13. Dezember

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Viele haben sich wahrscheinlich jetzt gedacht, dass ich auf Stars Jagd gehe oder sonst was mache, doch das war nicht meine Aufgabe.

Ich sah mich um, doch konnte keinen entdecken, weshalb ich schnell die Treppen hoch eilte. Oben traf ich auch keinen an, was mich erleichterte. Ich befand mich in einem Korridor mit vielen Türen.

Schon von früheren Aufträgen wusste ich, dass die Informationen meistens irgendwo hinten waren. Deshalb ging ich auch an den ersten Türen vorbei.

Ich öffnete die Tür gegenüber von mir, doch sie war verschlossen. „Bin gleich fertig.", rief irgendwer und schnell sah ich mich um, wo ich mich verstecken konnte. Ich hörte, wie das Schloss klickte und öffnete daraufhin einfach die erstbeste Tür, was sich als Fehler erwies.

Jedoch empfand ich dieses Schicksal besser, als wenn mich irgendwer hier sieht und sich wundert, warum ich hier oben bin, obwohl ich ja nur kellnere. Vorsichtig lugte ich durch einen Türspalt, da ich mich nicht auf mein Gehör verlassen konnte.

Schließlich war es nicht leicht, wenn einer hinter dir so krass schnarcht, dass du Angst haben musst, Wände wackeln zu sehen. Die Person aus der Toilette sah sich suchend um und schien ein wenig verwirrt, doch dann zuckte er mit den Schultern und lief den Gang ein wenig unkontrolliert entlang.

Erleichtert öffnete ich die Tür und schlüpfte hinaus, als die Luft rein war. Wie schaffte es die Frau bei so einem Geschnarche überhaupt noch zu schlafen? Das war ja schon eine Zumutung. Da nun nur noch eine Tür übrig blieb, drückte ich die Klinke herunter, doch sie war ebenfalls abgeschlossen. Einen Moment wartete ich, doch es regte sich nichts.

Ich fummelte aus meinem Dutt eine Haarklammer und rüttelte an der Klinke. Kurze Zeit später hatte ich es geschafft und die Tür sprang auf. Leider erwartete mich auf der anderen Seite nur eine Abstellkammer, die sehr unordentlich war. Vermutlich war dies der Grund für das Abschließen.

Trotzdem wagte ich einen Schritt in die Kammer und sah mich um, doch ich entdeckte nichts Interessantes. Ich zuckte mit den Schulter und wollte wieder hinaus, als ich der Länge nach hinfiel. „Aua.", fluchte ich leise und rappelte mich wieder auf. Was war der Auslöser für diesen Sturz?

Suchend sah ich mich um und bemerkte, dass ich in einem Kabel wohl irgendwie hängen geblieben sein musste. Ich bückte mich, hob das Kabel hoch und warf es weg. Heute war wohl nicht mein Tag, denn beim Wegwerfen schlug ich mit meiner Hand gegen etwas, was nicht wie eine Wand klang.

Ich schob die Tücher, die davor lagen weg und bekam eine Türklinke zu Gesicht. Innerlich führte ich gerade einen Freudentanz auf und holte meine Haarnadel ein zweites Mal hervor. Die Tür ging auf und ich räumte erst noch die Sachen zur Seite und schloss danach die Tür, die mich von dem Flur trennte. Dann wandte ich mich der zweiten Tür zu und trat durch diese.

Direkt vor mir war eine Treppe, der ich hoch folgte. Oben angekommen erblickte ich zwei riesige Fenster, die mir eine wunderschöne Aussicht zeigten, obwohl es Nacht war. Einen Moment blieb ich stehen und bewunderte diese, bis mir einfiel, dass ich nicht zum Vergnügen hier war und mich auch nicht mehr dafür interessieren sollte.

Ich fing an, alles zu durchsuchen, doch was ich fand, brachte mich nicht weiter. Am Ende meiner Suche hatte ich das ganze Zimmer durchgenommen, doch nichts gefunden.

Nada.

Niente.

Ich war enttäuscht über meine erfolglose Suche, doch daran war nichts zu ändern. Wenn ich recht überlegte, war es unwahrscheinlich, dass er Informationen über sich selber hier rum fliegen hatte. Zudem vermutete ich, dass dieses Zimmer für ihn eher einem Ruheraum glich, wo er kreativ sich ausübte.

Denn es gab nur Anzeichen dafür, dass er alleine hier ist und seine Ruhe haben wollte. Deshalb auch der beruhigende Ausblick. Ich wandte mich zum Gehen, doch davor schaute ich mich nicht einmal um, ob ich nicht vielleicht doch etwas Wichtiges übersehen hatte.

