Plötzlich hörte ich mehrere Leute kreischen. Adrenalin ging durch mein Körper. Ich handelte blitzschnell ohne groß zu überlegen. Darin waren ich gut, musste ja jederzeit bereit sein, zu fliehen.
Ich verzog mich in eine ruhige Ecke, wo keiner war. Den Briefumschlag hatte ich an mich gedrückt, damit ich ihn ja nicht verlieren würde. Es war Zeit ihn zu öffnen. Ich riss ihn auf und holte die Blätter raus. Schnell schaute ich mir alles an und biss mir auf die Lippe. Das würde schwierig werden.
Er war berühmt und dann war es schwerer an ihn heran zu kommen, doch ich würde auch das irgendwie schaffen. „Was ist das?", ich zuckte zusammen und ein Blatt fiel mir herunter, doch ich bückte mich nicht. Ich bewegte mich auch nicht. Ich wurde wieder zu einer gefühlskalten Statue.
„Was willst du?", knurrte ich und ließ meine Hand vorsichtig zu meinem Messer wandern. „Ich war bloß nur neugierig.", hörte ich seine raue Stimme sagen und schon im nächsten Moment drückte ich ihn zu Boden. Sein Gesicht kam mir nicht im geringsten bekannt vor, doch es gab immer neue Leute im Geschäft, weshalb man wachsam sein musste.
„Wer bist du? Wer hat dich geschickt?", ich hielt ihm das Messer gegen seinen Hals und genoss seine voller Angst drein blickenden Augen. „Ich will noch nicht sterben.", murmelte er und ich merkte, dass er schwerer atmete. „Wer bist du?", wiederholte ich meine Frage, doch er antwortete nicht. Stattdessen schloss er die Augen.
„Ich wüsste nicht, was dich das angeht. Schließlich bedrohst du mich mit einem Messer.", brachte er gequält heraus und ich entfernte das Messer zwei Zentimeter. „Wer hat dich geschickt Kücken?", maulte ich und zog meine Augenbrauen hoch, um seriöser zu wirken. „Keiner.", murmelte er, „Was sollte ich denn von jemanden Verrückten wie dir wollen?" „Lüg nicht.", schrie ich ihn an und hielt das Messer wieder näher.
„Verdammt ich lüge nicht. Ich habe Angst um mein Leben.", schrie er dieses Mal zurück und ich erstarrte. Schnell sprang ich von ihm herunter und ließ das Messer verschwinden. Ich spürte seine verwirrten Blicke in meinem Rücken.
„Hey ehm falls du ein Fan bist, dann könnte ich dir vielleicht helfen, falls du nicht weiterhin so durch geknallt bist.", schlug er vor und ich lachte höhnisch. „Misch dich nicht irgendetwas ein, wovon du keine Ahnung hast.", gab ich ihm den Rat und blickte zu ihm. Er stand keine fünf Meter von mir entfernt. Anscheinend traute er sich nicht, mir noch einmal so nahe zu kommen.
„Wofür brauchst du diesen Steckbrief?", fragend sah er mich an. „Geht dich nichts an. Kümmere dich lieber um vernünftige Klamotten.", erwiderte ich und musterte ihn abschätzig. Ich besaß weiß Gott nicht viele Anziehsachen, doch immerhin Schönere als er. „Ich mag die Klamotten.", er zuckte mit den Schultern, bückte sich, um ein Blatt aufzuheben, „Wieso hast du diesen Steckbrief?"
Spottend zog ich die Augenbraue hoch, jedoch ertönten mir bekannte Geräusche, bevor ich handeln konnte. Aufgeregt rannte ich zu der Ecke und versteckte mich so, dass ich alle sehen konnte, aber sie mich nicht. Es fuhren mehrere schwarze Autos an mir vorbei. Fluchtartig stopfte ich alle Blätter in den Umschlag. „Verdammt.", knurrte ich.
„Irgendwie ist es ja ganz niedlich, wenn du in Rage bist.", hörte ich jemanden hinter meinem Rücken sagen. „Halt die Klappe.", zischte ich und entfernte mich von der Ecke. Ich sah mich um, damit ich mir einen groben Überblick verschaffen konnte. Schließlich musste ich gerade meinen Fluchtplan konzipieren. „Wie würde wohl dein Gesicht aussehen, wenn du bemerkst, dass ich den fehlenden Zettel in der Hand halte?", überlegte er laut und hielt das Blatt hoch.
Wie versteinert blieb ich stehen. Ich musste mir genauestens meine Vorgehensweise überlegen und das schnell. Mir blieb nicht viel Zeit. „Wärst du so freundlich und würdest mir bitte das Blatt geben? Ich benötige es dringend.", ich lächelte süß, doch jeder würde merken, dass dieses Lächeln nicht echt ist. „Erst, wenn du mir sagst, wofür du es brauchst.", stellte er die Bedingung und ich seufzte. Wenn die nette Art nicht klappte, musste ich zu anderen Mitteln greifen.
Auf einmal hörte ich Schüsse. Meine Augen wurden größer und ich sah mich panisch um. Ich musste von hier weg. Ohne zu überlegen sprang ich hoch und schnappte mir das Blatt, jedoch hielt er es fest. Somit zerriss dann das Blatt in zwei Hälften, doch das war mir egal. Der zweite Schuss fiel und ich spürte das Adrenalin in meinem Körper. Ich nahm ein wenig Anlauf und sprang dann auf eine Feuerleiter zu, die auf das Dach eines Hauses führte.
„Ich gebe dir noch einen Abschluss Tipp du halber Zuhälter, der in Wahnvorstellungen lebt: Sei nicht so vorlaut, wenn du den Kürzeren gezogen hast.", auf der Leiter hielt ich kurz inne und sah von oben auf ihn herab, „Nächstes Mal werde ich dich nicht verschonen." Schnell angelte ich mich an den Sprossen entlang und war in kürzester Zeit schon auf dem Dach.
Vorsichtig ging ich zum Rand des Daches, wo ich alles erblicken konnte, dennoch achtete ich darauf, dass man mich nicht unbedingt sehen konnte. Mein Blick streifte umher und blieb stehen, als ich entdeckt hatte, was ich wollte. Weit war es nicht von mir entfernt und ich konnte aus der Ferne schon die Streifenwagen oder Krankenwagen hören. Ich atmete tief durch, nahm wieder Anlauf und sprang von Haus zu Haus, welche glücklicherweise sehr nah aneinander standen.
Sie durften mich nicht finden. Ich musste es verhindern. Als ich am Ende meiner Kräfte war, sprang ich jedoch noch ein paar Häuser weiter, obwohl es zu gefährlich war, da ich jederzeit abrutschen könnte. Doch ich musste ihnen einen Schritt voraus sein. Erst nachdem ich mir wirklich sicher war, dass sie mir nicht folgten oder mich entdeckt hatten, blieb ich auf einem Haus stehen. Ich ging weiter nach hinten, ließ mich auf den Boden gleiten und lehnte mich an einem Schornstein an.
Allmählich normalisierte sich meine Atmung und mein Puls, weshalb ich den Umschlag heraus holte, um mir noch einmal alles genau durchzulesen. Jede Sekunde war kostbar. Ich sah mir den Steckbrief an, von dem nur sehr wenig übrig geblieben war. Den Rest hatte der komische Typ. Innerlich verfluchte ich ihn, da ich dadurch mehr Zeit brauchte, doch auch das würde ich irgendwie schaffen. Ich seufzte und ließ mir die Daten durch den Kopf gehen:
Name: Edward Christopher Sheeran.
Künstlername: Ed Sheeran
Beruf: Singer, Songwriter
Geburtsdatum: 17.02.1991
Todesdatum: Mein Auftrag.
Wenn euch die Geschichte gefällt, wäre gut, wenn ihr es euren Freunden empfehlen würdet :)) xx
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The Order (Adventskalender 2015)
Teen Fiction„Du wirst diesen Auftrag erfüllen, haben wir uns da verstanden?" Stumm nickte ich vorsichtig und atmete erleichtert auf, nachdem er das Messer von meinem Hals genommen hatte. Ich weiß, dass ich keine Angst zeigen sollte, doch das war nicht so einfac...
