Vier Monate später brach der Kontakt zu Jason komplett ab. Die letzten Woche hatte er sich schon nur noch kurz per SMS gemeldet. Nun gar nicht mehr.
Er schrieb nicht mehr, rief nicht an und sonst hörte ich auch nichts mehr von ihm. Ich versuchte immer wieder ihn anzurufen, doch er ging nicht dran oder drückte mich weg. Mittlerweile kam immer die Nachricht, dass die Nummer nicht mehr vergeben war. Hatte er wirklich seine Nummer geändert? Wie soll ich ihn denn jemals wieder erreichen?
Als ich damals noch in Los Angeles gewohnt hatte, war er derjenige, der diese Fernbeziehung unbedingt probieren wollte. Ich verstand das nicht.
Wie mittlerweile jeden Tag, lag ich nach den Hausaufgaben nur noch lustlos auf meinem Bett und starrte die Decke an. Mein Bett war mittlerweile mein bester Freund und an die Decke starren mein neues Hobby. Tja, wie man sich durch so einen Verlust verändern konnte, war mir auch nicht bewusst..
Ich hörte wie die Tür geöffnet würde und jemand in mein Zimmer kam. Meinen Eltern hatte ich noch nichts davon gesagt, dass ich keinen Kontakt mehr zu Jason habe. Sie waren es ja auch zum größten Teil schuld, schließlich wollten sie umziehen und ich nicht und ich musste Jason dann zurück lassen. Allerdings hatte ich Sam die letzten Tage damit vollgelabert und mich bei ihr ausgeheult. Sie war die einzige die mich wirklich verstand und nach diesen paar Monaten war sie meine beste Freundin geworden. Ich war ihr für so vieles dankbar. Natürlich war es keine Frage, dass ich ihr auch half.
"Mäuschen, hier ist Besuch für dich." Es war also meine Mum die reingekommen war. Ich hielt es nicht für nötig mich zu ihr zu wenden, also ließ ich es bleiben. Sie dachte, ich hätte nur Heimweh und würde mich deshalb so verhalten, aber sie hatte ja keine Ahnung was wirklich los war. Während meine Mutter wieder verschwand kam jemand anderes rein. Ich wollte wissen wer es war, also wandte ich keinen Kopf dann doch in Richtung Tür.
Dort stand Sam und lächelte mich besorgt an. "Hey Süße, wie gehts dir?", fragte sie während sie sich zu mir aufs Bett setzte und mich kurz zur Begrüßung umarmte. "Naja... Um ehrlich zu sein scheiße." Sie seufzte und nickte dann. "Ich versteh einfach nicht wieso dieser Arsch sich einfach nicht mehr bei dir meldet!" Jetzt war sie diejenige, die sich aufregte. Sie fühlte richtig mit mir und regte sich zum Teil sogar mehr auf als ich. Ich wusste echt nicht , womit ich so eine tolle beste Freundin verdient hatte. Eine wie sie, ist echt schwer zu finden. "Reg dich nicht so über ihn auf... Okay er meldet sich gar nicht mehr, aber was ist wenn ihm was zugestoßen ist?" "Bist du verrückt? Ihm geht es sicher gut, besonders hat er doch seine Nummer geändert und das schafft man doch nur wenn man gesund ist oder nicht?" Sie sah mich mit hochgezogener Augenbraue an. Ich seufzte. "Ja schon... Aber was ist wenn ihm wirklich was passiert ist und jemand dann sein Handy geklaut hat und die Nummer geändert hat?" Natürlich versuchte ich erstmal alles andere durchzugehen, bevor ich ihm unterstellte, dass er einfach keine Lust mehr auf mich hatte. Sam verstand das nicht und schüttelte nur den Kopf. "Das ist sooo unwahrscheinlich." Seufzend ließ ich mich wieder in meine Kissen fallen. Sam schnappte sich die Fernbedienung und schaltete den Fernseher in meinem Zimmer an. "Wir denken jetzt nicht mehr an ihn und schauen was Tv", beschloss sie. Ehrlich gesagt hatte ich dagegen nichts einzuwenden also nickte ich und drehte mich zum Fernseher.
