Merida wachte durch Stimmen auf. Obwohl ihr Arm verheilt war, bestand Madam Tanana darauf, sie zur Beobachtung wenigstens eine Nacht im Krankenflügel zu behalten. Hicks wäre beinahe die ganze Nacht bei ihr geblieben, aber Jack hatte ihn nach draußen geschoben, irgendwas gegrummelt und dann waren sie mit einem "Bye" zur Nachtruhe verschwunden.
Nun lag Merida, den Rücken zum Eingang, auf ihrer linken Schulter im Krankenbett und lauschte den näher kommenden Stimmen. Da es mitten in der Nacht war, schätzungsweise 2 Uhr morgens, musste es ja verdammt wichtig sein, oder nicht?
"Hier herein, Liebes. Setz dich auf das Bett dort." Professor Tooth' hohe Stimme war unverkennbar, auch wenn sie flüsterte. "Ich eile und hole Meister Ugway", hörte Merida Professor Merlin wispern.
Merida zuckte kaum merklich zusammen. Sie wusste nicht, um wen es sich handelte, aber wenn Meister Ugway geholt werden musste und der Schulleiter dabei war, musste es etwas schlimmes sein. Den alten, weisen Heiler behelligte man nur, wenn es äußerst wichtig war.Schritte waren nun zu hören, ehe jemand, völlig außer Atem, im Krankenflügel erschien. "Valdi Valdonza", zischte er. Bunnymund. Unverkennbar.
Es musste sich also um einen Gryffindor handeln, sonst wäre der Hauslehrer eines anderen Hauses hier."Seien Sie doch nicht so laut, ich bin ja auf dem Weg", eine zittrige, alte Stimme näherte sich, das tock tock tock eines Stabes begeitete den älteren Herrn. Auch das Klackern von Absatzschuhen, was wohl die Heilerin in Ausbildung, Madam Susan Murphy sein musste, war deutlich zu vernehmen.
Merida bleib ganz ruhig liegen und lauschte der Konversation.
"Was ist denn vorgefallen?", fragte der alte Heiler, sich der Person nähernd, die auf dem Bett saß.
Kurze Stille.
"Ihre Stimme ist weg", gab Professor Tooth dann leise von sich, als hätte sie Angst, jemand könnte sie hören.
Wieder Stille.
"Ihre Stimme?", fragte Bunnymund verwirrt. Dass Ugway nichts sagte, ließ darauf schließen, dass er den oder die Betroffene bereits untersuchte. "Das kann doch nicht sein, Keule. Wie kann ein Mädchen von heute auf Morgen ihre Stimme verlieren. Sie war doch kerngesund!", in der Stimme des Hauslehrers war Wut und Verwirrung zu hören.
Ugway räusperte sich. "Bitte, ich würde es vorziehen, dass Sie ein wenig leiser sprechen. Einige Patienten schlafen hier noch und von diesem Vorfall sollten nicht so viele Personen Notiz nehmen, bevor wir nicht wissen, was die Ursache ist", beruhigte er den aufgebrachten Professor.
"Ich würde vorschlagen, Sie legen sich hier schlafen, Miss. Wir werden alles erdenkliche tun, um Ihnen Ihre Stimme wieder zu bringen", flüsterte Merlin dem Mädchen zu, welches ihre Stimme verloren hatte.
"Eine gute Nacht", wünschten die Professoren und die Heiler, die sich in ihre Räulichkeiten verzogen, um eine Lösung zu finden. Als sie niemanden mehr hören konnte, drehte Merida sich um.Auf dem Bett, um das sich vorher alle versammelt hatten, lag Arielle. Sie hatte sich zusammengerollt und das Glitzern feuchter Tränen war deutlich auf ihrem Gesicht zu erkennen.
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Angewidert nahm Merida den Löffel Medizin zu sich. Rapunzel rümpfte die Nase. "Das riecht ja schlimmer, als Ammoniak", sagte sie und wedelte mit der Hand vor ihrem Gesicht herum.
"Ich hab das Gefühl, das ist Ammoniak", erwiderte Mer, die sich dann vor Ekel schüttelte. Schnell nahm sie einen Schluck ihres Kürbissaftes, um den Geschmack wegzuspülen.Mer war am Morgen aus dem Krankenflügel entlassen worden, nachdem der Verband um ihre Schulter erneuert wurde und Tanana ihr die Flasche dieser Giftbrühe von Medizin gegeben hatte. Den Vorfall aus der vergangenen Nacht ließ der Rotschopf unerwähnt, auch wenn sich einige fragten, wo Arielle geblieben war. Sie durfte den Krankenflügel noch nicht verlassen, da die Lehrer und Heiler erst einmal gucken wollten, ob sie nicht eine Lösung finden konnten. Obwohl Merida dieses Ereignis nicht aus dem Kopf ging, schwieg sie darüber noch. Sie entschied sich, Hicks und Rapunzel davon zu erzählen, wenn die drei alleine waren.
Nun saß sie in der Großen Halle zum Frühstück mit ihren Freunden. Hicks saß ihr gegenüber, in ein Buch vertieft, während Mulan und Anna über eine Quidditchtaktik redeten, die sie am Samstag gegen Slytherin ausprobieren wollten.
