Kapitel 1

1.6K 60 9
                                        

*Hailie Pov*

"Was?!", hallte mein entsetzter Schrei durch das ganze Haus. "Hailie Maus, versteh doch bitte", versuchte meine Mutter mich zu beruhigen,"in Las Vegas wird es dir bestimmt genauso gut gefallen wie hier und der Job ist für uns sehr wichtig." Meine Mutter und mein Vater arbeiteten zusammen als Geschäftsführer und nun hatten sie eine neue Firma in Las Vegas gekauft. Dort wollten sie nun mit mir hinziehen, doch dies kam für mich gar nicht in Frage, schließlich hatte ich doch hier alles was ich brauchte. Verwandte, Freunde und am wichtigsten meinen besten Freund Jason. Jason... Ihn würde ich garantiert nicht hier zurücklassen! Meine Eltern wussten wie stur ich war, aber sie saßen nun mal am längeren Hebel, sodass ich letztendlich doch immer das machen musste, was sie von mir verlangten. "Aber was ist dann mit Jason?", warf ich ein und wartete ungeduldig auf die Antwort meiner mum, doch da kam keine. Sie schaute mich nur aus ihren grün grauen Augen an, wobei man ihr ansah, dass sie krampfhaft nach einer Antwort suchte. Allerdings gab es keine. Das war auch der Grund, warum sie nicht antwortete und das wusste sie genauso gut wie ich. aber was sie wusste war dass mir Jason verdammt wichtig war und es auch für immer bleiben würde. "Siehst du? Du weißt es selber nicht! Ich werde hier nicht weggehen! Ich bleibe bei Jason! Es ist mir so scheißegal, was ihr davon haltet. Es ist schließlich mein beschissenes Leben!", schrie ich sauer, aber doch sehr entschlossen. "Achte auf deine Sprache Fräulein!", brachte meine Mutter zuerst ein, bevor sie auf meine Aussage zu sprechen kam," Du wirst mitkommen! Ist das klar? Du bist 16 und solange du noch nicht volljährig bist und noch bei deinem Vater und mir lebst, bestimmen wir, wohin du mitkommst und wohin nicht!" Das war's... Wenn meine Mutter so wütend wurde konnte sie gar nichts mehr von ihrer Meinung abbringen. Aber konnte man das vorher überhaupt? Eher nicht... "Ihr seid so fies!", rief ich sauer, drehte mich auf dem Absatz um und verschwand schnell aus der Tür. Mit schnellen Schritten lief ich durch die von dem Sonnenuntergang in einen rötlichen Schein getränkten Straßen zu einem schönen Park. Die ganze Wut, die ich in mir hatte, verwandelte sich plötzlich in reine Traurigkeit. Im nächsten Moment bildeten sich schon die ersten Tränen in meinen Augenwinkeln, die sofort darauf auch schon den Weg über meine Wange suchten und so bis zu meinem Kinn rollten. Dort tropften sie auf die Asphaltdecke der Straße, auf der ich lief. Nach einer gefühlten Ewigkeit, die vielleicht gerade mal 5 Minuten war, kam ich in dem Park an, durch den ich auch sogleich lief. Schnell suchte ich die kleine Geheimwiese von Jason und mir auf, wo ich dann sofort zu der alten Eiche lief, unter der wir immer saßen. Jason hielt sich eigentlich immer hier auf, da er nicht gerne bei sich zuhause war. Sein Schicksal ist nämlich nicht schön. Als er noch ganz klein war, machte sich sein Vater aus dem Staub und ließ Marie - Jason's Mutter - mit Jason alleine. Allerdings starb diese bei einem Autounfall, als Jason 7 Jahre alt war. Nun wohnt er bei seinen Großeltern, doch diese konnten auch nicht mehr allzu lange für ihn sorgen, da sie selber bald versorgt werden mussten. Aber ich komme vom Thema ab. An dem Baum war Jason nicht in Sicht, doch der Baum hatte einen breiten Stamm, sodass er auch auf der anderen Seite sitzen konnte. Aus diesem Grund setzte ich mich wieder in Bewegung und lief einmal um den Baum herum um festzustellen, dass Jason wirklich dort saß. Zuerst bemerkte er mich gar nicht, da er ganz offensichtlich in Gedanken versunken war und auf den Boden starrte. Nach einer Weile, in der ich ihn nur ansah, bemerkte er mich und hob seinen Blick. Er trug sein typisches warmes und herzliches Jason-Lächeln auf den Lippen, doch es verwandelte sich schlagartig in einen besorgten Gesichtsausdruck, als er sah, dass ich weinte. Mit einem Satz stand er auf und schon lag ich in seinen starken muskulösen Armen. "Was ist los Maus?", fragte er mich besorgt. Ich wickelte meine Arme um seine Mitte und legte meinen Kopf auf seiner Schulter ab, wobei ich mein Gesicht in seiner Halsbeuge vergrub und stark weiter weinte. "Meine Eltern wollen nach Las Vegas ziehen", murmelte ich unter Tränen gegen seinen Hals und hoffte einfach dass es nicht zu undeutlich war. Da mein Gesicht an seinem Hals lag, bemerkte ich wie er schluckte. Ich wusste, dass er genauso sehr dagegen war wie ich, doch er rastete nicht direkt aus, sondern versuchte mich zuerst einmal zu trösten, da ich kurz darauf eine Hand an meinem Hinterkopf vernahm, die sanft durch meine Haare strich. ''Sch.. Du weißt, dass ich das genauso scheiße finde wie du, doch wir können beide an der Situation nichts ändern, also können wir uns einzig und allein versprechen uns nicht aus den Augen zu verlieren." Was er sagte war in jeder Hinsicht wahr, aber ich konnte und wollte nicht akzeptieren, dass meine Eltern Jason und mich auseinander rissen.

You found me *slow updates*Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt