Ich hatte gerade meinen Koffer ausgepackt, da klingelte es auch schon an der Tür. Freudig lief ich nach unten, riss die Tür auf und fiel Blair um den Hals. Lachend erwiderte sie meine Umarmung. "Ich hab dich auch vermisst. Wie war Amerika?" "Super schön." Ich schnappte mir ihre Hand und zog sie nach oben in mein Zimmer. "Also, schieß los!" "Es war der Wahnsinn, wir haben so viel erlebt." Und so fing ich an, ihr die letzten zwei Wochen bis ins kleinste Detail zu beschreiben. Zwischendurch murmelte sie vor sich her, wie unfair das doch alles wäre und das sie manche Sachen auch gerne gemacht hätte, doch ansonsten war sie still und hörte mir aufmerksam zu. "Und du willst mir weiß machen, dass zwischen dir und Dylan nichts läuft?" "Man Blair, wie oft denn noch wir sind nur Freunde." "Dafür das ihr nur Freunde seid, hängt ihr aber ganz schön oft aufeinander." "Vor unseren Eltern spielen wir das doch nur und außerdem hab ich doch Jack. Und das wir jetzt zusammen in Urlaub waren, hängt auch nur damit zusammen, dass wir das Referat zusammen halten müssen." Ich nehme ein Nicken von ihr wahr und lehne mich auf meinem Bett zurück. "Seid Jack und du jetzt zusammen?" "Das nicht, aber trotzdem." "Na gut, wenn du meinst. Hast du mir eigentlich nichts mitgebracht?" Ich war ihr dankbar für den Themenwechsel und fing an zu grinsen, typisch Blair. Also stand ich auf und lief zu meinem Kleiderschrank, aus diesem holte ich eine Tüte und überreichte sie Blair. Ihre Augen fingen an zu leuchten und hastig griff sie in die Tüte und zog ihr Geschenk heraus. Wenn möglich, wurden ihre Augen noch größer und fielen ihr fast aus dem Kopf. "Oh mein Gott, du hast mir ein Kleid von Victoria Secrets mitgebracht." Anstatt ihr zu antworten, grinste ich nur doof und keine Sekunde später zog sie mich in eine Umarmung. "Danke." "Gerne, ich wusste doch das du es unbedingt haben wolltest." Ihre Umarmung wurde wenn möglich noch fester. "Na los, jetzt zieh es an. Wir müssen doch gleich auf die Party." Schnell befreite ich mich aus ihrer Umarmung und suchte mir ebenfalls ein Party Outfit raus. Dieses mal bestand es aus einem kurzen roten Kleid mit Spagettiträgern. Dazu braune Highheels und eine Statementkette. Da uns nicht mehr viel Zeit blieb, ließ ich meine Haare einfach offen über meinen Rücken fallen und schminkte mich nochmal kurz nach. Blair quickte immer noch fröhlich vor sich hin, wegen ihrem neu errungenen Kleid und machte sich summend fertig.
Auf der Party angekommen, mischten wir uns direkt unter die Menschenmenge und schneller als ich gucken konnte, hatte ich Blair auch schon aus den Augen verloren. Also machte ich mich auf den Weg zur improvisierten Bar und bestellte mir als erstes einen Cocktail. Dieser wurde mir auch direkt vor die Nase gestellt und ich nahm einen Schluck. Plötzlich spürte ich einen heißen Atem an meinem Nacken und kurz darauf weiche Lippen, die mir an dieser Stelle einen hauch zarten Kuss aufdrückten. "Hallo meine Hübsche." Diese Stimme kannte ich nur all zu gut, Jack's Stimme. Lächelnd drehte ich mich zu ihm um. "Na, mein Hübscher." Er grinste zurück und setzte sich dann auf einen Hocker neben mich. "Ich hab dich lange nicht gesehen, wo warst du?" "In Amerika." "Was hast du denn in Amerika gemacht?" Fragt er mich verblüfft. "Ach ich musste was für die Schule machen. Aber lass uns lieber etwas anderes machen, als hier doof rum zu sitzen." Also zog ich ihn auf die Tanzfläche und verschränkte meine Hände in seinem Nacken. Zuerst war er etwas irritiert, doch dann grinste er mich an und platzierte seine Hände auf meinen Hüften.
Wir tanzten bereits eine Weile, wobei man unsere Bewegungen wohl kaum noch als tanzen bezeichnen konnte, als Jack plötzlich von mir weg gerissen wurde. "Lass deine dreckigen Finger von ihr!" Sagte auf einmal jemand hinter mir. Da ich bis jetzt mit dem Rücken zu Jack getanzt hatte, drehte ich mich schnell um und schaute in das wütende Gesicht von Dylan. Als ich realisierte das er derjenige war, der mich von Jack weg gerissen hatte wurde auch ich wütend. Jack stellte sich wieder neben mich und legte beschützerich einen Arm um meine Taille. "Du sollst sie gefälligst in Ruhe lassen, habe ich gesagt." Wütete Dylan weiter. Jetzt riss auch bei mir der Geduldsfaden: "Was soll das Dylan? Das geht dich einen Scheiß an. Ich habe dir das schonmal gesagt und jetzt lass mich in Ruhe." Damit drehe ich mich um, greife nach Jacks Hand und ziehe ihn hinter mir her. Doch sofort wird Jack an seiner Schulter zurück gerissen und ich vernehme ein Knacken. Erschrocken drehe auch ich mich wieder um und schaue auf das Szenario vor mir.
Nachdem Dylan, Jack eine verpasst hat, hat dieser sich wieder erholt und geht zum Gegenangriff über. Und so landet dieses mal seine Hand in Dylans Gesicht. Schneller als ich gucken kann, fangen die beiden eine Prügelei an und ich stehe regungslos daneben und kann nichts tun. Mittlerweile sind mehrere Leute auf uns aufmerksam geworden, so dass sich jetzt zwei Jungs einen Weg durch die Menge bahnen und versuchen Jack und Dylan auseinander zu ziehen. Als sie dies geschafft haben, erwache auch ich endlich aus meiner Schockstarre und gehe wütend auf Dylan zu. Als ich vor ihm angekommen bin, klatsche ich ihm erstmal eine. Um uns herum höre ich ein paar Leute die Luft einziehen. "Du hast mir versprochen dich nicht mehr in meine Angelegenheiten einzumischen und dieses Versprechen hast du gebrochen. Damit sind wir fertig, du brauchst dich nicht mehr bei mir blicken lassen." Bevor mir die erste Träne die Wange runter laufen kann, drehe ich mich um und stürme aus dem Haus.
"Bella. Bella warte." Ertönt eine Stimme hinter mir. Ich renne einfach weiter, ich habe gerade keine Lust auf jemanden. Doch derjenige lässt nicht locker und packt mich an der Schulter, dreht mich um und zieht mich in eine Umarmung. Ich lasse es geschehen und weine mich an seiner Schulter aus. "Scccchhh. Alles wird gut." Er streichelt mir über den Rücken, so das ich mich etwas entspanne und flüstert mir beruhigende Worte ins Ohr. "Warum hat er das gemacht?" Frage ich mit brüchiger Stimme. "Er wollte dich nur beschützen." "Er hat sich aber nicht in meine Angelegenheiten einzumischen und das habe ich ihm schon einmal gesagt. Damals hat er mir versprochen sich nicht mehr einzumischen und jetzt hat er es doch gemacht." Langsam lassen die Tränen nach und an ihre Stelle tritt die Wut. "Er macht sich einfach Sorgen um dich." "Bist du gar nicht sauer auf ihn?" "Das hab ich nicht gesagt, ich verstehe ihn lediglich." Ich nehme meinen Kopf von seiner Brust und schaue ihn dankend an. Doch als ich sein Gesicht sehe, erschreke ich. "Oh mein Gott." Ich nehme sein Gesicht zwischen meine Hände und begutachte seine Verletzungen. Er verzieht kurz das Gesicht und nimmt dann meine Hände in seine. "Es ist nur ein blaues Auge, alles gut." Ich sehe ihn immer noch geschockt an. "Nur ein blaues Auge? Das muss doch verdammt weh tun. Komm wir gehen zu mir und ich verarzte das." "Das brauchst du nicht, es tut kaum weh." "Keine Wiederrede, ich hab sowieso keine Lust länger hier zu bleiben." Damit machen wir uns auf den Weg zu seinem Auto und fahren zu mir.
Bei mir zu Hause angekommen, ziehe ich Jack direkt nach oben in unser Bad und platziere ihn auf dem Badewannenrand. Dann nehme ich mir unseren Erste- Hilfekasten und gehe wieder zu Jack. Während ich ihn verarzte, komme ich ausversehen gegen seinen Bauch und er zuckt zusammen. Nachdem ich mit seinem Gesicht fertig bin, fordere ich ihn auf sein Oberteil auszuziehen. Er grinst mich dreckig an. "Den Part kannst gerne du übernehmen." Empört schlage ich ihm gegen die Schulter, doch ein kleines Grinsen kann ich mir nicht verkneifen. "Jetzt mach schon." Sage ich immer noch lachend. Ebenfalls lachend zieht er sich sein Oberteil über den Kopf, doch als er seinen Oberkörper entblößt, vergeht mir mein Lachen. Sein Bauch ist übersät mit großen und kleinen Blutergüssen, die sich langsam aber sicher lila färben. Als ich die Blutergüsse entlang fahre, zieht er scharf die Luft ein. "Es ist nicht so schlimm wie es aussieht." "Nicht so schlimm? Du bist übersät mit Blutergüssen, da hat Dylan ganze Arbeit geleistet." "Glaub mir, er wird schlimmer aussehen." "Das hoffe ich doch." Damit mache ich mich daran, seine Blutergüsse zu behandeln.
Als ich damit fertig bin, gehen wir in mein Zimmer. "Sollen wir noch einen Film gucken?" "Eigentlich möchte ich nur noch ins Bett und den Abend so schnell es geht vergessen." Also machten wir uns Bettfertig. Jack zog sich einfach bis auf die Boxer aus und machte es sich in meinem Bett bequem, während ich mir sein T-shirt schnappte und es mir überzog. Dann legte auch ich mich ins Bett und kuschelte mich an ihn. "Schlaf gut, Bella." "Du auch."
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Hope
Teen FictionWas passiert, wenn zwei Menschen auseinander gerissen werden und sich irgendwann wieder gegenüber stehen? Mit dieser Situation werden Bella Anderson und Dylan Johnson konfrontiert. Als Kinder sind die beiden unzertrennlich und die besten Freunde. D...
