Kapitel 6

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"Wie bitte? Dylan was soll das? Dreh jetzt um." "Nein." Das war doch zum verrückt werden.
Plötzlich blieb das Auto stehen und ich schaute mich verwirrt um. "Wo sind wir?" "Lass dich überraschen." Er wusste genau das ich Überraschungen wie die Pest hasste, also blieb ich trotzig sitzen, als er das Auto verließ und fing an mich umzusehen. Wir standen auf einer großen Lichtung, auf welcher in der Mitte ein großer, alter Baum stand. Irgendwie kam mir die Gegend bekannt vor, doch mir wollte nicht einfallen woher. Dylan hatte es sich bereits unter dem Baum bequem gemacht und wartete anscheinend auf mich, doch da könnte er lange warten.

Dylan:

Ich lag seelenruhig auf der Decke und wartete auf Bella, sie mochte zwar keine Überraschungen, aber anders kam ich ja nicht an sie ran. Sie hatte mich die ganze Woche ignoriert und auf keinen meiner Anrufe reagiert. Also hatte ich mir etwas anderes einfallen lassen müssen. Da wir früher oft hier waren wenn wir auf nichts und niemanden mehr Lust hatten, war dieser Ort, zu unserem Ort geworden und eignete sich für eine Entschuldigung perfekt.
Da sie ohne mich hier nicht mehr weg kommen würde und sie genau wusste wie stur ich sein konnte, würde sie jeden Moment ankommen und ihre eigene Sturheit hinten anstellen.
Hatte ich es gerade nur gedacht so setzte sie sich jetzt wirklich neben mich und starte in die Ferne. Ich musste leicht grinsen, ich kannte sie halt doch noch, zumindest ein bisschen.
"Wofür machst du das alles?" Durchbrach sie nach einiger Zeit die Stille. "Für dich." Sie schwieg wieder und starte weiter hin gerade aus. Also ergriff ich das Wort, "Ich möchte mich bei dir entschuldigen. Du hattest Recht, ich darf mich nicht in deine Sachen einmischen, auch wenn ich es gerne würde. Es ist deine Entscheidung und das muss ich akzeptieren. Das muss ich bei dir und das werde ich auch bei Kate müssen. Aber vorallem möchte ich eine Sache zurück nehmen. Denn du wirst immer meine Bella bleiben, egal was passiert und egal was ich sage. Daran wird sich nichts ändern. Also, verzeihst du mir?" Fragte ich sie reumütig, am Ende meines kleinen Monologs. Sie schaute mir in die Augen, so als wolle sie feststellen ob es eine Lüge oder doch die Wahrheit war. "Ja." Sagte sie dann leise, viel mir in die Arme und vergrub ihren Kopf an meiner Halsbeuge. "Ich möchte immer deine Bella bleiben." Flüsterte sie ganz leise und ich drückte sie noch fester an mich.
Als wir uns lösten, setzte sie sich wieder neben mich und legte ihren Kopf an meine Schulter.

Bella:

Am nächsten morgen wachte ich mit einem Lächeln im Gesicht auf, so wie ich gestern Abend bereits eingeschlafen war. Endlich war alles wieder so wie ich es mir gewünscht hatte und ich war seid langem wieder glücklich. Obwohl mir mittlerweile klar war, warum Kate gestern mit mir shoppen wollte und warum ich das Kleid anbehalten sollte, war ich kein bisschen böse auf sie. Schließlich hatten Dylan und ich es ihr zu verdanken das wir uns wieder vertragen hatten. Natürlich war das alles Dylans Idee gewesen, aber sie spielte trotzdem eine wichtige Rolle.
Nachdem wir uns gestern also wieder vertragen hatten, saßen wir noch einige Zeit auf der Lichtung und hingen unseren Gedanken nach. Da war mir dann auch aufgefallen, das Dylan sich "unsere" Lichtung ausgesucht hatte, auf der wir früher sehr viel Zeit verbracht hatten.
Als es dann angefangen hatte dunkel zu werden, hatten wir uns auf den Rückweg gemacht.
Heute war Samstag und heute Abend stand wieder eine Party an, doch bis dahin hatte ich noch ein paar Stunden Zeit. Langsam krabbelte ich aus meinem Bett und lief in die Küche, dort saßen meine Eltern bereits am Tisch und frühstückten. Ich nahm mir den Orangensaft aus dem Kühlschrank und gesellte mich zu ihnen. "Guten morgen." Sagte ich fröhlich und schnappte mir ein Croissant aus dem Brötchenkorb. "Guten morgen, hast du gut geschlafen?" Fragte meine Mum und beobachtete mich lächelnd. "Und wie." Gab ich als Antwort und bis in mein Croissant. Jetzt schaltete sich auch mein Dad ein. "Wie kommt's?" "Ich hab mich wieder mit Dylan vertragen." Das Lächeln meiner Mum wurde noch breiter und sie sagte: "Das freut mich mein Engel." Mein Dad jedoch schaute mich etwas besorgt an und meinte: "Lass es bloß nicht wieder zu weit kommen." "Werde ich nicht Dad, ich habe dazu gelernt." Immer noch zweifelnd schaute er mich an: "Das hoffe ich doch, mein Schatz." Dann wandte er sich wieder seiner Zeitung zu. Nach dem Frühstück schnappte ich mir mein Handy und rief Blair an. "Hey Süße. Was gibt's?" "Ich hab mich wieder mit Dylan vertragen." Sagte ich grinsend. "Siehst du, ich wusste das er sich entschuldigen würde." Ich erzählte ihr kurz wie das Gespräch abgelaufen war und dann verabredeten wir uns für später, um uns zusammen für die Party fertig zu machen.

Mittlerweile war es Nachmittag und ich hatte mich nach einem langen Bad auf die Couch gelegt und schaltete durch die Programme, als es an der Tür klingelte. Also stand ich genervt auf und öffnete die Tür. Vor mir stand ein grinsender Dylan und wedelte mit zwei Scheinen vor meinem Gesicht rum. "Was ist das?" "Dir auch ein 'Hallo'." "Hallo." Erwiderte ich Augen verdrehend. "Eine Überraschung." Schnell drängelte er sich an mir vorbei und lief ins Wohnzimmer, dort ließ er sich auf die Couch plumpsen und deutete mir an mich neben ihn zu setzen. Seufzend schloss ich die Tür und folgte seiner Aufforderung. "Also?" Wollte ich wissen. "Das meine Liebe." Wieder wedelte er mit den Scheinen vor meinem Gesicht herum. "Man Dylan, jetzt spann mich nicht so auf die Folter." Motzte ich ihn an. "Ist ja gut." Lachte er. "Das sind Flugtickets." Stolz hielt er mir sie unter die Nase. "Und wofür?" Fragte ich ihn skeptisch und schnappte mir die Tickets. Dann sah ich das Reiseziel. "Amerika? Warum hast du zwei Flugtickets nach Amerika?" Fragte ich ungläubig. "Weil wir beide nach Amerika fliegen werden für unsere Deutscharbeit." Erzählte er mir immer noch grinsend. Als ich den Sinn dahinter verstand, fing ich an zu kreischen und fiel Dylan um den Hals. "Wie cool ist das denn, ich komme nach Amerika." "Überraschung gelungen?" Fragte er mich lachend. "Und wie. Wann geht's los?" Lachend setzte er mich wieder neben sich und antwortete: "In den nächsten Ferien. Es ist bereits alles mit deinen Eltern besprochen."

Dylan:

Am Abend machte ich mich mit Bella und Blair auf den Weg zur Party. Wir legten den gleichen Auftritt, wie beim letzten Mal hin. Alle schauten uns an, als wir das Haus betraten und uns störte es mal wieder kein bisschen. Wir steuerten auf die Bar zu und drei Kurze später befanden wir uns alle auf der Tanzfläche. Um Bella tümmelten sich bereits einige Jungs und ich ballte meine Hände zu Fäusten, jedoch hatte ich es ihr versprochen und würde mich auch daran halten. Also schaute ich wieder von ihr weg und ging auf das Spiel der Mädchen um mich herum ein. Nach kurzer Zeit wurde es mir jedoch zu langweilig und ich ging wieder an die Bar. Zwei weitere Kurze später saß ich also an der Bar und ließ meinen Blick durch den Raum schweifen. Als er an Bella hängen blieb, wurde ich wieder sauer und hätte den ganzen Typen am liebsten die Augen aus ihren Köpfen gekratzt, so wie die Bella alle anschmachteten. Meine Hände hatten sich wieder zu Fäusten geballt, als ich auf einmal zwei kleine Hände auf ihnen spürte. Verwundert drehte ich mich um und blickte in das Gesicht einer kleinen rothaarigen Schönheit. "Warum so wütend, mein Süßer?" "Ganz schön neugierig was?" Antwortete ich grinsend. Sie grinste nur zurück und legte ihren Kopf leicht schief. Ich seufzte und schaute wieder zu Bella. Die kleine rothaarige folgte meinem Blick und fragte: "Wegen der Kleinen dahinten?" Sie zeigte mit ihrem Kopf in Bellas Richtung. Als ich ihr nicht antwortete und meine Hände wieder zu Fäusten ballte fragte sie verführerisch: "Kleine Ablenkung gefällig?" Ich grinste zurück und schon zog sie mich zu sich runter und drückte ihre Lippen auf meine. Ich zog sie auf meinen Schoß, damit die Position etwas angenehmer wurde. Jedoch konnte ich nun über ihre Schulter gucken und sah wieder Bella die mittlerweile auch an den Lippen irgendeines Typen hing. Also packte ich mir die Kleine auf meinem Schoß und lief mit ihr in ein freies Zimmer. Ich war wütend und musste mich abreagieren und vor allem ablenken. Daher kam mir die Kleine gerade Recht und da sie wusste worauf sie sich einließ, war es mir auch einfach egal.

Bella:

Am nächsten Morgen wachte ich mit recht klarem Kopf in einem fremden Bett auf. Nachdem ich mich umgeschaut hatte, regestrierte ich das ich mich noch immer in dem Haus von gestern befand und neben mir lag ein Junge und war noch tief und fest am schlafen. Leise verließ ich das Bett und sammelte meine Sachen zusammen, zog mich an und schlich mich dann aus dem Zimmer und dem kompletten Haus. Dann machte ich mich auf den Weg nach Hause und dachte über den gestrigen Abend nach. Dylan hatte tatsächlich Wort gehalten und sich nicht in meine Angelegenheiten eingemischt. Zwar war mir nicht entgangen, dass er ein paar mal kurz davor war sich den Typen vorzuknöpfen, jedoch hatte er es geschafft sich zurück zu halten und war kurze Zeit später, selbst mit einem Mädchen verschwunden. Somit wurde der Abend für mich auch angenehmer. Ich musste nicht mehr ständig aufpassen, ob Dylan sich wieder auf einen der Jungs in meiner Nähe stürzten würde oder nicht. So hatte ich mir auch einen schönen Abend gemacht.
Als ich zu Hause ankam schlich ich mich hinein und versuchte keinen Mucks von mir zu geben. Meine Eltern schienen noch zu schlafen und so kam ich unendeckt in mein Zimmer. Wir hatten gerade mal sechs Uhr früh und so beschloss ich mich wieder in mein Bett zu kuscheln und noch eine Runde zu schlafen.

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