Da stand er.
Wieder einmal vor mir und mein Herz zog sich schmerzhaft zusammen.Obwohl er mit dem Rücken zu mir stand, war ich mir todsicher, dass er es war.
Kein anderer schaffte es mit mir so etwas anzustellen. Ich holte tief Luft, um mich zu beruhigen und sofort kam der Hass hoch. Liebe und Hass liegen so nah beieinander. Trotzdem zwang ich mich die Situation zu überblicken.
Er hielt dem Typen, dem ich das Essen bringen wollte, eine Waffe an die Stirn. Die Angst in den Augen des Typen war nicht zu übersehen. Ich habe sie schon oft gesehen und trotzdem war diese anders. Keiner bewegte sich oder wagte zu atmen.
Wäre ich an deren Stelle, würde ich auch nichts machen. Lieber irgendein anderer als man selber. Ich handelte ohne direkt nachzudenken. Meine Schritte waren leise- Ich war geübt darin. Der Typ mit dem Essen bemerkte mich aus den Augenwinkeln und ich zeigte ihm, er solle leise sein.
Kurz bevor ich vor ihm stand, zog sich mein Herz noch einmal erneut zusammen. War es das Richtige? Würde ich es schaffen? Es war mir bewusst, wenn ich noch länger zögern würde, dass ich mich nicht trauen würde oder das Leben vorbei sein würde.
Deshalb nahm ich das Tablett und haute es ihm kurzerhand auf den Kopf, obwohl es mir auch ein wenig leid tat um die Häppchen. Er taumelte einen Schritt und wirbelte herum. Seine Augen wurden größer, als er sah, dass er es mit mir zu tun hatte, doch dann verwandelte sich sein Mund zu einem Grinsen.
Er kam auf mich zu und hielt meine Arme fest, damit ich mich so wenig wie möglich gegen ihn wehren konnte. Ich spürte den harten Aufprall an meinem Rücken und mir wurde bewusst, dass ich an die Hauswand gedrückt wurde. Seine normale Methode.
Ich nahm mein Bein hoch und schlug es mit voller Wucht weg, sodass er ein paar Meter zurück schwankte. Das nutzte ich sofort aus und warf mich mit voller Wucht auf ihn. „Das ist mein Auftrag.", knurrte ich und hielt seine Arme auf den Boden.
„Du weißt, dass mich so etwas nicht interessiert, Prinzessin.", grinste er, überwältigte mich und thronte nun über mir. „Hör auf mich so zu nennen.", fauchte ich und am liebsten hätte ich wieder die Oberhand übernommen, doch er hielt meine Hände so fest, dass ich mich gar nicht wehren konnte. „Früher hat es dir doch auch gefallen.", er setzte sein Lächeln auf, mit dem er mich jedes Mal rum bekommen hatte.
So auch dieses Mal. Ich hörte auf mich zu wehren und meine Mundwinkel zuckten hoch. Er strich vorsichtig mit einer Hand über meine Wange. Es könnte alles so wie früher werden. Wir beide zusammen. Keiner würde uns schlagen können.
Aus dem Augenwinkel nahm ich eine Bewegung wahr und plötzlich holte mich wieder alles ein. „Du Mistkerl.", schrie ich und stieß ihn mit meinen Beinen und auch mit meinen Händen weg. Diese Sinnes Umwandlung konnte ich mir selber nicht erklären, doch dafür hatte ich gerade keine Zeit. „Du wusstest genau, dass das mein Auftrag ist.", brummte ich und stieß ihn gegen Wand, kaum war er aufgestanden.
„Sieh mal einer an.", nickte er mir zu. „Wehe, du wagst es dich noch einmal meinen Aufträgen näher zu kommen.", drohte ich ihm und drückte ihn fester gegen Wand.
„Was dann Prinzessin?", fragte er grinsend nach. Ihm würde wohl nie sein Grinsen vergehen, egal in welcher Situation. Das habe ich an ihm so sehr geliebt.
„Du würdest urplötzlich aufhören zu atmen.", konterte ich, jedoch verging ihm sein Grinsen immer noch nicht, „Hör auf so blöd zu grinsen." „Du würdest mir nie etwas antun können. Das weiß ich genau.", erklärte er und meine Gesichtszüge entglitten mir.
Er hatte Recht. Im Innersten wusste ich, dass ich die Drohung niemals wahr machen könnte, doch ich durfte mir es nicht ansehen lassen. Das wäre mein Untergang. „Ach Baby.", murmelte er.
„Verschwinde.", ich ignorierte seine Aussage und ließ ihm Freiraum, damit er abhauen konnte. Er entwand sich aus meinen Händen, jedoch hatte er nicht vor mich in Ruhe zu lassen. Schneller als ich es bemerken konnte, wirbelte er schon herum und presste mich an die Wand. „Was willst du?", knurrte ich.
„Ich wollte dir nur Tschüss sagen, Prinzessin.", grinste er und hauchte mir einen Kuss auf die Wange. Zuerst sollte dieser auf meinen Mund landen, doch ich schaffte es meinen Kopf rechtzeitig zu drehen. „Verschwinde einfach.", fauchte ich und er ließ tatsächlich von mir los.
Während er lief, sah er noch einmal über seine Schulter zu mir und zwinkerte mir zu, doch dann war er schon weg. Ich sah ihm noch so lange hinterher, bis ich ihn nicht mehr sehen konnte. Erst dann sackte ich auf dem Boden zusammen und starrte auf die Steine.
Wie schaffte er es, dass ich immer noch auf ihn reagierte?
„Ist alles in Ordnung?", ich spürte eine Hand auf meinem Rücken und wehrte sie sofort ab. Mein Körper sprang vom Boden auf und ich war in meiner Kampfstellung.
Vor mir stand der Typ, der Essen wollte, mit abwehrenden Händen. Sofort ließ ich meine Stellung bleiben und sah auf den Boden. „Ich bin es nur. Geht es dir gut?", wollte er wissen, doch ich hörte raus, dass er sich nicht näher traute. „Ja.", murmelte ich, obwohl das wieder einmal eine Lüge war.
Es hatte ihn schlichtweg einfach nicht zu interessieren. Diese Sache ging nur mich etwas an.
„Sie wird mein Bodyguard.", hörte ich auf einmal wen rufen und sah erstaunt hoch. Ed kam fassungslos näher, blieb jedoch mit einem Sicherheitsabstand wie der Andere vor mir stehen.
„Das glaubst auch nur du. Wenn wird sie meiner.", wehrte der Andere ab. „Ich habe sie aber zuerst gesehen.", argumentierte Ed und streckte ihm die Zunge raus. „Falsch. Das war einer von uns. Deshalb haben wir ein Recht darauf. Außerdem hat sie mir mein Leben gerettet. Sie ist eigentlich schon meiner.", grinste er und streckte ebenfalls die Zunge raus.
Wüsste man nicht, dass sie berühmt wären, hätte man glauben können, dass sie kleine Kinder wären. „Natürlich nur, wenn du möchtest.", fügte er nach einem Seitenblick zu mir hinzu und ich sah ihn fragend an.
„Mein Bodyguard werden?", wiederholte er fragend und ich erinnerte mich. Wäre es schlau den Beruf sozusagen zu wechseln?
Hoch die Hände, Wochenende *-* Eins meiner Lieblingskapitel :)) Heute mal eher :D. Schon alle Weihnachtsgeschenke besorgt? Was meint ihr? Wird sie der Bodyguard?
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The Order (Adventskalender 2015)
Fiksi Remaja„Du wirst diesen Auftrag erfüllen, haben wir uns da verstanden?" Stumm nickte ich vorsichtig und atmete erleichtert auf, nachdem er das Messer von meinem Hals genommen hatte. Ich weiß, dass ich keine Angst zeigen sollte, doch das war nicht so einfac...
