Kapitel 12

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*Hailie Pov*

Als es klingelte lief ich die Treppe runter und öffnete die Tür. "Heeey", quietschte Sam sofort und umarmte mich. "Hey Sam." Lächelnd erwiderte ich ihre Umarmung und zog sie dann an der Hand rein. Drinnen sah sie sich staunend um. Gefiel es ihr oder war ihr das alles zu viel? Da meine Eltern viel verdienten, konnten wir uns sowas hier auch leisten und dementsprechend bekam ich auch viel Taschengeld, was ich für schöne Sachen ausgeben konnte. Aber ich war kein Stück verwöhnt! Als ich kleiner war, hatten wir nicht wirklich viel Geld und dementsprechend war ich auch sparsam mit meinem Geld, sodass ich am Ende jeden Monats noch etwas übrig hatte. "Wow, es ist so... Groß und einfach riesig und so schön eingerichtet", meinte Sam dann und sah sich weiter staunend um. "Freut mich, dass es dir gefällt", gab ich nur zurück und sah ihr zu wie sie sich einzelne Dinge anschaute. "Was ihr euch alles leisten könnt! Unser Haus ist nicht mal halb so groß!", behauptete sie. "Ach so groß ist das nicht", wank ich ab. "Meine Eltern arbeiten viel und sie haben einen nicht gerade schlechten Beruf. Damals waren wir auch nicht wirklich Reich, das war eben Glück, dass sie diese Firma übernehmen konnten." Sie nickte und wandte sich dann wieder mir zu. "Und wo ist dein Zimmer?" So hatte ich Sam kennen gelernt. Verdammt neugierig! "Komm mit, ich zeig's dir!" Sie nickte und folgt er dann, die Treppe nach oben in mein Zimmer. Auch in diesem sah sie sich staunend um. "Wow!" Mehr brachte sie nicht heraus, sondern sah sich weiter um. "Omg ist das schön." Sie ließ sich auf mein Bett fallen und sah dann zu mir. Ich kicherte. "Also ich fand mein altes persönlich besser, aber das ist auch nicht schlecht." Sie sah mich entgeistert an. "Nicht schlecht?! Es ist perfekt!" Grinsend schüttelte ich den Kopf. Wie süß! "Kommen wir zum wesentlichen zurück, warum ich auch eigentlich hier bin. Du wolltest Jason anrufen." Seufzend senkte ich meinen Blick. "Du traust dich nicht, oder?" Sie wusste sofort was ich hatte. "Nein.." "Dann muss ich wohl.. Für dich anrufen!", beendete sie ihren Satz nach ein paar Sekunden stille, sprang auf und griff schnell nach meinem Handy welches dummerweise ungesperrt auf meinem Nachttisch lag. "Nein!" Ich sprang ebenfalls auf und versuchte ihr mein Handy abzunehmen, doch es war schon zu spät. Sie hatte Jason bei meinen Kontakten gefunden und auf Anrufen gedrückt. Damit ich jetzt nicht auflegen konnte, hielt sie das Handy hoch in die Luft und da ich nicht größer war als sie, kam ich auch nicht daran. Erst als Jason sich meldete gab sie mir mein Handy zurück und mein Herz fing schneller an zu schlagen als ich seine Stimme hörte.

*Jason Pov*

Ich saß noch immer im Wald, starrte in irgendeine Richtung und bewegte mich nicht. Zwischendurch schaute ich den Jungen an, der bewusstlos vor der Bank lag. Ich hatte es schon wieder getan.. Ich hatte jemanden geschlagen. Mehrfach. Bis er bewusstlos war. Was ist nur los mit mir? Ich glaube, dass diese Trennung von Hailie, mir echt nicht gut tut, doch sie wollte bestimmt nichts mehr mit mir zu tun haben. Wenn ich ihr erzählen würde was ich gemacht hab erst recht nicht mehr.. Wahrscheinlich wäre das aber auch besser.. So wie ich mich gerade verhielt.. Ich könnte ihr weh tun oder... Ach ich weiß es selbst nicht. Ich erkannte mich selbst nicht wieder.

Plötzlich klingelte mein Handy, was mich zusammenzucken ließ. Langsam zog ich es aus meiner Hosentasche hervor und blickte mit Erstaunen auf das Display. Es war Hailie. Wie kam sie dazu mich anzurufen? Ich dachte ernsthaft sie wollte nichts mehr mit mir zu tun haben. Vielleicht hatte ich mich ja doch getäuscht und sie hatte nur noch keine Zeit anzurufen? Schnell nahm ich ihren Anruf an und hielt mir das Handy ans Ohr, mit dem Blick auf den Typen gerichtet. "Ja?" "Jason?", fragt eine leise Stimme, die ich natürlich sofort erkannte. Hailie. "Hails?", antwortete ich darauf ebenso leise. "Hey.." Sie sagte nichts mehr, aber ich konnte schon in ihrem 'Hey' eine gewisse Angst vernehmen. Hatte sie Angst vor mir oder vor meiner Reaktion? Ich hatte keine Ahnung um ehrlich zu sein. "Wie geht es dir Sweety?" "Es geht.. Und dir?" "Naja, könnte auf jedenfalls besser sein", seufzte ich und sah mich um. Niemand war weit und breit zu sehen. Gut so. Aber trotzdem sollte ich langsam von hier weg. "Wie ist es so.. Ohne mich?", fragte sie mich dann vorsichtig. "Total komisch.. Ich vermisse dich verdammt Maus.." Während sie entgegnete, dass ich ihr auch fehlte, vernahm ich ein 'Aww' im Hintergrund. "Sam!", zischte Hailie, worauf sich eine Mädchenstimme entschuldigte. "Ich höre, du hast schon eine Freundin gefunden?", fragte ich und konnte einfach nicht anders als leicht zu lächeln. "Ja, Sam." "Heeey", hörte ich diese Sam kichern, also begrüßte ich sie ebenfalls. "Das freut mich echt", gab ich zu und strich mir durch die Haare. "Und was ist bei dir? Was ist mit Lynn?" "Lynn hängt seitdem du weg bist nur noch mit anderen ab und ich.. Naja, ich bin fast nur noch alleine.." "Oh... Das tut mir leid Jason.. Ich.." Ich unterbrach sie. "Es ist okay. Ich möchte gar nichts mit denen machen, ich bin lieber für mich allein." "Na wenn du meinst.."

Plötzlich hörte ich Schritte. Ich musste schnell hier weg, bevor die mich bei dem Bewusstlosen Typen hier sehen. "Du, ich hab ganz schön scheiße gebaut, ich ruf dich gleich zurück!", somit legte ich schnell auf und packte mein Handy weg, bevor ich aufsprang und einfach loslief. Dabei hörte ich ein paar Stimmen, die zueinander sprachen. Sie hatte. Den Typen gefunden, mich aber zum Glück nicht gesehen. Mindestens drei Anrufe bekam ich auf dem Heimweg, auf die ich aber alle nicht einging und mein Handy in meiner Hosentasche ließ. Zuhause ließ ich mich außer Atem auf mein Bett fallen. Genau in dem Moment, klopfte es und meine Grandma kam herein. "Da bist du ja! Wir haben uns schon Sorgen gemacht. Geht es dir gut?", fragte sie mich besorgt. Es war echt nicht meine Absicht meine Großeltern in Sorge zu versetzten, also stand ich auf und umarmte sie. "Mir geht es gut, keine sorge Grandma", beruhigte ich sie. "Na dann ist ja gut. Hast du Hunger oder möchtest du was trinken?" "Nein danke." Sie nickte und verließ mein Zimmer wieder. Sobald die Tür geschlossen war, ließ ich mich wieder aufs Bett plumpsen und seufzte. Dabei schaute ich auf die Fotos von mir und Hailie, die auf meinem Schreibtisch standen. Noch eine Woche, dann habe ich Geburtstag und werde endlich 17. Das wird der erste Geburtstag, den ich ohne Hailie feiern muss und ich kann jetzt schon sagen, dass es wohl mein schlimmster Geburtstag sein wird. Erst jetzt vernahm ich, dass mein Handy zum gefühlten Hundertsten mal klingelte, also nahm ich wieder ab. "Ja?" "Oh Gott Jason! Dir geht es gut!", rief eine besorgte und gleichzeitig erleichterte Hailie in den Hörer. "Ja, bei mir ist alles klar, was sollte auch sein?"

*Hailie Pov*

"Was sein soll? Du hast eben gesagt du hast scheisse gebaut und hast dann einfach aufgelegt. Ich hab gedacht sonst was wäre passiert", erklärte ich ihm. Natürlich machte ich mir Mega sorgen, wenn er meint 'Ja ich hab scheisse gebaut.' Ich weiß ja schließlich nicht was passiert ist und was generell gerade los ist. Er wank jedoch einfach nur ab und versuchte das Thema so schnell wie möglich zu beenden. Komisch, so war er sonst nie.. "Jason was ist los? Du verhältst dich so komisch.." "Es ist wirklich nix, versprochen!" Ich glaubte ihm kein Wort, doch was konnte ich anderes tun, als es einfach dabei zu belassen? Er würde es mir jetzt eh nicht sagen.

Nach weiteren 10 Minuten beendeten wir das Gespräch. Die ganze Zeit war er total komisch, aber ich wollte nicht weiter nachhaken, also beließ ich es nun einfach dabei. "Und?", fragte Sam nun gespannt, also erzählte ich ihr knapp worüber wir so gesprochen hatten. Sie meinte, dass es sie freute, dass wir nun wieder Kontakt hatten, wobei ich mich jedoch fragt, wie lange das halten würde. So gut wie jede Fernbeziehung geht früher oder später in die Brüche, da kann diese Freundschaft oder Partnerschaft noch so gut sein.

Um mich abzulenken, ließ ich das Thema nun auch fallen und fragte Sam, was wir nun machen sollten. Letztendlich entschlossen wir uns dazu einen schönen Filmabend zu machen. Dafür nähern wir den Film so ziemlich beste Freunde und pflanzten uns in meinem Zimmer mit Chips und Cola auf mein Bett.

Nach dem Film war es bereits spät und Sam musste nach Hause, also brachte ich sie noch bis unten zur Tür und verabschiedete mich dann mit einer Umarmung von ihr. Danach räumte ich noch schnell alles wieder fein säuberlich weg, damit meine Eltern keinen Anfall bekommen würden, wenn sie heim kamen. Die beiden hassen Unordnung und auch wenn ich nicht gerade die ordentlichste bin, will ich das lieber nicht miterleben, wenn meine Eltern wegen der Unordnung ausrasten. Damit fertig ging ich ins Bad. Dort duschte ich schnell, putzte mir dann die zähne und schminkte mich ab, bevor ich mir meinen Pyjama anzog und mich in mein kuscheliges Bett legte. Schnell nahm ich mir nochmal mein Handy und checkte Instagram, Twitter und Facebook, loggte mich dann aus und stellte mir einen Wecker für den morgigen Tag. Dann legte sperrte ich es wieder und legte es auf meinem Nachttisch ab, bevor ich mich unter die Decke kuschelte und die Augen schloss. So müde wie ich war, schlief ich dann auch nach ein paar Minuten ein.

You found me *slow updates*Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt