Der Himmel über mir hatte sich nicht viel geändert.
Immer noch trist und grau. Genauso fühlte ich mich auch. Es war ein komisches Gefühl. Eigentlich habe ich mir ja geschworen, wieder so zu werden wie früher und keine Gefühle zu zu lassen.
Trotzdem merkte ich, dass der Rauswurf mich bedrückte. In gewissermaßen war ich traurig, auch wenn ich es nie richtig zugeben würde. Auch wenn ich gegangen war, um sie zu schützen, schmerzte es dennoch, dass Harry mir so etwas vorwarf. Nur weil er damals den Steckbrief von Ed mir weggenommen hatte.
Damit hatte alles angefangen...
Ich rappelte mich auf, da ich mich mal wieder auf ein Dach geflüchtet hatte. Meine Beine führten mich direkt zu dem Ende des Daches und ich überblickte die gesamte Stadt. Leute rannten dort her, ohne mich zu beachten. Wie armselig. Jederzeit könnte sich ihr Leben ändern. Sie wären die Nächsten.
Ich atmete tief durch und stützte mich auf der Erhöhung ab. Es hatte sich so viel verändert und ich, ich hatte es nicht bemerkt. Ich war in den letzten Tagen und Wochen eine andere Person geworden. Hatte mich von meinem alten Ich verabschiedet, doch ein letztes Mal würde ich es noch gebrauchen.
Zumindest den Charakterzug, welcher sich nicht so leicht einwickeln und verletzten lässt. Ich ging zu der anderen Seite des Daches und sprang auf die Feuertreppe, welche ich runterkletterte. Rein aus Gewohnheit sah ich mich um und betätigte nur leise Schritte.
Innerhalb weniger Minuten hatte ich es herausgefunden, wo er war, beziehungsweise wo seine Gang momentan hauste. Ich holte tief Luft und hielt mir den Gedanken immer vor. Der Weg dorthin war schnell und keiner beachtete mich. Rein kam ich auch einfach.
Sie sollten mehr an ihre Sicherheit denken, wenn ich es kinderleicht fand, dort hinein zu gelangen. Ich blieb stehen, um alles abzuchecken, jedoch war nichts ungewöhnliches, weshalb ich den Raum öffnete, der mir für ihn am wahrscheinlichsten erschien. Als ich mich dort umsah, war ich mir fast sicher, dass es seiner war.
Trotzdem konnte ich nicht verhindern, dass die Unsicherheit aufkam. Ich ignorierte das Gefühl, da ich so etwas nicht gebrauchen konnte. Mein altes Ich hatte keine Gefühle. Ich setzte mich auf den Sessel, welcher gepolstert war, und drehte mich mit dem Rücken zur Tür.
Was anderes hatte ich auch nicht erwartet. Er brauchte diesen Chef Sessel, um sich noch mehr überlegen zu fühlen. Wie zu erwarten war er schwarz. Viele Sachen waren hier schwarz.
„T, such den nächsten Auftrag raus und bereitet ihn vor. Ich komme später dazu.", die Tür ging auf und ich hörte auch, wie sie wieder zu ging. Er war da. Ich drehte mich um. „Habe mich schon gefragt, wie lange es dauern würde, bis du hier auftauchst.", er zog eine Augenbraue hoch.
„Ziemlich leicht, hier rein zu kommen. Hast nachgelassen.", bemerkte ich und stand auf.
„Ziemlich leicht, dich zu finden. Hast nachgelassen.", erwiderte er und wir kamen uns näher.
„Die Anderen sind beschäftigt?", hakte ich nach und ignorierte seine Hände an meinen Hüften. „Hast du doch gehört und einfach hier reinzuplatzen, trauen sie sich nicht.", er hebt wieder einmal eine Augenbraue hoch und kommt meinem Gesicht näher, „Wie in alten Zeiten baby."
„Wir beide waren ein echt gutes Team.", stimmte ich ihm zu, jedoch ging ich nicht auf seine sonstigen Gesten ein. „Ich habe doch gesagt, dass du wieder angekrochen kommst, Prinzessin.", stellte er fest und berührte mit seiner Stirn meine. „Ach? Siehst du mich auf allen vieren kriechen?", ich zog eine Augenbraue hoch und entfernte meine Stirn von seiner.
„Nein, aber bald wieder und zwar vor mir.", grinste er und hauchte mir einen Kuss auf den Hals. Ich atmete tief durch. „Geschieht sogar ziemlich zeitnah, aber leider sitze ich auf dir.", sagte ich, nachdem ich ihn überwältigt und zu Boden gedrückt habe. Auch mein Messer leistete mir Gesellschaft.
„Wieder einmal auf stark und unnahbar tun?", er hebt spöttisch die Augenbraue, „Eisprinzessin." „Du warst es, richtig?", erkundigte ich mich und lächelte leicht, da mein Messer seinen Arm berührte und sofort Blut floss. Glücklicherweise trug er ein Tanktop.
„Was soll ich gewesen sein?", unschuldig sah er mich an. „Du weißt es ganz genau.", erwiderte ich und sah ihn wütend an. „Ach, ich weiß das also? Tut mir leid, vielleicht bin ich ein wenig irritiert durch deinen Körper über mir. Hat mir schon früher gefallen, wenn du die Oberhand übernehmen wolltest.", er grinst und meine Augen zogen sich zu Schlitzen zusammen.
„Sei ruhig oder dein Gesicht nimmt noch Schaden.", knurrte ich und drohte mit dem Messer nahe seines Gesichts. „Und was würde es dir bringen, das zu wissen?", wollte er wissen und ich nahm das Messer weg. Ja genau, was würde es mir bringen? Ändern könnte ich eh nichts.
„Ding, ding, ding.", machte er die Glocke nach und warf mich runter, „Genau, nämlich nichts. Außerdem kennst du doch meine Initialen." „Wieso hast du es gemacht?", schrie ich, rappelte mich auf und stand vor ihm. „Da fragst du noch?", schrie er ebenfalls zurück. Ich wollte ihn schlagen, doch er hielt meine Hände fest. Ich erstarrte für einen Moment.
„Das war verdammt nochmal mein Auftrag. Du solltest dich davon fern halten.", brüllte ich und entwand meine Hände aus seinen. „Ich habe noch nie das getan, was man von mir verlangt hat.", rief er sauer und wir kamen uns wieder näher.
„Und was ist mit den Aufträgen?", flüsterte ich und spürte seine Hände an meinen Hüften. „Ich verschaff mir selber welche. Also entscheide ich.", murmelte er und zog mich noch näher heran.
„Verdammt, dann kümmere dich um deinen eigenen Scheiß. Halt dich von meinen fern.", schrie ich plötzlich und schubste ihn von mir weg. „Das interessiert mich nicht.", er zuckte mit den Schultern und kam mir wieder näher.
„Kannst du mir nicht diesen einen Gefallen tun? Es reicht. Ich hab kein bock mehr auf diesen ganzen Scheiß.", knurrte ich und wandte mich von ihm ab. Ich fuhr mir durch die Haare und atmete tief durch. Es war wieder so weit. Er hatte es geschafft, dass ich mehr erzählte, als ich wollte, und dass ich wieder einmal schwach vor ihm stand.
„Es geht nicht, das Geld ist wichtig.", offenbarte er mir und ich zog erstaunt die Augenbrauen hoch, „Außer, du kommst zurück. Dann erledigen wir den Auftrag zusammen. Als Team. Unschlagbar. Irgendwann..." Er ließ den Satz im Raum stehen, doch ich wusste genau, worauf er anspielte.
Dieses „irgendwann" war immer unsere einzige Hoffnung. Wir klammerten uns da so sehr dran, waren wie besessen, bis ich gemerkt habe, dass wir dieses „irgendwann" niemals zusammen erreichen würden.
„Irgendwann wird alles uns gehören und wir haben unsere Ruhe.", beendete er dennoch seinen Satz und ich schluckte. Er zog mich näher. „Das irgendwann werden wir aber nie zusammen erleben.", murmelte ich und sah zu ihm hoch.
„Sei nicht so störrisch. Deine Mutter hätte mich bestimmt als Schwiegersohn gemocht.", lächelte er, doch meine Alarmglocken gingen an. Ich schubste ihn mit voller Wucht von mir weg, ging dann aber auf ihn zu, um ihn zu schlagen.
„Lass meine Mutter aus dem Spiel.", schrie ich und verzog meine Augen zu Schlitzen, „Du weißt es genau."
„Verletzlich genau wie früher. Weißt du was Mi? Das war schon immer dein Problem.", antwortete er nur und trat wieder näher an mich heran. Ich jedoch ging zur Tür.
„Weißt du was C? Kein Wunder, dass du Cieran heißt. Der Name passt zu dir.", meine Hand berührte die Türklinke und drückte sie herunter, sodass sie aufsprang, „Schwarz, wie deine Seele."
Damit war ich weg.
Ach ja, deren Beziehung ist schon ungewöhnlich (gewesen). Erst anschreien, dann flüstern und dann wieder anschreien. Erinnert an eine On-Off Beziehung. Auf jeden Fall wisst ihr jetzt den Namen: Cieran, mal etwas anders :)
Ab jetzt nehme ich wetten an, wer wer ist :) Anfangs gab es ja ein paar Begegnungen und einige wurden aufgelöst, aber noch lange nicht alle. Deshalb los, wettet! :D
Harry -> ?; Niall -> ?; Louis -> ?; Liam -> ?;
Am 30. oder 31. gibt es die Auflösung.
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The Order (Adventskalender 2015)
Novela Juvenil„Du wirst diesen Auftrag erfüllen, haben wir uns da verstanden?" Stumm nickte ich vorsichtig und atmete erleichtert auf, nachdem er das Messer von meinem Hals genommen hatte. Ich weiß, dass ich keine Angst zeigen sollte, doch das war nicht so einfac...
