„Okay alle aufgepasst. Wir werden in exakt zwei Minuten ankommen. Jeder sollte seine Aufgabe wissen und nicht hinterher zu mir kommen und mich damit nerven.", befahl die Frau und alle nickten ein wenig beängstigend.
Angst hatte mir diese Frau noch nie gemacht. Ich war höchstens ein wenig aufgeregt, da dies meine Chance für meinen Auftrag war. Als wir ankamen, stiegen wir alle aus und trafen uns in den kleinen Gruppen, die vorher vorgelesen wurden.
Ich fand es zwar nicht gut von anderen sozusagen abhängig zu sein, jedoch konnte ich jetzt nicht sagen, dass ich mich nicht insgeheim freute, dass Marie, eine von den drei Mädchen von vorhin, in meiner Gruppe war.
Zusammen gingen wir den langen Weg entlang und irgendwie erstaunte mich dieser Reichtum immer noch, obwohl ich es schon oft gesehen habe. Vermutlich war ich dieses Mal noch erstaunter, weil ich nur halbwegs in einer Mission unterwegs war und somit ein bisschen mehr Zeit hatte, mir alles anzugucken. Natürlich geschah dies auch nur flüchtig, aber besser als gar nichts.
Unsere Gruppe wurde in einen Raum gewiesen und wir hatten die ehrenvolle Aufgabe Champagner in die Gläser zu füllen. Mag sich vielleicht prickelnd anhören, doch in Wirklichkeit stinklangweilig. Okay es war jedes Mal lustig mit anzuhören, wie die Korken knallten.
Ehe ich mich versah, war es schon so weit und wir mussten uns alle mit einem Tablett aufstellen, was rein theoretisch ziemlich unnötig war, da kein Gast pünktlich kommen wird. Mit dieser Aussage behielt ich auch Recht, doch dann kamen sie alle in großen Mengen, sodass es sehr hektisch für uns wurde.
Ich hatte kaum mein eines Tablett voll mit den Gläsern, da war es auch schon wieder leer.
„Dreiviertel der Personen sind nun hier. Deshalb überlassen wir es ihnen sich alleine zu empfangen. Unsere Aufgabe sind nun die Speisen, wie ich Sie schon informiert habe. Husch, husch, ab zur Arbeit.", scheuchte sie uns und ich schluckte.
Das sollten erst Dreiviertel der geladenen Gäste sein? Ich habe mich schon beim Empfang gewundert, wie viele noch kommen werden.
Denn immer, wenn man gedacht hatte, jetzt würde keiner mehr kommen und es wären alle da, wurde man enttäuscht, da das nächste Pulk vor der Tür stand. Ich schnappte mir ein Tablett mit Häppchen und mischte mich unter die ganzen Menschen, doch ich kam nie weit, da das Tablett schon nach ein paar Metern leer war und ich den gleichen Weg wieder zurück laufen musste.
Irgendwann hatte ich Erfolg und kam sogar einmal bis zum Ende dieses Raumes, jedoch folgten noch ein paar weitere Räume, für die ich Gott sei dank nicht zuständig war. Außerdem würde es auch nicht mehr lange dauern und ich müsste auf das Buffett Acht geben.
Es war schließlich ungerecht, wenn wir alle die ganze Zeit nur dasselbe tun müssen, weshalb wir zwischendurch tauschten.
Beim Buffett war verhältnismäßig wenig los, was mich sehr beruhigte. Die Menschenmenge stieg mir schon langsam zu Kopf und ich fragte mich, wie man mit so vielen Menschen befreundet sein konnte. Obwohl sie wahrscheinlich noch nicht einmal befreundet waren.
Das Ganze hier war eh nur dazu da, um anzugeben. Ich atmete tief Luft und verdrängte diesen Gedanken, da es mich nichts anging. Vielleicht war mein Auftrag auch nicht so einer. Schließlich kam er mir sympathisch rüber, was mich innerlich seufzen ließ.
Es war mein Beruf und ich konnte es nicht ändern. Dafür war es zu spät.
„Hey, ehm habt ihr noch solche leckeren Teile, die auf den Tabletts sind? Ich habe es satt den Kellnern immer hinterher rennen zu müssen. Das ist so anstrengend und dann bekomme ich immer nur Einen. Kannst du dir das vorstellen? Wie soll man von so einem mini Teil satt werden?", empörte er sich und sah mich bittend an.
