Kühle Luft kam mir entgegen, als ich die Tür öffnete. Ich zog fröstelnd meine Jacke etwas enger und lief sofort los. Da es Nacht war, sah man keine Menschen auf der Straße.
Trotzdem lief ich zu einer kleinen Gasse und nahm mal wieder eine meiner Feuertreppen in Betrieb. Von oben erblickte ich alles und ich wurde gleich ein wenig ruhiger. Hier konnte ich wenigstens besser abschalten.
Ich war immer noch aufgewühlt wegen dem Traum, doch ich hatte einen Entschluss gefasst, der mir im Kopf herum spukte. Heute Nacht würde es geschehen.
Ich musste es schaffen. Aufgeben stand nicht in Frage.
Ich nahm Anlauf und überwand den Abstand von Rändern der zwei Häuser. So ging es noch länger weiter, bis ich mich entschloss, dass es schlauer wäre, nun unten zu laufen. Ich hielt Ausschau nach einer Leiter und kletterte sie hinunter, nachdem ich Eine erblickt hatte. Mein Gang beschleunigte sich, jedoch blieb ich leise und schlich.
Obwohl ich gerade erst in die Straße eingebogen war, sah ich mich immer wieder panisch um. Meine Angst war groß und die Nervosität stieg. Ich versuchte mich zu beruhigen, indem ich mir vorsagte, dass ich das schon öfters gemacht habe.
Als ich das Anwesen erreichte, blieb ich noch einmal stehen, um tief durchzuatmen. Meine Augen hielt ich für einen Moment geschlossen. Nachdem ich sie wieder öffnete, schüttelte ich einmal kurz meine Arme und baute mich auf. „Showtime.", murmelte ich und lief los.
Da ich schon öfters hier war, wusste ich, wie ich am besten auf das Grundstück kam. Der Job hatte echt viele Vorteile. Ich hatte es nämlich vorher geschafft mich ein wenig hier umzusehen ohne, dass irgendwer Verdacht schöpfte. Der Wind raschelte durch die Bäume und wäre ich noch nie hier gewesen, würde ich vermutlich bei jedem kleinen Geräusch zusammen zucken.
Das tat ich zwar jetzt auch, jedoch nicht so heftig. Ich hörte Schritte und blieb hinter einer Fassade stehen. Ein paar Meter von mir entfernt, stand ein Sicherheitsmann, der sich umsah. Er ging weiter, da ich ihm wohl nicht aufgefallen war. Erleichtert atmete ich durch.
Es war schon etwas anderes bei einem Star einzubrechen. Leise schlich ich mich weiter. Ein Hunde Bellen ertönte und ich sprang in das nächstbeste Gebüsch, was keine so gute Idee war, doch besser als erwischt zu werden. Ich wartete, doch als sich nichts tat, kämpfte ich mich wieder heraus.
Während ich vor dem Gebüsch stand, zupfte ich mir etliche Zweige von meinem Körper. Ich erreichte die Hintertür und drückte vorsichtig die Klinke hinunter. Sie ließ sich mit einer Leichtigkeit öffnen. Ich zuckte zusammen, als sie anfing zu quietschen. Mein Blick schweifte umher, doch ich sah nichts Unauffälliges, weshalb ich hinein huschte.
Leise schloss ich die Tür und blieb einen Moment stehen, da ich 1. warten musste, bis sich meine Auge an die Dunkelheit gewöhnt habe und 2. hören wollte, ob sich draußen etwas regte.
Erst als ich mir hundertprozentig sicher war, dass sich nichts verändert hatte, schlich ich weiter. Ich ging eine Treppe hoch und landete nach einem Gang im Eingangsbereich. Dort, wo wir auch die Champagner Gläser verteilt haben. Kurz blieb ich stehen und horchte. Ich ging die nächste Treppe hinauf und überlegte, wo er sein Zimmer hatte.
Vor mir erstreckte sich der lange Flur. Ich ging bis zum Ende und öffnete vorsichtig die Tür zu meiner Rechten. Letztes Mal waren dort ja auch fremde Menschen. Wer weiß, vielleicht sind dort heute auch fremde Menschen. Auf diesen Anblick kann ich getrost verzichten.
Ich horchte in das Zimmer hinein, doch es war nichts Auffälliges, weshalb ich mich weiter hinein wagte. Meine Augen waren glücklicherweise schon an die Dunkelheit gewöhnt und ich sah mich um. Alles stand ordentlich an seinem Platz und auch das Bett sah zu ordentlich aus. Ich ging näher heran und bemerkte, dass keiner dort drin war.
Innerlich atmete ich erleichtert auf.
Mein Blick schweifte durch das Zimmer und ich fing an, seine Sachen zu durchwühlen. Wenn es seine waren. Jedoch fand ich nichts Gravierendes. Ihm konnte man auch echt nichts nachweisen. Entweder er war gut darin, alles sofort zu beseitigen oder er drehte erst keine krummen Dinger. Ich seufzte und stellte mich in die Mitte des Raums, um noch einmal alles erblicken zu können.
Mir fiel immer noch nichts besonderes auf und ich gab es auf. Ich öffnete wieder vorsichtig die Tür, trat aus dem Zimmer und schloss sie auch wieder leise. Im Gang war keiner zu sehen, was gut für mich war. Ich sah mich im Flur um, damit ich mein weiteres Vorhaben planen konnte, bis mir die Tür gegenüber von mir auffiel.
Die Geheimtür zu dem Geheimraum.
Bevor ich die erste Tür öffnete, wartete ich und strengte meine Ohren an, ob ich etwas hörte. Da ich nichts hörte, ging ich hinein und schloss die Tür hinter mir. Heute musste ich keine Putzutensilien zur Seite stellen, da der Weg zur Tür frei war und ich so problemlos durchging.
Die Treppe, die sich vor mir erstreckte, ging ich langsam und leise. Nach jeder Stufe wartete ich, ob sich etwas regte, was es nie tat.
Die letzte Stufe war überwunden und ich war wieder gefesselt von der Aussicht. Lange starrte ich einfach nach draußen und bewegte mich nicht. Es war als würde mein Körper zur Ruhe kommen und für einen Moment abschalten.
Trotzdem war ich sofort angriffsbereit, als ich ein Geräusch hörte. Behutsam drehte ich mich um, jedoch war dort keiner. Mein Blick eilte durch das Zimmer und da sah ich ihn.
Sein Kopf lag auf dem Schreibtisch und er hatte die Augen geschlossen. Er schnarchte ein wenig und war deshalb vermutlich für das Geräusch von vorhin verantwortlich. Ich holte tief Luft und rief mir noch einmal meinen Auftrag ins Gedächtnis.
Ich musste dem ein Ende setzen. Denn ich wollte Rache und auf einem anderen Weg würde ich sie nicht bekommen. Ich zückte mein Messer und ging näher heran.
Ihn im Schlaf zu erlegen, würde am einfachsten sein. Mein Messer berührte schon seinen Hals, als ich plötzlich nervös wurde. Meine Hände fingen an zu zittern und sie wurden schwitzig. Ich wollte das Messer zurück ziehen, um mich zu beruhigen, doch dabei traf ich seinen Arm und es floss Blut.
Es war keine kleine Wunde, aber auch keine Große. Eine mittelmäßige Schnittwunde. Ed schlug die Augen auf und ich starrte ihn entgeistert an. Das Messer fiel zu Boden und ich war nicht fähig irgendetwas zu machen.
„Lisa was machst du denn hier?", murmelte er verschlafen. „Vergiss einfach, dass ich hier war.", verzweifelt sah ich ihn und bekam einen verwirrten Blick zurück. Mir stiegen die Tränen in die Augen und ich bückte mich schnell, um das Messer aufzuheben.
„Bitte.", bat ich aufgelöst und schluchzte.
Keine Sekunde hielt ich es hier noch länger aus. Ich war zu verzweifelt und schaffte es einfach nicht, ihn zu töten. Deshalb wartete ich seine Antwort nicht mehr ab, sondern flüchtete ruckartig.
Okay hierfür werdet ihr mich jetzt nicht hassen. Hoffe ich zumindest, aber es ist ja noch nicht zu Ende. Es kann noch alles passieren...
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The Order (Adventskalender 2015)
Ficção Adolescente„Du wirst diesen Auftrag erfüllen, haben wir uns da verstanden?" Stumm nickte ich vorsichtig und atmete erleichtert auf, nachdem er das Messer von meinem Hals genommen hatte. Ich weiß, dass ich keine Angst zeigen sollte, doch das war nicht so einfac...
