Kapitel 19

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Meine mehr oder weniger gute Laune, war allerdings nicht von Dauer. Am nächsten Tag wachte ich Schweiß gebadet auf und saß auch schon senkrecht im Bett. Natürlich bemerkte Sam das wie immer nicht.. Meine Augen richteten sich zuerst auf die Uhr, die mir anzeigte, dass es erst 4 Uhr war. Langsam legte ich mich wieder zurück, wobei ich versuchte mir einzureden, dass es wirklich nur ein Alptraum war. Aber es hatte sich dennoch so real angefühlt.

Jason stand wie aus dem nichts plötzlich vor meinem Bett und beobachtete mich. Als ich meine Augen öffnete, da ich eh wach war, sah ich in zwei dunkelbraune Augen, die ich in der Dunkelheit auch nur deshalb erkennen konnte, weil er meinem Gesicht relativ nah war. Es fiel mir nicht schwer zu wissen, wer dort stand. Aber was machte er hier? Wo kam er her? Was wollte er? Ich öffnete meinen Mund um etwas zu sagen, doch er schnitt mir das Wort ab. "Ich kann nicht glauben, dass du dich auf den eingelassen hast! Ich habe dir so oft gesagt du sollst vorsichtig mit Jungs sein, aber wie ich sehe interessiert dich das nicht! Er ist nicht gut für dich, du weißt nicht, was für Dreck er am stecken hat! Ich dachte du bist schlau und lässt dich nicht auf sowas ein!" Er schüttelte enttäuscht den Kopf, sein Blick lag dabei immer noch auf mir, doch ich konnte ihn nicht wirklich deuten. Was meinte er? "Aber ich hab ihn doch nur einmal gesehen." Auch wenn er keinen Namen aussprach, war mir klar, dass er von Jaden sprach."Ach ja? Das sehe ich aber anders. Warum lügst du mich an?!", zischte er mir ziemlich gefährlich zu und zeigte dabei auf die Bettseite neben mir. Dort lag nicht wie gewöhnlich Sam, sondern Jaden. Er schien aber gar nichts hiervon mitzubekommen. Wie war der denn hier hin gekommen? Eben lag definitiv noch Sam neben mir! "Aber.. Eben.. Eben war er noch nicht hier", stotterte ich ziemlich verwirrt, doch er stellte sich kopfschüttelnd wieder aufrecht hin und drehte sich um. "Ich hab's dir gesagt, aber du willst ja nicht hören. Ich verschwinde." So plötzlich, wie Jason gekommen war, war er auch wieder weg. Immer noch ziemlich verwirrt schaute ich mich um, doch weder von Jason war eine Spur noch von Jaden. Und wo war er jetzt hin? Ohne weiter nachzudenken sprang ich auf und lief runter auf die leere Straße vor dem Hotel. Es war unheimlich, da hier immer was los war, selbst wenn es nur ein Auto war, doch jetzt war hier nichts. Kein Mensch, kein Auto, nicht mal eine Taube war hier. Doch plötzlich sah ich jemanden vorbei huschen, was mir direkt einen kalten Schauer über den Rücken laufen ließ. Schon wieder standen wie aus dem nichts zwei Augen vor mir, die mich kalt und gefährlich anstarrten und im nächsten Moment fiel ich ins Schwarze Nichts.

Es war der Moment, in dem ich aufwachte. Was hatte es mit dem Traum auf sich? Und war es Jason, der zuletzt vor mir stand? Ich hatte keine Ahnung, aber wollte ich mir da wirklich weiter Gedanken drüber machen? Eigentlich hatte ich doch sowieso schon mit Jason abgeschlossen, schließlich wollte er doch eh nichts mehr von mir wissen. Außerdem hatte ich, wie es anscheinend in dem Traum war, nichts mit Jaden. Wir kannten uns seit einem Tag und ob wir uns wirklich je wieder sehen würden war auch fraglich.

Seufzend und mit den Gedanken ganz weit weg, schloss ich wieder meine Augen und versuchte einzuschlafen.

Später am Morgen wachte ich wieder durch einen Alptraum auf. Es war genau der selbe, wie der, den ich eben schon hatte. Zudem wachte ich an genau der selben Stelle auf, an der auch wieder genau dasselbe passierte. Ich fiel ins schwarze Nichts.

Während ich langsam wieder zu einer normalen Atmung gelangte, wischte ich mir die Schweißperlen von der Stirn. Wieder schaute ich mich um. Nach wie vor lag - zum Glück - Sam neben mir und schlummerte. Ich wollte aber nicht wieder schlafen. Was war wenn ich den Traum wieder hätte? Langsam stand ich auf und schlürfte in die Küche, wo ich mir einen Latte Macchiato machte und mich letztendlich damit auf die Couch im Wohnzimmer setzte. Damit es hier nicht ganz so still war, schaltete ich den Fernseher an und schaute einfach irgendwelche uninteressanten Nachrichten auf BBC.

Nach einer Weile wurde ich hellhörig, als die Nachrichtensprecherin begann über Jason zu sprechen. Er hatte wohl ein Mädchen entführt. Dabei handelte es sich um die Tochter eines reichen und angesehenen Bankers, der nun erpresst wurde. Jedoch nicht von Jason selber sondern von einem weiteren im Hintergrund stehenden Mann, für den Jason das arme Mädchen wohl entführt haben soll. Außerdem soll er einen Mann bei einem Überfall im Supermarkt getötet und einen anderen ins Koma geprügelt haben.

Kopfschüttelnd schaltete ich den Fernseher ab. Mir war die Lust darauf echt vergangen. Wie konnte man nur zu so einem gefühllosen und kalten Verbrecher werden? Dabei war er doch damals das komplette Gegenteil. Lag es vielleicht daran, dass ich weggezogen bin? War ich vielleicht der Grund für seinen Sinneswandel? Nein, das konnte nicht sein. Das war es sicherlich nicht. Das hatte er sich selbst zuzuschreiben und ich hatte rein gar nichts damit am Hut!

Als ich mir das so einigermaßen eingeredet hatte saß auch schon Sam mit einem Orangensanft neben mir. Sie schaute mich einfach nur an, bis ich sie ebenfalls richtig ansah. "Morgen", gab sie zwischen den Schlücken von sich, also erwiderte ich es. "Alles okay?" Sie zog dabei, wie immer wenn sie etwas wissen wollte, eine ihrer Augenbrauen in die Höhe und schaute mich such dementsprechend fragend an. Natürlich wollte ich ihr nicht unnötig Sorgen bereiten, also nickte ich nur. "Klar, alles in Ordnung." "Gut, dann gehe ich uns jetzt mal frühstück machen." Somit schloss sie das Thema ab und ging zurück in die Küche um dort für uns beide Frühstück vorzubereiten.

Ich starrte nur den schwarzen Bildschirm an und dachte wieder nach. Jedoch merkte ich schnell, dass mich das nur herunterzog, also zwang ich mich, über etwas positives nachzudenken. In nicht mal mehr einem Jahr, vielleicht noch ein halbes Jahr, hatte ich meinen Abschluss und ich könnte anfangen zu studieren. Da mich Mode und sowas schon immer interessiert hatte, wollte ich irgendwas in die Richtung studieren. Doch am liebsten wollte ich schon ziemlich lange Model werden und das würde ich dann auch mal in Angriff nehmen.

Nach vier Tagen, war die Zeit hier in New York auch leider schon wieder vorbei und wir würden zurück nach Las Vegas fliegen. Mit Jaden hab ich nur ein paar Nachrichten geschrieben, mehr leider nicht. Bei seinem Kumpel und Sam, war aber auch nicht wirklich mehr passiert, außer dass die beiden mal telefoniert haben.

Den Traum hatte ich auch noch öfters, vielleicht vier Mal oder so, davon auf jeden Fall zwei in der folgenden Nacht, in der ich ihn das erste mal hatte. Ich fand es ziemlich gruselig und deuten konnte ich ihn ebenfalls nicht, doch seit einer Nacht konnte ich wieder ruhig und ohne Alptraum schlafen, also hatte ich erst mal Hoffnungen, dass das auch so bleiben würde.

Wir wurden gerade damit fertig unsere Koffer zu packen, als es auch schon knapp wurde. Unser Flieger ging um 10:23 Uhr und wir hatten nun halb 9. ein letztes mal, schauten wir uns in der ganzen Suite um, ob wir nicht noch was vergessen hatten und genossen natürlich auch noch mal diesen Anblick. Nachdem wir festgestellt hatten, dass wir nichts vergessen hatten einzupacken, machten wir uns mit unseren Koffern auf den Weg nach unten in die Lobby. Während ich dort auscheckte, lud Sam unsere Koffer schon mal mit dem Taxifahrer in den Kofferraum. Ich kam nach und schon ging es los zum Flughafen.

Dort angekommen bezahlten wir und brachten unsere Koffer zur Gepäckabgabe. Danach checkten wir ein und suchten unser Gate. Allerdings setzten wir uns noch nicht hin, da wir noch knappe 30 Minuten Zeit hatten, also gingen wir noch in die paar Läden, die sich dort befanden.

Erst als unser Flug aufgerufen wurde, gingen wir zurück und stiegen dann ins Flugzeug. Wir hatten zwei Plätze nebeneinander, ziemlich mittig, sodass wir auf eine der Tragflächen sehen konnten. Sobald wir in der Luft waren, stöpselte ich mir meine Kopfhörer in die Ohren und ließ mein derzeitiges Lieblingslied laufen. All of me von John Legend. Dabei schlief ich auch schnell ein, sodass ich nicht viel von dem Flug mitbekam.

You found me *slow updates*Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt