"Du musst hier bleiben!", rief er und umklammerte nun meine beiden Beine. "Das geht nicht Collin.", versuchte ich es sanft. Langsam löste er sich. "Du musst mich aber beschützen.", sprach der Kleine mit Kulleraugen. Ich wusste, worauf er anspielte. Vielleicht dachte er ja, das alles sei ein Spiel. "Ich bin mir sicher, dass du schon so stark genug bist, dass du dich alleine beschützen kannst.", grinste ich, als ich mich zu ihm herunter kniete und an seine Arme seine Muskeln fühlte. Luke sah uns mit einem Lächeln im Gesicht an, was mein Herz nur noch schneller schlagen ließ. Kaum verließen wir den Kindergarten, kamen alle Sorgen wieder. Es kamen sogar die Zweifel auf, ob ich ihm erzählen sollte, was war. Ob er es verkraften würde. "Wir müssen reden, Ashton.", sagte er auf einmal. Mein Herz rutschte mir in die Hose.
A S H T O N
Als ich das letzte Mal auf meine Uhr sah, war es gerade mal zwei Uhr. Luke und ich saßen zusammen in einem Restaurant und genossen die Spezialitäten aus fremden Ländern. Er wollte schon seit geraumer Zeit reden, doch er hielt seinen Mund verschlossen. Nur, wenn er sich die Nudeln in den Mund stopfte, öffnete er seine wunderschönen Lippen, die ich dauerhaft küssen könnte. "Also?", fing ich das Thema an, was mir schon seit den vielen Stunden auf den Herzen lag. Der Blondschopf beschenkte mich nur mit seinem ahnungslosen Blick. Dann verstand er. "Achso.", grinste er, als er die Nudeln heruntergeschluckt hatte. Auf einmal nahm er meine Hand. "Ashton, ich weiß, dass dich irgendwas bedrückt.", fing Luke mit einem ernsten, aber besorgtem Ton an. "Mich bedrückt auch was, wenn ich ehrlich bin. Aber zuerst solltest du sagen, was lost ist. Du bist mein Gast, ich weiß zwar nicht für wie lange, aber ich finde, dass es uns beiden gut gehen sollte." Also waren doch keine Gefühle im Spiel? Ein Kloß im Hals war zu spüren, meine Kehle war wie zugeschnürt. Seufzend senkte ich meinen Blick. Ich wollte nicht nachgeben und das Weichei sein, was zuerst die bedingungslose Liebe gestand. So ein Typ war ich nicht. Zumindest dachte ich das. "Was ist los?", fragte er erneut etwas besorgt, fuhr mit seinem Daumen über meine Hand. "Erzähl du zuerst.", war meine Forderung, die, wie ich fand, doch etwas zu kalt rüber kam, als sie sollte. Luke hörte sofort und schob den Teller von sich weg. "Kannst du dich noch an das Handy erinnern, was im Flur rumlag?", fragte er und fummelte an seiner Hosentasche herum. Ich nickte verwirrt, während ich seine Finger genau verfolgte. "Ich hab es entsperrt und es ist Michaels Handy. Und ich habe dort bei den Chats nach irgendwas gesucht, ich weiß auch nicht, nach was. Jedenfalls habe ich den Chat von Nina und ihm gefunden.", erzählte er mir, wobei ich gebannt zuhörte. Sein Blick schweifte etwas zur Seite, doch dann sah er mich wieder an. "Du weißt ja, dass Nina gestorben ist. Natürlich. Kein Suizid oder Krankheiten. Und, naja. Jetzt kommt mir das alles so komisch vor.", seufzte er. "Was stand denn im Chat?", fragte ich neugierig nach und griff nach seinen warmen Händen. "Michael wollte Collin haben, aus welchem Grund auch immer. Er meinte, er sei der Vater." Hoffentlich hörte er mein armes Herz nicht hämmern. Langsam nickte ich. "Und Nina hat ihm geschrieben, dass er nicht der Vater sei. Weder er, noch ich." Meine Augen weiteten sich schlagartig. "Vielleicht war sie unter Drogen oder so, damals hatte sie öfters mal gekifft und Zeit mit Michael verbracht, aber, vielleicht-" - "Vielleicht wollte sie Michael einfach nur abwimmeln.", versuchte ich dem Blondschopf aufzumuntern. Besorgt stand ich vom Tisch auf und kniete mich neben ihn hin. "Hey.", schmollte ich fast, als ich sah, dass er Tränen vergoss.
Es dauerte nicht lange, bis ich für uns, mit meinem letzten Geld, bezahlt hatte und wir uns auf dem Weg zu Lukes Haus machten. In zwei Stunden müssten wir Collin abholen, weswegen ich immer wieder auf die Uhr sah. Während der Hausbesitzer mir Eintritt gewährte, erzählte er seine wildesten Fantasien, die er wegen Nina und dem Arschloch hatte. Plötzlich aber, drückte ich den Blondschopf an die Wand. Meine, von der Lederjacke überzogenen, Arme, stützten sich jeweils neben Lukes Gesicht ab. Ich merkte, wie rot er wurde, als ich immer näher kam und ihm schließlich endgültig zum Schweigen brachte.
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Call me daddy {Lashton ff}
FanficNachdem der braunhaarige Lockenkopf Sozialstunden abarbeiten muss, anstatt für seine mehrfachen Diebstähle und Körperverletzungen ins Gefängnis zu müssen, schickt ihn sein Betreuer zu einem allein erziehenden Vater, der mit seinem Kind letzten Endes...