Kapitel 7

36 2 0
                                        

Bella:
Mittlerweile waren fast vier Wochen vergangen und Dylan und ich verstanden uns wieder sehr gut und es war, sehr zu meinem Leidwesen, fast wieder so wie früher. Kate hatte sich super eingelebt und mittlerweile hatte Dylan auch nichts mehr dagegen das sie mit Liam, einem Jungen aus ihrer Klasse zusammen war. Nur bei seinen Eltern lief nicht alles super, sie stritten sich sehr oft und Caro saß danach meistens weinend bei uns und fragte meine Mum um Rat.

Ich saß gerade in meinem Zimmer und machte meine Hausaufgaben, als die Tür aufgerissen wurde. Ich drehte mich um, "Man, Dylan kannst du nicht anklopfen?" "Sorry." Brachte er schwer atmend hervor. "Was ist los?" "Meine...Eltern..." Er stockte und lehnte sich an meinem Türrahmen an. Während er versuchte runter zu kommen, stand ich auf und stellte mich vor ihn. "Meine Eltern wollen sich scheiden lassen." "Oh." War das einzige was mir da als erstes zu einfiel, sehr hilfreich. "Aber das ist nicht das Problem." Ich schaute ihn entgeistert an. "Mein Vater zieht wieder nach Amerika und ich muss mit." Ich brauchte eine Weile um zu realisieren, was das bedeuten würde.
Das wars, meine Welt und mein Herz zersprangen in tausend Teile, ich lief rückwärts auf mein Bett zu und ließ mich dann auf dieses fallen. Das konnte nicht war sein, nicht schon wieder. Ich hatte ihn doch gerade erst wieder, wieso musste er dann jetzt schon wieder gehen?
Ich hatte gar nicht gemerkt, dass ich angefangen hatte zu weinen, bis Dylan sich neben mich setzte und mir die Tränen weg wischte. "Hey nicht weinen. Es wird alles gut." Versuchte er mich zu beruhigen, doch das brachte gar nichts, im Gegenteil. "Nein, es wird nichts gut. Gar nichts wird gut, es wird alles schlimmer." Sagte ich laut und sprang auf. Ich lief in meinem Zimmer hin und her und Dylan guckte mich erschrocken an. Ich murmelte die ganze Zeit etwas vor mir her und wiederholte dies immer wieder. Irgendwann kam nur noch ein Schluchzen aus meiner Kehle, meine Sicht wurde unklar und ich sank zu Boden.

----------------------

Dylan:

Sie murmelte die ganze Zeit, die gleichen Wörter, doch ich verstand sie nicht wirklich. Als sie zu Boden sank, sprang ich auf und lief zu ihr, ich nahm sie in den Arm und versuchte sie zu trösten, doch sie schluchzte einfach weiter. Sie zitterte am ganzen Leib und schien nichts mehr um sich herum mitzubekommen. Kurzerhand hob ich sie hoch und trug sie auf ihr Bett. Dort legte ich sie vorsichtig hin. Als ich mich wieder aufrichten wollte, krallte sie sich in meinem Shirt fest und murmelte: "Nein, verlass mich nicht." Also legte ich mich neben sie und zog sie an mich, dann umschlang ich ihren Körper mit meinen Armen und sie vergrub ihr Gesicht an meiner Brust. Nach einiger Zeit schien sie eingeschlafen zu sein, da die Schluchzer aufhörten, jedoch weinte sie im Schlaf weiter und hielt mich auch weiterhin fest, also blieb ich einfach neben ihr liegen, doch an einschlafen war nicht zu denken. Mir schwirrten viel zu viele Fragen durch den Kopf.

Bella:

Als ich wieder zu mir kam, hätte ich mich selber Ohrfeigen können. Ich wollte nicht wieder so enden wie damals und trotzdem hatte ich diesen Zusammenbruch erneut. Zwar war er nicht so schlimm wie damals, aber ein Anzeichen dafür das es wieder los ging. Doch das schlimmste war, Dylan hatte es mitbekommen und würde mich nun ausfragen. Aber er dürfte es nicht erfahren, niemals. Er soll nicht wissen wie sehr ich gelitten habe, wie groß mein Schmerz war, wegen ihm. Das dürfte er niemals erfahren und das wird er auch nicht, also muss ich mir was einfallen lassen. Und das so schnell es ging, denn als ich meine Augen aufschlug, blickte ich direkt in seine braunen, besorgten Augen.
"Geht es dir gut? Was war los?" Fieberhaft überlegte ich, was ich ihm sagen könnte, doch etwas vernünftiges wollte mir nicht einfallen. "Ja klar alles gut, was soll los sein?" Ich lächelte ihn an und hoffte das er es mir abkaufen würde, doch das es nicht so war, hätte mir klar sein müssen. "Das wüsste ich auch gerne. Warum hattest du diesen Zusammenbruch?" "Das war doch kein Zusammenbruch, mir wurde nur kurz alles zu viel, mehr nicht." "Das sah aber nach sehr viel mehr aus." "Wenn ich dir sage das alles okay ist, ist es das auch also hör auf zu fragen." Er sah mich etwas verletzt an, hörte aber endlich auf mich zu fragen. Ich wusste das es nicht richtig war, ihn so anzufahren, aber mir blieb keine andere Möglichkeit. "Also nochmal in Ruhe, was ist bei dir zu Hause passiert?" Er schien mit dem Themenwechsel einverstanden zu sein, jedoch wusste ich, dass das andere Thema für ihn noch nicht durch war. "Also Mum und Dad haben sich mal wieder gestritten, weil mein Dad nur noch am arbeiten ist und keine Zeit mehr für seine Familie hat. Mum passt das ganze nicht mehr und hat ihm ein Ultimatum gestellt. Entweder er sagt das Meeting am Wochenende ab und macht mal was mit uns und auch in Zukunft ist er mal für uns da oder meine Mum will die Scheidung. Da Dad es nicht für nötig hielt, ist jetzt letzteres eingetreten und mein Dad geht wieder nach Amerika. Kate kann bei Mum bleiben aber ich muss mit, weil ich in ein paar Jahren die Firma übernehmen soll." Ich schluckte einmal und versuchte stark zu bleiben um einen weiteren Zusammenbruch zu bewahren. "Und was willst du jetzt tun?" "Na was wohl? Meinen Vater überzeugen, das ich hier bleiben darf." "Und wie willst du das anstellen?" "Naja, ich hab da so eine Idee, aber damit musst du einverstanden sein." Ich hatte zwar keine Ahnung worum es ging, aber um Dylan weiterhin bei mir zu haben, würde ich alles machen. "Schieß los." Damit fing Dylan an, von seinem Plan zu erzählen, ich bezweifelte zwar das er funktionieren würde, aber versuchen könnten wir es mal.

Nachdem Dylan sich verabschiedet hatte, hatte ich mich schnell umgezogen und war sofort in mein Cabrio gestiegen und zu Blair gefahren.
Ich klingelte und Blairs Mutter machte mir auf. "Hallo Frau Schmidt." Begrüßte ich sie. "Ist Blair da?" "Hallo Bella, natürlich komm doch rein, sie ist in ihrem Zimmer." "Danke." Damit machte ich mich auf den Weg nach oben und betrat ohne zu klopfen ihr Zimmer. "Man Lukas wie oft habe...Oh du bist es Bella." "Hey, sorry das ich dich so überfalle." "Nicht schlimm, was ist los?" "Dylan kam eben zu mir und hat mir erzählt das er wieder nach Amerika muss und..." Ich fing an zu weinen und Blair zog mich zu sich auf ihr Bett. "Was ist dann passiert?" Ich versuchte mich zu beruhigen und fing wieder an zu erzählen. "Ich hab wieder einen Zusammenbruch gehabt und das direkt vor seinen Augen. Als ich wieder zu mir kam, wollte er natürlich wissen was los ist und ich wusste einfach nicht was ich sagen sollte. Daher hab ich ihn angezickt und ihm an den Kopf geworfen, dass es ihn nichts angehen würde." "Oh Süße, das tut mir leid. Aber warum hast du denn gleich so überreagiert?" "Ich hatte einfach Panik und wusste nicht was ich machen sollte." "Habt ihr jetzt wieder Streit?" "Nein, ich hab das Thema gewechselt und gefragt was er jetzt vor hat." "Na siehst du alles gut. Ich hab doch gesagt er wird es nicht erfahren. Und was macht ihr jetzt?" "Er hat vorgeschlagen ein Paar abzugeben vor unseren Eltern, damit er einen Grund hat um hier zu bleiben. Da er glaubt, dass sein Vater nicht verlangen würde, mit mir Schluss zu machen." "Na da habt ihr euch aber was eingebrockt." "Ich weiß."

HopeWo Geschichten leben. Entdecke jetzt