Rapunzel begutachtete misstrauisch die Flasche Medizin, als Vaiana angestürmt kam."Leute, helft mir!", rief sie panisch und versteckte sich unter dem Tisch. Mit verwundertem Gesichtsausdruck guckten Merida und Rapunzel erst sich und dann Vaiana an, die sich dort zusammen gekauert hatte. Mulan, Anna und Hicks hoben erstaunt die Köpfe.
"Hey, Hübsche", eine schleimige, aalglatte Person tauchte auf und steuerte Merida und Rapunzel an. Beide verzogen das Gesicht. Randall Boggs.
"Verzieh dich, du Echse. Kein Interesse", Merida und Rapunzel rückten enger zusammen, um zu verhindern, dass dieser schleimige Sack von einem Slytherin ihre Freundin unter dem Tisch entdeckte.
"Sicher nicht?" Die Mädchen schüttelten den Kopf und warfen ihm einen Blick zu, der offensichtlich sagte, dass er wohl nicht alle Nadeln an der Tanne hatte, zu glauben, sie hätten Interesse an einem wie ihm.
"Habt ihr dieses philippinische Schneckchen hier irgendwo gesehen?", fragte er dann schulterzuckend.
"Auch sie wird wohl kein Interesse haben, Boggs, jetzt verzupf dich oder ich bring dich dazu", knurrte Merida, schob einen ihrer Ärmel hoch und war im Begriff aufzustehen.Rapunzel hielt sie auf und schüttelte beschwichtigend den Kopf.
"Los, Randall. Keiner hier ist erfreut dich zu sehen. Geh einfach", sagte Hicks ruhig und deutete mit dem Daumen weg von sich.Der Slytherin mit seinem lilafarbenen Haar verzog das Gesicht. Dann machte er eine abfällige Handbewegung, drehte sich auf dem Absatz um und verschwand.
Erleichtert kroch Vaiana unter dem Tisch hervor und setzte sich neben Hicks.
"Danke, das war knapp!", keuchte sie erleichtert und sah zur Tür, als befürchtete sie, er könne zurück kommen."Boggs' Hobby... wie gut, dass er nächstes Jahr nicht mehr hier ist. Vielleicht kommt er noch nach Azkaban als Sexualstraftäter", murrte Merida und biss in eines ihrer Sandwiches.
"Hicks!", Astrid schlenderte gemächlich zu ihnen rüber. "Wir müssen für Bunnymunds Prüfung lernen, kommst du jetzt, oder was?", fragte sie unfreundlich und verschränkte die Arme vor der Brust.
Hicks, den Mund voll mit Rührei, sah sie verwirrt an.
"Wir hatten ausgemacht, heute in der Freistunde vor dem Unterricht für diese ZAG-Prüfung zu lernen!", schnaubte sie.Hicks schluckte und schlug sich die Hand vor den Kopf. "Stimmt, sorry, ich komme!", bestätigte er, die Wangen leicht rosa vor Scham.
Rapunzel und Merida grinsten breit und zwinkerten synchron ihrem Kumpel zu, der von Astrid an der Kravatte aus der Großen Halle gezerrt wurde."Sie steht sowas von auf ihn", grinste Rapunzel. Merida sah sie an und legte den Kopf ein wenig irritiert schief. "Das ist so bei euch toughen Mädchen. Ihr versteckt mit dem gewalttätigen Verhalten eure Gefühle!", grinste sie breit.
Merida schnaubte in Verleugnung, obwohl sie wusste, dass es wahr war. Vor allem, als sie dort, wo Hicks eben gesessen hatte, durch die Lücke auf die andere Seite zum Tisch sehen konnte, wo Jack gerade angeregt mit Elsa und Mavis redete, die beide vor Verlegenheit kicherten.
Es war, als würde ihr Magen sich verknoten.Vaiana und Rapunzel tauschten kurze Blicke, dann hoben sie wissend eine Braue und grinsten.
"Musst du nicht auch trainieren?", fragte Vaiana mit einem Ton, der andeutete, sie solle rüber gehen und was unternehmen.
Merida schnaubte erneut. "Ja, muss ich!", antwortete sie schnippisch, nahm sich die andere Hälfte ihres Sandwiches, drückte ihre Bücher an die Brust und verließ dann mit hoch in die Luft gehobener Nase die Große Halle.Völlig überrascht, wieso sie nicht zu Jack gegangen war, sahen Vaiana und Rapunzel ihr hinterher. Dass Merida viel zu Stolz war, einen solchen Beweis ihrer Gefühle zu erbingen, indem sie zeigte, dass sie eifersüchtig war, hatten sie total vergessen.
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It begins! Der erste seltsame Vorfall! Ich hoffe, ich hab es spannend hinbekommen. Wenn man selbst schon weiß, was passiert, ist das wirklich schwer einzuschätzen xD
Lasst mir doch gerne Feedback da. Ich würde mich freuen, zu wissen, was euch gefallen hat und was nicht. Dann kann ich mich ein wenig verbessern ^-^Vielen herzlichen Dank fürs Lesen, ihr Schnuffels! *-*
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That's Hogwarts
Fiksi PenggemarEs ist Meridas fünftes Schuljahr und es kommen Probleme auf sie zu. Nicht nur, dass Nervensäge Jack Frost, der dem rothaarigen Gryffindormädchen seit dem ersten Tag auf den Geist geht, die wilde Gryffindor immer wieder in Verlegenheit bringen muss...