„Bin ganz Ihrer Meinung. Warten Sie einen Moment.", sagte ich zu ihm, nahm einen Teller und schlich mich in das Zimmer, wo die ganzen Tabletts mit den Kleinigkeiten standen. Ich füllte den Teller mit verschiedenen Sachen, da ich nicht wusste, was er genau meinte.
Auf dem Rückweg achtete ich penibel darauf, dass mich keiner sah, obwohl es rein theoretisch der Wunsch eines Gasts war. „Ich hoffe es genügt Ihnen.", ich verzog meine Lippen zu einem leichten Lächeln, was hoffentlich nicht gequält aussah.
„Du kannst mich ruhig duzen. Das ist so unnötig, da wir bestimmt fast im selben Alter sind. Außerdem hast du mir Essen besorgt. Vielen Dank.", grinste er und schnappte sich sofort ein Teilchen von dem Teller, „Himmlisch."
„Kein Problem.", erwiderte ich komplex, „Wenn du noch was brauchst, dann such mich einfach, aber es muss unter uns bleiben." Er schüttelte sofort mit dem Kopf, steckte sich das nächste Häppchen in den Mund und rauschte ab.
„Deine Schicht ist um.", wurde ich von einem Mädchen unfreundlich darauf hinweisen und ich nickte bloß. Das Mädchen drückte mir ihre Sachen einfach in die Hand und beachtete mich noch nicht einmal richtig. Ignorante Ziege.
Erneut trat ich deshalb meinen Weg durch die Menschenmenge an und war erleichtert, nachdem ich bemerkte, dass diese weniger geworden ist. Wahrscheinlich hatte es sich alles besser verteilt. „Hey Lisa.", hörte ich jemanden rufen und ich zuckte zusammen, was ein wenig unpraktisch mit dem Tablett in meiner Hand war.
„Oh ehm hey würde ich mal sagen.", lächelte ich gespielt, als ich meinen Schuhkäufer sah. „Na? Macht dir der Job Spaß?", erkundigte er sich und ich nickte einfach. „Warum bist du eigentlich weggelaufen?", wollte er auf einmal wissen und ich spürte, wie mir innerlich der Schweiß ausbrach.
Hoffentlich nicht auch äußerlich, da dies extrem peinlich wäre unter all diesen gut angezogenen Menschen. „Ich habe Panik bekommen.", murmelte ich und war stolz auf mich, dass ich so halbwegs die Wahrheit sagte. Er schien einen Moment zu überlegen: „Aber das ist doch kein Grund..."
„Ja du hast Recht. Ehm ich muss jetzt dringend weiter arbeiten, man sieht sich bestimmt.", unterbrach ich ihn und verschwand in der Menge.
Zum Glück war ich ja darin geübt unterzutauchen. Zum ersten Mal hatte mein Job auch etwas Positives.
„Hier bist du. Kellner Besprechung.", vor mir tauchte Melanie auf und zog mich einfach hinter sich her. Perplex ließ ich mich einfach mitziehen bis wir in einem Raum ankamen, wo ein paar schon warteten. Wir mussten ebenfalls noch ein paar Minuten warten, bis die Frau, die uns sozusagen leitete, in den Raum stolzierte.
Mit ihrem Auftreten zog sie alle Blicke auf sich und sofort verstummten die Gespräche.
„Die Zusammenarbeit mit Ihnen war super bis auf ein paar Ausnahmen. Mister Sheeran hat Ihnen erlaubt nach dem Kellern noch hier zu bleiben, wenn sie seine Gäste nicht zu sehr stören. Wir treffen uns morgen im Hotel um Punkt 14 Uhr. Ich erwarte sie pünktlich. Denken Sie immer daran, unsere Kunden sind Könige und Sie müssen ihnen den Wunsch von den Augen ablesen.", erklärte sie und ich konnte den ganzen anderen ansehen, wie sie ihr Quietschen unterdrücken mussten,
„Nun gehen Sie und haben Spaß, jedoch sollten Sie den morgigen Termin nicht vergessen." Die Frau entfernte sich aus dem Raum und schon erhöhte sich die Geräuschkulisse.
Ich drängelte mich durch zur Tür und trat aus dieser heraus. Na dann, kann der Spaß ja mal beginnen.
Btw will immer Mello und Mar (und Tel) schreiben haha :D Was geht bei euch heute Abend so?
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The Order (Adventskalender 2015)
Teen Fiction„Du wirst diesen Auftrag erfüllen, haben wir uns da verstanden?" Stumm nickte ich vorsichtig und atmete erleichtert auf, nachdem er das Messer von meinem Hals genommen hatte. Ich weiß, dass ich keine Angst zeigen sollte, doch das war nicht so einfac...
