie gelöscht wurde... unter neuem Namen. Und überarbeitet. Denn sie wollte ihn spüren. Es geht um so viel mehr als nur bloße Berührungen. Ein verbotenes Verlangen nach...