"Haben sie diesen Jungen gesehen?", dröhnte es aus dem Fernseher. Ein Bild von.. Nein, das konnte nicht sein! Ein Bild von Jason wurde eingeblendet. "Der siebzehnjährige Jason McCann wird wegen Mordes gesucht. Falls sie ihn sehen sollten oder wissen wo er sich befindet, verständigen sie sofort die Polizei!" Somit waren die Kurznachrichten zu Ende. Wir beide starrten weiterhin geschockt den Fernseher an. "Was hat das auf sich?", rief ich vollkommen fassungslos und schaltete den Fernseher aus. Sam schwieg zuerst und zuckte mit den Schultern, bevor sie dann doch antwortete. "Ich habe keine Ahnung..." Er sollte jemanden umgebracht haben? Das glaubte ich nicht. Das konnte nicht sein! Jason war so ein lieber und netter Junge, sowas würde er nie machen... Oder doch? Irgendwie würde es passen, dass er deshalb so drauf war, aber ich konnte und wollte das einfach nicht glauben. Schnell griff ich nach meinem Handy und wählte wieder seine Nummer. Vergebens. "Die von ihnen gewählte Rufnummer existiert nicht. Bitte versuchen sie eine andere." Die Stimme wiederholte sich. Mal um mal wurde sie nervtötender, doch aus irgendeinem Grund legte ich nicht auf. Vielleicht hatte ich Hoffnung, dass das nur ein Spaß war und Jason sich gleich melden würde, doch mein tiefes Inneres wusste, dass genau das nie passieren würde. Sam schaute mir einfach zu ohne etwas zu unternehmen. Wahrscheinlich musste sie das auch erstmal sacken lassen. Sie hatte ihn durch mich und unsere gemeinsamen FaceTime und Skype Video Chats auch kennengelernt und selbst gesagt, dass er total sympathisch war.
Als ich aus meinen Gedanken aufwachte, legte ich doch auf und warf mein Handy zurück auf das Bett. Meine Eltern hatten das wohl nicht gesehen, da ich von unten nichts hörte. Bestimmt waren sie schon wieder arbeiten, aber hätten sie mir dann nicht bescheid gesagt? "Kö-können wir was raus gehen?", stotterte ich leise und schaute rüber zu Sam. Sie nickte stumm und so zogen wir uns Schuhe und Jacke an. Ich schnappte mir noch meine Schlüssel und ging die Treppe runter. Gerade wollte ich meinen Eltern Bescheid geben, dass wir was raus gingen, da fiel mir der Zettel am Spiegel auf. »Hallo. Mausi! Wir mussten schnell in die Firma. Habt viel Spaß, bis heute Abend! Kuss Mama + Papa« war ja klar, dass die mal wieder arbeiten mussten. Sie bekamen gar nicht mit wie schlecht es mir wirklich ging und was los war. Das fand ich sehr schade, aber was sollte ich schon dagegen tun?
Mit Sam im Schlepptau machte ich mich auf den Weg zum nahegelegenen Park. Da setzten wir uns auf eine Bank und sofort hingen meine Gedanken wieder nur an Jason. Also da hätten wir uns das rausgehen auch sparen können, wenn ich eh wieder nur an ihn dachte. Plötzlich Riss mich mein Handy aus meinen Gedanken. Ich schaute drauf und sah eine SMS von einer unterdrückten Nummer. »Mach dir um mich keine sorgen mir geht es gut. Es tut mir leid. Jason« Geschockt starrte ich mein Handy an. Wieder kamen in mir tausende von Fragen auf. Eine davon war natürlich, was überhaupt los war. Ich wollte ihm antworten, doch er hatte es wohl so eingestellt, dass er mir schreiben konnte aber ich ihm nicht, da ich seine Nummer nicht hatte. Seufzend packte ich mein Handy wieder weg. "Wer war das?", fragte Sam sofort neugierig. "Jason..." "WAS?!", schrie sie schon förmlich und hielt sich dann erst die Hand vor den Mund, als sie bemerkte, wie laut sie war. "Was hat er denn geschrieben?" "Er hat gesagt, dass es ihm gut geht, ich mir keine sorgen machen soll und es ihm leid tut", fasste ich kurz zusammen. "Ich versteh das nicht..", murmelte sie und zog ihre Stirn zusammen, sodass sich kleine Falten bildeten. "Was denn?" "Na das er dir so knapp schreibt, dann das in den Medien.. Das kommt mir alles so komisch vor...", erklärte sie. Zustimmend nickte ich. Es stimmte, es war wirklich alles komisch und ich fand auch keine Erklärung dafür.
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Fanfiction[*Achtung: Enthält gewalttätige und sexuelle Szenen!*] "Für immer?" - "Natürlich für immer Prinzessin." Jason und ich. Wir waren so glücklich. Wir waren es.. Warum mussten meine Eltern uns trennen? Warum mussten wir umziehen nur wegen eines Jobs? W...
