Männergespräch

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Chishiya

Am Morgen machte ich mich zeitig auf den Weg zur U-Bahn. Ich habe heute zwar frei aber Niragi hat mich gebeten ihn zu helfen. Sie wollen heute die neuen Möbel aufbauen aber sein Vater schafft es wohl nicht mehr so wie er es will.

In der Bahn schrieb ich Rin nochmal.

Chishiya -alles gut bei dir?-
Rin -ja naja... bin gerade auf den Weg ins Krankenhaus zu einer Untersuchung wegen gestern.-
Chishiya -dein Beta HCG wert war zu hoch oder?-
Rin. -woher weißt du das? Hast du wieder in meine Akte geschaut?-
Chishiya -nein. Nennen wir es Intuition. Hast du Angst?-
Rin -ja-
Chishiya -egal was raus kommt wir werden für dich da sein- danach antworte sie nicht mehr.

Was macht man nicht alles für Freunde.
Angekommen, wurde ich herzlichst begrüßt. „Hast du schon gefrühstückt? Wir haben noch etwas, falls du möchtest" bemutterte mich Amaya direkt. „Das ist wirklich lieb aber ich habe schon etwas gegessen bevor ich aus den Haus gegangen bin."

Im Wohnzimmer lagen schon übel Pakete und Werkzeug verteilt. „Guten Morgen. Danke das du mir hilfst. Nimm dir ein Bier vom Tisch denn können wir anfangen." skeptisch sah ich ihn an bevor ich mir wirklich ein Bier nahm und mich zu ihn auf den Boden setzte.

Während er mit der Schrankwand anfing, nahm ich mir ein Sideboard vor. „Wie ging es ihr als sie ankam gestern?" ich legte mir alles zurecht wie ich es brauchen werde. „Sie erschöpft und blass. Irgendwas beschäftigt sie. Aber sie will es mir erst sagen wenn sie mehr weiß." seufzt er, nebenbei baut er den ersten Schrank auf.

Ich nickte nur auf seine Aussage. Eine ganze Weile arbeiteten wir ruhig vor uns hin, nur die Musik aus dem Radio war zu hören. Als ich Niragi half ein größeres Teil zu befestigen durch Beach ich die Stille.

„Kuina hat mir letztens erzählt das eine Freundin von ihr schwanger ist, jetzt zerbricht sie sich ein Kopf weil sie auch gerne Kinder hätte aber ja selber keine bekommen kann." ich seufzte. „Da hat sie mich gefragt ob ich Kinder will später" ich fang mir ein belustigten Blick von ihm ein.

„Du und Kinder?" er lachte. „So hab ich auch reagiert. Wobei ich Kinder nicht schlecht finde. Aber ich könnte mir nicht vorstellen jetzt eins zu bekommen, mal ganz davon abgesehen das die Frau dazu fehlt" ich schmunzelte. „Wie siehst bei dir aus? Habt ihr schon über Familienplanung geredet?"

„Ah shit! Mann ey!" meckerte er als er sich mit den Hammer auf den Finger geschlagen hat. „Ja wir haben mal darüber geredet..." er nahm sich sein Bier und sah mich jetzt an. „ aber wir sind uns einig das wir beide zu kaputt sind um welche zu bekommen. Vielleicht in ein paar Jahren wenn sich alles gelegt und komplett normalisiert hat. Aber derzeit wollen wir beide keine. Außerdem wie soll das funktionieren? Ich zieh einfach mit in die Wg und leben zu dritt in einen Zimmer?" lachte er.

„Also würdet ihr ein Kind abtreiben wenn sie schwanger werden würde?" sein Lachen verstummte. „spinnst du jetzt total? Natürlich nicht. Ja klar es wäre nicht gewollt aber irgendwie würden wir es schon hinbekommen. Müssten wir ja denn auch." er sah nachdenklich zu mir. „Und du? Würdest du jetzt jemanden ficken und sie sagt dir das sie von dir schwanger ist, würdest du wollen das sie es abtreibt?" ich schüttelte den Kopf. „Nein"

Wir bauten eine Weile weiter. Zum Mittag hatten wir das gröbste geschafft. Nachher würde die neue Couch kommen die wir noch rein bringen müssen und ein paar Regale anbringen. Denn sind wir durch. „Chishiya? Ich brauche mal deinen Rat" ich zog eine Augenbraue hoch.

Er ging kurz nach oben und ließ mich verdutzt im Wohnzimmer stehen. Es dauerte nicht lange bis er wieder runter zu mir kam. Er drückte mir ein rotes Schmuckkästchen in die Hand. „Was denkst du? Könnte er ihr gefallen?"

Als ich ihn öffnete, lag darin ein filigraner silberner Ring mit einen schwarzen Diamanten der auf jeder Seite von zwei kleinen klaren Diamanten eingerahmt wurde. Erstaunt sah ich von dem Ring zu ihm. „Und? Was sagst du?" ich schluckte bevor ich ihm antworten konnte. „So viel Geschmack hab ich dir gar nicht zu getraut."

Mit einen grinsen gab ich ihm die Schachtel zurück. „ du hättest auch ein Ring aus dem Kaugummi Automaten holen können und sie würde ihn tragen als wäre es das wertvollste der Welt. Einfach weil er von dir kommt. Aber sie wird ihn lieben."

Ich sah den Stolz in seinen Augen aufblicken. „der schwarze Diamant steht für  Leidenschaft, Energie aber auch Autorität und macht. Alles Dinge die unsere Beziehung ausmachen. Sie hat die macht meine Freude am Leben zu zerstören, wir beide sind sehr autoritäre Menschen die es lieben die Macht zu haben. Genauso ist es die Leidenschaft und Energie du und aneinander bindet" bewundernd betrachtete ich ihn. „Du hast die ja wirklich richtig nen Kopf gemacht. Wann fragst du sie?" er nahm ein Schluck vom Bier.

„Ihre Erinnerungen werden stärker, sie schreibt es mittlerweile alles auf. Sie möchte ein Buch über unsere Zeit im Borderland wie sie es nennt, schreiben. Da hat sie mir erzählt das ich sie mit in eine Therme genommen habe. Dort habe ich für ein Wochenende ein Zimmer gebucht. Da werde ich sie fragen. Das wäre nächstes Wochenende. Ich hatte schon Angst das die Op dazwischen kommt. Aber sie wurde ja vorübergehend abgesagt"

Wow. Ich hätte nicht von ihm gedacht das er sich so einen Kopf machen kann. Niragi ist ein recht impulsiver Mensch und plant selten etwas sondern entscheidet alles spontan. Das er alles bis ins kleinste Detail durch gedacht und geplant hat zeigt mir das es ihm ernst ist.

„Ich weiß wir sind noch nicht so lange zusammen aber ich habe das Gefühl als wäre es schon so viel länger. Ich bin wahrscheinlich egoistisch aber ich will sie nicht mehr hergeben und sie für immer an mich binden" ighitt wie kitschig. Aber ich kann ihn verstehen. Ich würde sie auch nicht mehr gehen lassen wollen.

Als sein Handy klingelt schaut er rauf und seine gute Laune schien wie weggewischt. Als ich fragen zu ihn rüber sah, zeigt er mir eine Nachricht von Rin.

-Wir müssen reden! Heute Abend, bei mir-

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