45. Headquarters

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Seufzend ließ ich mich auf die Türme der Brooklyn Bridge nieder und genoss die Skyline New Yorks.
Schließlich werde ich das in nächster Zeit vermutlich nicht zu Gesicht bekommen.
Keine Ahnung wie lange mein Vater mich in Gewahrsam halten möchte.
Sonderlich viel Zeit zum Packen brauche ich nicht. Dank meiner Kräfte landet das nötigste fast schon ganz alleine in meinen Koffern.
Spion......
Wer von den Leuten im Tower könnte ein Spion sein?
Die anderen Avengers hab ich eher weniger im Verdacht.
Das wäre echt zu Klischeehaft.
Die eifersüchtige und zickig unfreundliche Sekretärin unten am Eingang, die mich jedes Mal aufs Neue fragt wo mein Ausweis ist und ob ich eine Berechtigung habe den Tower zu betreten, wäre auch zu offensichtlich. Auch wenn in dem Fall natürlich sowas die beste Tarnung wäre. Je offensichtlicher, desto unoffensichtlicher!
Stöhnend ließ ich mich zurück fallen und starrte in den Sternenhimmel.
Durch die kühle Luft war der Himmel sternenklar, trotz den Störlichtern der Stadt.
So sehr ich meine Familie auch mag, manchmal kann sie echt anstrengend sein.
Und das eine Woche vor meinem Geburtstag.......
„Ich sollte zurück oder?" Fragte ich Mout, der sich gemütlich auf meinem Bauch zusammen gerollt hatte.
Der mittlerweile Adler große Drache strahlte eine angenehme Wärme aus, welche es doch irgendwie erträglich machte im Winter mitten auf der Brooklyn Bridge zu liegen.
Der angesproche brummte nur, streckte sich ausgiebig und setze sich neben mich.
„Edith, wie lange brauchen wir mit dem Auto ins Hauptquartier?" Fragte ich und stieß mich vom Boden ab.
„Eine Stunde neun Minuten Miss" antwortete die KI.
„Na super, Dad meinte heute noch, das bedeutet ich komme um 1 Uhr oder so da an" murmelte ich mit einem Blick auf die Uhr und erhöhte mein Tempo.
Mout flog freudig neben mir und drehte sich ab und zu in der Luft.
Er liebte es alleine zu fliegen, ohne in der Nanokugel an meinem Armband stecken zu müssen.

Beinahe lautlos setze ich auf meinem Balkon auf, ließ meinen Anzug verschwinden und begann unschuldig meine Sachen zu packen. Hoffen wir einfach Mal, dass noch keiner nach mir gesucht hat.

Ich zuckte leicht zusammen als die Türklinke herunter gedrückt wurde.
Schnell schloss ich noch den letzen Koffer und sah zur Tür.
Belustigt lehnte Loki an dieser und sah mich wissend an.
„Wen willst du verarschen, das du schon die ganze Zeit hier bist" sagte er schmunzelnd.
„Hat schon jemand was bemerkt?" Fragte ich leicht panisch, doch der Halbgott schüttelte den Kopf.
„Nein, alles gut" brummte er und beobachtete mich weiter.
„Guck mich nicht schon wieder so an" bat ich seufzend und lief zu meiner Komode.
„Wie gucke ich denn?" Fragte er unschuldig, was mich zum Grinsen brachte.
„Das weißt du ganz genau!
Kommst du mit ins Hauptquartier?" Fragte ich hoffnungsvoll, drehte mich wieder zu ihm und lehnte mich gegen die Kommode.
„Tss, denkst du wirklich dein Vater würde mich lassen? Nein, ich hab was in den Weiten der Galaxis zu erledigen, außerdem hast du eben dem Großteil des Tauers klar gemacht, dass zwischen uns rein garnichts läuft und ich nicht dein Freund bin, warum also soll ich mitkommen?" Fragte er schmollend, was mich die Augen verdrehen ließ.
„Fängst du jetzt wieder so an?
Du hast mich nie offiziell gefragt ob ich deine Freundin sein möchte. Außerdem kann es auch sein, dass ich den Kuss garnicht wirklich wollte, es in dem Moment nur nicht einschätzen konnte" konterte ich vorlaut und sah ihn herausfordernd an.
„Den einen Kuss?" Hakte Loki nach und hob unglaubwürdig eine Augenbraue.
Schnell wandte ich mich ab und wollte gerade einer anderen Tätigkeit nachgehen, die mir hoffentlich spontan ins Auge fällt, doch da stand der Grünäugige auch schon unmittelbar vor mir.
Behutsam legte er seine Hände um meine Taille und drückte mich leicht gegen die Kommode.
Als ich keinerlei Anstalten machte mich zu befreien oder ihm ein Signal gab das er mich los lassen sollte, bildete sich ein schellmisches Grinsen auf seinen Lippen.
„Du streitest also Mal wieder deine Gefühle für mich ab?" Fragte er, woraufhin ich ihn böse anfunkelte.
„Das sagte ich nicht, ich meinte lediglich, dass wir kein Paar sind und....." doch da unterbrachen mich seine Lippen auch schon mit einem leidenschaftlichen Kuss, welchen ich unüberlegt erwiederte.
„Und was sind wir dann wenn ich fragen darf?" Flüsterte er und sah mich wieder an.
„Hmm......" Überlegte ich und spielte mit dem Stoff seiner Klamotten.
„Wir....pflegen einen wertschätzenden Umgang" bestimmte ich und ließ meine Hände auf seinen Schultern ruhen.
Wieder musste er grinsen und griff hinter mir nach einem der zwei Hologramm-Kommunikatoren mit dessen Hilfe ich auch mit meinen Freunden aus Deutschland sprechen konnte.
„Na dann, wertschätzender Umgang, pass gut auf dich auf während ich weg bin" mahnte Loki und steckte sich das Gerät ein.
„Wir brauchen doch gar kein Kommunikator um in Kontakt zu bleiben" wunderte ich mich und legte den Kopf schief.
„Sicher ist sicher, außerdem siehst du echt süß aus wenn du das machst" sagte er in Bezug auf das schief legen des Kopfes, was mich schmunzeln ließ.
„Bring dich bitte nicht um....also stirb nicht, komm einfach heil wieder" bat ich, wobei man sofort die Sorge aus meiner Stimme hören konnte.
Mitfühlend sah Loki mich an, trat abermals auf mich zu und nahm meine Hand.
„Ich und sterben? Ist das eine ernst gemeinte Sorge Darling?" Witzelte er, woraufhin ich ihm beleidigt gegen die Schulter boxte.
„Aber keine Sorge, ich komme immer zurück, weißt du ja" beruhigte er mich mit seiner tiefen Stimme, gab mir noch einen schnellen Kuss und verließ mein Zimmer, bevor es auch nur jemand merkte.
Verträumt blickte ich meine Zimmertür an, ließ für diesen Moment ausnahmsweise das angenehm kribbelnde Verliebtheitsgefühl zu, welches dieser Junge mir gab und grinste in mich hinein.
Na schön Sey, du hast dich verliebt herzlichen Glückwunsch. Ausgerechnet in den kompliziertesten Menschen der Welt, aber naja, war ja irgendwie klar das mir wieder irgendwas besonderes und außergewöhnliches passiert.

Müde lehnte ich meinen Kopf an die Fensterscheibe meines Autos und blickte verträumt in die Dunkelheit.
New York nur noch Schemenhaft am Horizont zu erkennen. Wie ein kleiner leuchtender Ball.
Vor uns wurde der Sicherheitszaun des Hauptquartiers, je näher wir kamen immer größer, bis mein Vater den Wagen stoppte und seine Karte an das dafür vorgesehene Gerät hielt.
Schwerfällig öffnete sich das Tor und wir fuhren weiter.
Hier würde ich also bleiben bis der Spion gefunden wurde!
Anstatt mich mit suchen zu lassen.
So würde es doch viel schneller gehen.
„Es ist nur zu deinem besten" sagte Tony, als hätte er meine Gedanken gehört, was ich unkommentiert ließ.
Mich wieder einmal ein zu sperren ist also am besten. Er lernt wirklich nicht aus seinen Fehlern.....
„Also bin ich jetzt alleine in dieser riesigen Anlage, für weiß Gott nicht wie lange?" Fragte ich genervt nach.
„Ich werde oft da sein, deine Mutter, ab und zu werden ausgewählte Leute nach dem Rechten sehen, außerdem ist das gesamte Gelände gesichert und an sämtlichen Ein und Ausgängen Wachen postiert" erklärte er.
„Aber ich hab niemanden zum Reden.....kann nicht doch....."
„Loki ist nicht mehr auf der Erde Seyla! Und nein, die Diskussion hatten wir bereits. Ich habe keine Lust auf übernatürliche Superbabys" unterbrach er mich und ich stöhnte genervt auf.
„Außerdem bist du da nicht alleine. Mister Gehirnwäsche wird auf dich aufpassen" fügte er noch hinzu, was mich geschockt aufsehen ließ.
„WAS? Ich kenne Bucky doch garnicht. Ich hatte mit ihm nie wirklich was zu tun" wiedersprach ich, doch mein Vater ignorierte meine Rebellion.
„Also dem Typen der deine Eltern umgebracht hat erlaubst du auf mich auf zu passen, aber einem Halbgott der bereits unzählige Male bewiesen hat das er mich beschützen kann nicht?" Ärgerte ich mich und sah ihn irritiert an.
„Ich diskutiere mit dir nicht" war nur seine Antwort, woraufhin ich mich wieder in den Sitz fallen ließ.
„Das sagen Eltern immer wenn sie keine Gegenargumente mehr haben und ganz genau wissen daß ihr Kind Recht hat" murmelte ich.
„Hör Mal zu Fräulein......" Begann er gereizt doch ich unterbrach ihn.
„Und wenn man sich angegriffen fühlt weil es stimmt was ich sage wird man lauter. Danke für die Bestätigung" sagte ich ruhig, ohne ihn eines Blickes zu würdugen.
Aus dem Augenwinkel konnte ich sehen, wie sein Kopf sich wieder der Straße zuwandte, er sich aber ein leichtes schmunzeln nicht verkneifen konnte.
„Ich weiß das ich gut bin" sagte ich gespielt arrogant und hob eine Augenbraue.
„Du bist ja auch meine Tochter" antwortete Tony, woraufhin wir doch lachen mussten.

„Dein Zimmer sieht genauso aus wie im Tower, keine Sorge, du wirst dich wie Zuhause fühlen" versuchte er mich zu beruhigen als wir aus der Garage in die Eingangshalle liefen, was mich nur nicken ließ.
Vielleicht hat er Recht und es wird wirklich nicht so schlimm wie gedacht.

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