// Wincent// nächster Tag//
Der vergangene Abend war aufgrund der vielen Ereignisse, von denen Mila mir erzählt hatte für sie psychisch ziemlich anstrengend gewesen.
Daher ließ ich sie am nächsten Morgen noch ein wenig länger schlafen, während ich mich in passende Kleidung schmiss, um laufen zu gehen. Dabei bekam ich den Kopf immer am besten frei. Auch für mich waren die gestrigen Gespräche nicht einfach gewesen.
Mila hatte in den letzten Jahren viel durchmachen müssen. Vor allem die Entscheidung, je doch noch eigene Kinder zu bekommen vom Schicksal abgenommen zu bekommen, war das Schlimmste für sie.
Doch wenn ich eines wusste, dann, dass ich diese Frau so sehr liebte, dass es weh tat und, dass wir alles zusammen durchstehen würden.
Nach ca. 10 zurückgelegten Kilometern legte ich auf dem Rückweg noch einen Zwischenstopp beim Bäcker ein und besorgte uns Frühstück.
Als ich bei Mila wieder ankam, vernahm ich bereits im Flur ihrer Wohnung den Duft nach frischem Kaffee und gebratenen Eiern - das war wohl Gedankenübertragung.
Ich zog schnell meine Schuhe im Eingangsbereich aus und schlich mich leise in die Küche, ehe ich Mila von hinten umschlang und meinen Kopf an ihren Hals anschmiegte. "Guten Morgen, schöne Frau", raunte ich ihr zu. Sie lächelte in sich hinein, während ich kleine Küsse auf ihrem Hals verteilte. "Guten Morgen", erwiderte sie, während sie sich geschickt in meiner Umarmung umdrehte, sodass wir uns gegenüber standen und in die Augen sehen konnten. Langsam strich ich ihr eine losgelöste Strähne aus dem Gesicht und verlor mich dabei in ihrem Blick. Mila entlockte das ein Grinsen, "Was ist?". "Ich liebe dich, Mila", und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. "Ich liebe dich auch, Wince", konnte sie gerade noch erwidern, bevor ihr Magen ein großes Knurren von sich gab, was mir ein sehr lautes Lachen entlockte. "Lass uns frühstücken, bevor du mich noch auffrisst." Ich zog sie mir Richtung Esstisch. "Ha,ha!"
Wir frühstückten ausgiebig und in aller Ruhe, bevor Mila noch kurz ein paar Dinge erledigen musste und kurz zur Agentur. Ich räumte noch die Küche auf, ehe ich mich nach oben begab, um zu Duschen und meine Sachen zu packen, da es ja bereits am Nachmittag für uns nach Hamburg ging.
Während ich mir noch die Haare trocknete, war ich auf dem Weg in Milas Zimmer, um dort aus meinem Fach in ihrem Kleiderschrank ein frisches T-Shirt zu nehmen. Ich öffnete den Schrank und ohne weiteres viel mir eine kleine Box vor die Füße. Zuerst nahm ich mir ein Shirt und streifte es schnell über, ehe ich die Box aufhob, um sie wieder an ihren Platz zurückzulegen. Doch die Box auf der Seite gelandet, der Deckel daneben gefallen und der Inhalt lag daneben. Es waren verschiedene Kleinigkeiten. Ich schenkte den Dingen anfangs wenig Aufmerksamkeit, während ich alles sorgsam in die Box zurücklag. Erst beim Aufräumen des kleinen Missgeschicks viel mir auf, was alles aus der Box gefallen war. Einige Fotos von Mila und Lars, ein Schlüsselanhänger, kleine Söckchen. Ich dachte mir nicht viel dabei. Jeder hat seine kleine Erinnerungskiste - auch ich, daher konnte ich nicht böse sein auf Mila. Doch dann vielen mir ein Ultraschallfoto und der Schwangerschaftstest in die Hand, laut Beschriftung des Fotos, waren es die Erinnerungen von damals. Ich weiß nicht wie lange ich dort mit dem Bild in der Hand saß und es betrachtete. Irgendwann stand Kathi in der Tür und suchte nach Mila. "Oh", sie erschrak, als sie mich auf dem Boden sitzend vorfand. Schnell räumte ich alles wieder ein. "Wincent, alles gut?", fragte Kathi mich, während ihr Blick meiner Handlung folgte. Dieser verriet mir, dass sie alles genau mitbekommen hatte. "Du hast die Box gefunden, oder?" Ihre Aussage lies mich ertappt aufblicken. "Sie hängt noch sehr daran, oder? Ich meine an der Zeit, dem Geschehenen?", flüsterte ich, den Blick auf den Boden gerichtet. Es tat weh, all das zu sehen, insbesondere mit dem Erzählungen vom letzten Abend. Kathi kam langsam auf mich zu und setzte sich neben mich. "Ja und nein", flüsterte sie ebenfalls. "Sie hängt weniger an der Zeit mit Lars. Viel eher ist es das Trauma um die Schwangerschaft und das Ende davon. Dass sie nie mehr selbst Kinder bekommen kann, sitzt immer noch tief. Dass ich hier dann auch noch schwanger rumlaufe, macht die Sache nicht einfacher." Ich weiß nicht wann es passierte, aber einzelne Tränen hatten sich den Weg über meine Wangen gesucht.
DU LIEST GERADE
An Wunder
FanfictionZwei Beziehungen, die zerbrechen. Zwei irgendwie ähnliche Geschichten. Sie die Betrogene, er der Verlassene. Eine schicksalhafte Begegnung für zwei jungen Menschen, die selbst noch nichts davon ahnen. Und so nimmt die Geschichte von Emilia und Win...
