Der April war regnerisch und trüb. Die Stimmung trist. Wir hatten Freitag – seit drei Tagen war Abitur. Die Atmosphäre war gedrückt und angespannt. Die Abiturzeit war meine Hasszeit. Lehrer bewachten streng die vierte Ebene kontrollierten wer hoch ging. Überall hingen Schilder auf denen stand, dass man ruhig sein sollte. Man durfte die Toiletten in der vierten Ebene nicht benutzen, weshalb die Toiletten in der ersten Ebene verwüstet waren. Auf der fünften Ebene wachten Lehrer und ließen niemanden hoch in die sechste, wo geschrieben wurde. Im Schulgebäude herrschte keine angenehme Stille. Eine unerträgliche Spannung lag in der Luft und drohte jeden Moment zu explodieren. Man durfte nicht einmal den Haupteingang der vierten Ebene benutzen. Die Lehrer waren wegen jeder Kleinigkeit genervt. Wahrscheinlich weil sie vom korrigieren überfordert waren.
Wir hatten Biologie. Wie zu oft starrte ich aus dem Fenster. Das Zimmer hatte eine gute Lage. Man konnte raus in den verwilderten Schulgarten treten, welcher etwas schief auf dem Hügel angelegt war. Seit Jahren wurde nichts mehr in dem Gewächshaus gemacht. Bienen hatte die Schule auch nicht mehr. Vor drei oder vier Jahren gab es noch eine eigene AG dafür. Ich drehte mich noch weiter nach links. Man konnte direkt in die Sporthalle weiter unten sehen. Sie war neu und erst ein paar Jahre alt. Die Fenster waren groß und drinnen brannte Licht. Ich wusste nicht, welche Klasse Sport hatte, doch ich sah Herr Pfann laufen. Ich drehte mich zurück nach vorne. Frau Barjenbruch diskutierte gerade mit Alex, welcher einfach nicht aufhören konnte zu reden. Er war das Problemkind der Klasse. Doch er lachte nur darüber. Mein Blick glitt zu Niki, der vor mir saß. Erzog seine schwarze Jacke an und öffnete dann das Fenster neben ihm. Kalte Frühlingsluft drang in das stickige Zimmer und man konnte den Morgentau riechen. Eine Gänsehaut überzog meinen Körper. Doch es war eine angenehme Kälte. Die Art von Kälte, die du riechst wenn du morgens dein Haus verlässt und du den Frühling riechst und weißt, dass bald der warme Sommer eintrifft. Ein Luftzug drang hinein und wirbelte unsere Blätter auf. Es war der erste Tag seit zwei Wochen, an dem es nicht geregnet hatte. Doch jenes blieb nicht von Dauer. Die Wolken brachen ein und es begann zu schütten. Lasse blickte enttäuscht raus. Immer wenn er dieses Gesicht zog, sah er aus wie ein Chow- Chow Welpe. Ich musste lächeln. Chow- Chows waren meine Lieblingshunde. Sie waren so fluffig und groß und einfach nur zum knuddeln.
Frederick, der zwei Chihuahuas hatte, schenkte mir ein Lächeln. Frau Barjenbruch ließ uns fünf Minuten zu spät in die Pause, da die Klingel während des Abiturs abgestellt wurden. Leise wechselten wir das Klassenzimmer. Sogar der Schulbäcker war draußen, obwohl wirnoch nicht Sommer hatten. Dummerweise hatte mein Hoodie keine Kapuze, weshalb ich nass wurde. Gedanklich verfluchte ich das Wetter und versuchte mich aufzumuntern, in dem ich mir klar machte, dass ich am nächsten Tag Herr Dumond sah. Meiner Mutter hatte ich versichert, dass Lasse und ich Fluch der Karibik schauen wollten. Sie wusste zwar, dass ich alle Teile schon gesehen hatte, doch Lasse den neusten noch mit mir anschauen wollte. Lasse jedoch schlief dieses Wochenende bei Frederick. Die beiden sprachen im Naturwissenschaftsunterricht über ihre Pläne, während wir nebenbei ein Arbeitsblatt ausfüllten. Herr Fein, stand wie die Ruhe in Person am Pult und schlürfte an seinem Kaffee.
"Okay, ich muss kurz was holen. Versucht euch einfach so lange nicht weh zutun. Okay? Und falls doch, sagen wir dass ich zu dem Zeitpunkt anwesend war.", der fast zwei Meter große, dünne Mann verließ das Zimmer. Die Jungs fingen natürlich sofort an, alles zu tun außer das was sie sollten. Das Klassenzimmer hatte zwei Verbindungstüren. Durch die Tür vorne, neben dem Pult kam man in ein extra Zimmer, indem die Lehrer ihre Sachen und Material hatten. Und extra für Herr Fein, auch eine Kaffeemaschine. Wie konnte der Mann trotz des ganzen Kaffees nur so ruhig und entspannt bleiben? Die andere Verbindungstür befand sich am anderen Ende des Klassenzimmers und führte in das daneben. Durch diese Tür trat gerade Herr Gegenmann.
"Wo ist denn Herr Fein?", wollte dieser wissen.
"Der kommt gleich wieder.", meinte Frederick. Herr Gegenmannlief durch das Zimmer und ging durch die Verbindungstür in das Nebenzimmer.
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Verlangen nach ihm
Romance[SchülerinXLehrer] Einst die beste Geschichte zu diesem Thema auf Wattpad, bevor sie gelöscht wurde... unter neuem Namen. Und überarbeitet. Denn sie wollte ihn spüren. Es geht um so viel mehr als nur bloße Berührungen. Ein verbotenes Verlangen nach...