Die Treppen ging ich leise hinunter, die Tür schloss ich ebenfalls wieder und versuchte das unaufgeräumte Bild rekonstruieren. Meiner Meinung nach schaffte ich es einigermaßen, weshalb ich die nächste Tür, die in den Flur, einen Spalt öffnete. Da die Luft rein war, schlüpfte ich hinaus.

„Was machst du denn hier?", ertönte hinter mir eine Stimme und eine Gänsehaut überkam mich.

„Wir haben dich schon überall gesucht.", vorsichtig drehte ich mich um und sah Melanie, Marie und Telja vor mir stehen. „Habe mich verlaufen.", murmelte ich und schloss schnell wieder die Tür.

„Hast du irgendetwas Interessantes gefunden?", fragte Marie aufgeregt, „Kommt schon Leute. Ich wette, ihr seid euch neugierig. Wollen wir denn nicht ein bisschen hier spionieren? So eine Gelegenheit wird uns nicht oft geboten."

„Marr, reiß dich zusammen", meinte Telja und schüttelte den Kopf. „Also ich wäre dafür.", stimmte ich ihr schnell zu. Vielleicht wussten die Drei ja etwas, was ich nicht wusste. „Ich halte das auch nicht so für eine gute Idee.", murmelte Melanie, „Obwohl ihr ja auch Recht habt. Ich wollte schon immer mal bei einem Star zu Hause sein und mir seine Räume angucken."

„Bitte Tel.", bettelte Marie und ich trat einen Schritt weg. Ich musste wieder darauf achten, mich mehr zu differenzieren. Mein Auftrag stand im Vordergrund und ich wollte keine anderen Menschen mit rein ziehen. Außerdem konnte ich auch keine „Freunde" gebrauchen.

So hart es klingt, jedoch ist dies die Wahrheit. Wenn man auf sich alleine gestellt ist, kann man nie zu einem Konflikt kommen. Denn man selbst ist immer die für einen wichtigste Person.

„Leute, eigentlich bin ich ja auch eurer Meinung, aber was ist, wenn uns jemand sieht?", wollte Telja wissen und sah uns verzweifelt an. „Ich würde sagen, drei gegen 1. Also los.", grinste Marie, doch auf Teljas Gesicht sah man immer noch Zweifel, „Uns wird schon nichts passieren."

„Dein Wort in Gottes Gehörgang.", meinte ich Telja noch murmeln zu hören, war mir dann aber nicht ganz sicher. Zusammen gingen wir wieder die Treppe hinunter. Gerade als wir die zweite Treppe hinunter in den Keller betreten wollten, rief jemand „Stop".

Wie erstarrt blieben wir alle stehen.

„Ich habe doch gesagt, dass das eine schlechte Idee ist.", zischte Telja und langsam drehten wir uns alle um. Vor uns stand irgendwer, den ich nicht kannte, aber er sah nicht schlecht aus.

„Ihr wolltet doch nicht gehen ohne uns mit eurer Anwesenheit zu bereichern oder?", er grinste und seine strahlend weißen Zähne kamen hervor, genau wie seine Augen blitzten. „Habt ihr Lust oder nicht?", fragend sah er und Vier an. Ich zuckte mit den Schultern.

Eigentlich hatte ich ja nicht so Lust, da ich weitersuchen wollte, doch die Anderen schienen begeistert. „Ja klar.", brachte auf einmal Melanie heraus, die wohl die Erste war, die sich gesammelt hatte.

„Na dann.", der Typ grinste wieder und ich fragte mich, ob der irgendwann auch mal Muskelkater von den vielem Grinsen bekam. Ich würde wetten, dass wegen seinem Grinsen ihm tausende Mädchen hinterherlaufen, was mich eigentlich schon wieder abschreckte, da ich so etwas nicht mag.

„Dann lasst uns mal Spaß haben.", sagte irgendwer, als wir in der Runde ankamen und gab uns ein Glas. Was genau da drin war, wusste ich nicht und eigentlich vermied ich es Alkohol zu trinken, da es mich zu sehr beeinflussen würde, doch heute war eine Ausnahme.

Wenigstens für ein paar Stunden wollte ich jetzt nicht mehr an diesen Auftrag denken, sondern Spaß haben. Ein Glas würde schon nicht schaden.

Das habe ich mir gestern auch so gedacht, aber leider hat es geschadet :DDD War ein wenig peinlich...

The Order (Adventskalender 2015)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt