Kapitel 22

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Sehnsüchtig wartete ich darauf, dass er die Tür öffnete. Doch es geschah nichts. Verwundert drückte ich erneut auf die Klingel. Ich war hier doch richtig oder? Auf der Klingel stand 'Dumond', also ja. Endlich hörte man Schritte und die Tür wurde aufgerissen. Ich zuckte zurück. Kurz sahen wir uns einfach nur an.

"Hey.", sein Halblächeln trat wieder auf sein Gesicht.

"Hey." Ich sah ihn einfach nur an. Wer hätte gedacht, dass sich so lange Abwesenheit so sehr auf mich auswirkte. Schüchtern sah er zu Boden.

"Willst du reinkommen?" Er zeigte hinter sich. Ich trat ein. Marc nahm mir meine Jacke ab und ich zog dann meine Schuhe aus. Der Flur, in dem ich schon so oft stand, kam mir plötzlich fremd vor. Und auch zwischen uns, war die vertraute Nähe weg. Marcs Blick glitt einmal über mich und dann ein zweites Mal, nur um an meinen Brüsten hängen zu bleiben. Als er meinen Blick bemerkte, sah er beschämt zur Seite. Was war passiert? Der Mann, der meinen Körper besser kannte als ich selbst, war plötzlich schüchtern mich bekleidet zu sehen. Unangenehmes Schweigen trat ein. Sein Wangen färbten sich leicht rot. Er vermied Augenkontakt. Marc trug einen einfachen grauen Pulli und dazu eine dunkelblaue Jogginghose. Wieso sprach er denn nicht mit mir? Weil du sein Betthäschen bist und nicht seine Freundin, meldete sich eine Stimme in meinem Kopf.

"Ist alles in Ordnung?", fragte ich schließlich. Er fasste sich an den Nacken und sah immer noch zur Seite.

"Ja.", sagte er mit gepresster Stimme.

"Wie war die Fortbildung?", druckste ich herum.

"Ganz okay."

Stille.

"Ich habe dich vermisst.", ich rang mir ein gequältes Lächeln ab, auch wenn es die Wahrheit war. Er erwiderte nichts darauf.

"Du hast letztes Mal deinen Schal vergessen.", Marc lief vor, Richtung Wohnzimmer. Die Stimmung war angespannt. Was war passiert, bevor ich herkam? Auf dem Weg dorthin liefen wir an seiner kleinen Bibliothek vorbei. Widerwillig musste ich lächeln, als ich daran zurückdachte, was wir in den Weihnachtsferien getan hatten.

Ich sah mir die vielen Bücher an. Immer wieder kamen welche dazu. Während ich die Regale durchging, fiel mir eins besonders auf. Es passte nicht dorthin, da es einen knallroten Einwand hatte, während die restlichen eher schlicht und dunkel gehalten waren. Es fiel auf, wie ein schwarzes Schaf in einer weißen Herde, wie ein roter Weinfleck auf weißem Teppich, wie eine Rose in mitten Dornen. Ich nahm es raus. Es stand kein Titel drauf, weshalb ich es aufblätterte. 'Next to you' zierte eine weiße Seite. Das Buch war dennoch auf deutsch. Der Klapptext verriet mir, dass es eine Liebesgeschichte war. Zwei Arme schlangen sich von hinten um mich. Marc vergrub sein Gesicht an meinem Hals und begann ihn mit leichten Küssen zu bedecken. Er stand eng an mich geschmiegt da und sein wohliger Duft brachte mich um den Verstand.

"Hätte nie gedacht, dass du auf so'n Kitsch stehst.", lachte ich leise. Ich spürte wie er an meinem Hals lächelte. Seine Hände strichen sanft über meinen Bauch. Er drehte mich leicht nach rechts.

"Falls du das Kamasutra suchst, dass steht gleich da." Er entlockte mir ein schüchternes Lachen.

"Manchmal hat man eben Lust eine schöne harmonische Liebesgeschichte zu lesen.", er zuckte mit den Schultern.

"Lust hast du ja immer.", ich musste schmunzeln. Prompt hatte er mich umgedreht und gegen ein Bücherregal gedrückt. Das Buch nahm er mir aus der Hand und legte es wahllos auf das Regal drauf.

"Bei dir kann man auch nur Lust kriegen.", knurrte er. Seine Augen glänzten vor Lust und ich spürte das er schon wieder hart war. Seine Hände glitten an meinem Körper hinab.

Verlangen nach ihmGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt