Der Eindringling

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Ich sitze gerade im Aufenthaltsraum und genieße meine Mittagspause, als mein Handy klingelt und Namjoon's Name auf meinem Display aufleuchtet.
Wenn er mich selbst anruft, dann kann das nichts Gutes bedeuten und unangenehmer Verdacht macht sich in mir breit.

,,Namjoon?", melde ich mich zaghaft. ,,Wie schlimm ist es?"
,,Was habt ihr euch dabei gedacht?", fragt er mit einer Spur Enttäuschung in der Stimme.
Verdammt, man hat uns also erwischt.
,,Hast du schon deine Sozialen Medien gecheckt?", fährt er fort.
,,Nein. Ich lass es am Besten", gebe ich zurück.
,,Julia, das Problem ist nicht nur, dass ihr vor deinem Haus fotografiert wurdet und die ganze Fangemeinde nun weiß wo du wohnst. Es hat dich auch jemand in dem K-Pop-Café entdeckt und fotografiert. Du hattest die gleiche Jacke an."
,,BITTTTE WAAAS?", schreie ich ins Telefon.
,,Es tut mir leid.", sagt er aufrichtig. ,,Man erkennt dein Gesicht auf den Bildern."
Verdammt, verdammt, verdammt.
Mir bleibt die Spucke weg und ich bin für einen Moment sprachlos und Namjoon fragt vorsichtig: ,,Bist du noch dran?",
,,Ja", flüstere ich mit zittriger Stimme.
,,Du musst jetzt Ruhe bewahren, Julia. Da man dich erkannt hat wird es jetzt schwieriger sich eine Story für euch auszudenken, die die Leute auch glauben. Aber Manager Choi schafft das.
Aber, und jetzt hör mir gut zu, du musst dich auf jeden Fall von Jungkook fernhalten. Beende das Ganze, bevor es noch schlimmer wird."
Ich bekomme keinen Ton mehr raus.
,,Julia?", hakt Namjoon nach.
Ich nicke nur mit dem Kopf, was er natürlich nicht sehen kann.
,,Ich nehme dein Schweigen mal als Ja", schlussfolgert er.
,,Namjoon, was mach ich denn jetzt? Die werden doch mein Haus umstellen und warten bis ich rauskomm", ich gerate in leichte Panik.
,,Ich schlage vor, du bleibst das Wochenende über einfach in deiner Wohnung. Bis nächste Woche haben wir eine Lösung und die Welt sieht schon wieder anders aus", versucht er mich zu beruhigen.
,,Okay", gebe ich zurück.
,,Okay", sagt Namjoon sanft. ,,Hör zu, ich muss wieder an die Arbeit. Ich melde mich bald wieder bei dir."
Ich bedanke mich bei ihm und lege auf.
Ich sacke in meinem Stuhl zusammen und vergrabe das Gesicht in meinen Händen.
Wir haben alles nur noch schlimmer gemacht.
Und was ist mit Jungkook? Welche Konsequenzen muss er wegen mir tragen?

Jungkook's POV (ein paar Minuten zuvor) :

Manager Choi steht aufgebracht und wild tobend vor mir.
,,WAS FÄLLT DIR EIGENTLICH EIN?", schreit er mich über den Tisch hinweg an.
Ich nehme die Bilder in die Hand und sehe sie einzeln durch.
Da ist Julia vor ihrem Haus, ich vor ihrem Haus, ich wie ich an ihr vorbei fahre und da ist noch ein Bild.
Julia in einem Cafe, man erkennt ihr Gesicht.
Shit. Ich reibe mir angestrengt die Stirn und überlege fieberhaft, was ich jetzt am Besten sagen soll.
Am Besten nichts, ich halt einfach den Mund.
Manager Choi atmet einmal tief durch und sagt dann ruhig aber bestimmt: ,,Das war's. Du wirst dieses Mädchen nie wieder sehen, das schwör ich dir."
Ich, und jetzt auch Namjoon, sehe ihn erschrocken an.
In mir kocht die Wut hoch und ich schreie zurück: ,,DAS KÖNNEN SIE NICHT MACHEN!"
,,Manager Choi, bei allem Respekt, aber geht das nicht wirklich ein bisschen zu weit?", wirft Namjoon vorsichtig von der Seite ein. ,,Wir haben zwar unsere Vereinbarungen und Verträge, aber es kann nicht sein, dass wir nicht mal mehr unsere Freunde besuchen dürfen. Wir haben auch noch ein Privatleben", fügt er hinzu.
,,Sieht das wie ein einfacher Besuch aus, wenn Jungkook an einem Freitag morgen aus irgendeinem Haus herausstolpert, in dessen Einfahrt sein Auto die ganze Nacht geparkt hat?", gibt Manager Choi trocken zurück.
,,Woher wissen Sie, dass...?", frage ich, doch er unterbricht mich sofort.
,,Tja, wenn ich es weiß, Jungkook. Dann weiß es der Rest der Welt auch. Das Internet ist schnell."
Verdammt, jemand muss mein Auto gestern Abend gesehen haben und ist mir dann wahrscheinlich gefolgt.
,,Wie geht's jetzt weiter?", frage ich nach.
,,Wir müssen uns eine gute Story überlegen. Und hoffen, dass Julia nichts passiert. Namjoon, am Besten rufst du sie später an und sagst ihr was los ist und, dass sie unbedingt zuhause bleiben soll", wendet sich Choi an Namjoon.
,,Warum darf ich das nicht machen?", melde ich mich empört zu Wort.
,,Du machst jetzt gar nichts mehr, Jungkook. Du machst es nur schlimmer. Gib mir deine Handy", fordert er mich auf.
,,Nein", weigere ich mich.
,,Her damit", wedelt er mir zu und widerwillig lege ich ihm das Handy in die Hand.
Er tippt darauf herum und gibt es mir wieder.
,,So, Nummer ist gelöscht."
Mir kippt die Kinnlade herunter. Hat er das jetzt wirklich getan? Hat er jetzt einfach ihre Handynummer gelöscht?
Eigentlich mag ich unseren Manager, aber gerade würde ich ihn am Liebsten erwürgen.
,,Jetzt geht wieder zurück an die Arbeit. Namjoon, du gibst bitte noch Julia Bescheid. Ich treffe mich jetzt mit Herrn Bang. In der Sache müssen wir höhere Geschütze auffahren."
Hilfe, das wird immer schlimmer.
Zusammen mit Namjoon gehe ich zurück in den Probenraum.
Ich habe Schwierigkeiten mich zu konzentrieren, da ich ständig an Julia denken muss, und verpatze die meisten Tanzschritte.
Langsam beginne ich zu realisieren in welcher Gefahr sie sich jetzt befindet und möchte am Liebsten direkt zu ihr fahren, um sie vor den Reportern und den paar seltsamen Fans zu beschützen.
Aber ich muss mich jetzt zusammenreißen und hoffen, dass es ihr gut geht, bevor ich noch einen Fehler mache und die ganze Sache noch mehr anheize.

BTS: Young Forever | JungkookGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt