Als Jack aufwachte, war der Schlafsaal leer. Er rieb sich verpennt seine Augen und setzte sich auf, blinzelte ein paar mal und versuchte sich zu versichern, dass er auch wirklich nicht träumte.
Nö. Leer.
Wo sind denn alle?, fragte er sich und sah auf seine Uhr. Warum hat mich niemand geweckt?!
Panisch stolperte er aus dem Bett, zog sich mehr recht als billig seine Uniform an und hastete in den Gemeinschaftsaum. Mavis, Flynn und Jim sahen ihn mit hochgezogener Augenbraue an.
"Alles okay bei dir? Wieso so förmlich?", fragte Flynn und musterte Jacks Uniform. "Kravatten binden sollten wir noch üben, hm?", fragte er grinsend, als er Jacks schief zusammenbegundene Slytherinkravatte begutachtete.
"W-wa-was?", stammelte der vor sich hin. "Wieso seid ihr alle im Gemeinschaftsraum? Es ist Dienstag. Wir haben doch...Unterricht!" Jacks Gesichtsausdruck drückte deutliche Verwirrung aus.
Mavis lachte. "Achso, du hast es nicht mitbekommen", erklärte sie es sich dann selbst.
"Wie auch? Er hat geschlafen, wie ein Stein", warf Edmund ein, der an einem Tisch mit Jim Zauberschach spielte.Jack warf der Gruppe einen warnenden, sagt-mir-endlich-was-los-ist-Blick zu.
Flynn seufzte. "Der Schulleiter hat uns eine Ausgangssperre verhängt. Ein paar Schüler sind verschwunden und er möchte uns nicht gefährden. Sie durchsuchen gerade das ganze Schloss", erklärte er.
Jack bekam ein ungutes Gefühl. Er hatte bei Elsa Dinge angedeutet... Was war, wenn Pitch davon etwas mitbekommen hatte und es schon als Verrat ansah? Er wurde bleicher, als er es ohnhin schon war.
"Wer?", fragte er mit tonloser Stimme.
Mavis und Flynn tauschten besorgte Blicke. Auch Edmund und Jim sahen sich ein wenig zweifelnd an.
"Esmeralda Gitan, Belle Rosaire, Hans South, Randall Boggs und...", Jim schluckte.
Schon jetzt wusste er, wer es sein würde, dessen Namen Jim nicht aussprechen wollte. Sie alle hatten schon immer leicht geahnt, dass er was für die Schottin übrig hatte.. Seine Kehle wurde trocken und als er den Namen hörte, den er befürchtet hatte, hören zu müssen, wurde ihm schlecht."Merida DunBroch."
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Die Ausgangssperre blieb noch ein paar Tage erhalten. Da aber niemand mehr verschwand und im Schloss nichts verdächtiges gefunden worden war, außer die Statue von Anna und der Zauberstab von Merida, hielten die Professoren es für sinnvoll, den Unterricht wieder aufzugreifen.
In der Großen Halle herrschte trotzdem eine angespannte Stimmung. Jack und Flynn saßen missmutig über ihren Cornflakes und wechselten nicht ein Wort.
Jacks Gedanken hingen bei Merida. Er hatte nicht mehr mit ihr sprechen können. Sie machte jetzt wer weiß was durch und das in dem Glauben, Jack hätte es mit ihr nicht ernst gemeint. Was würde geschehen, wenn ihr was zustieß? Wenn sie verletzt oder gar getötet werden würde? Er würde es sich nie verzeihen können, wenn sie in dem Glauben starb, dass er sie benutzt hatte.
Er wurde aus seinen trübseeligen Gedanken gerissen, als Rapunzel mit wütendem Gesichtausdruck auf seinen Tisch zugestürmt kam. Sie packte ihn am Kragen und zog ihn wütend zu sich.
"Du bist Schuld! Warum?", fuhr sie ihn an. Jack starrte mit weit aufgerissenen Augen der Überraschung zurück. Auch Flynn war mehr als nur perplex.
"Süße?", fragte er und sah sie verwirrt an. So kannten sie Punzie überhaupt nicht. Sie wurde nicht wütend. Niemals!
"Was-Was meinst du?", stammelte Jack verwirrt.
"Du hast sie einfach fallen lassen! Deinetwegen ist sie deprimiert gewesen! Deinetwegen ist sie so verletzlich geworden! WIE-SO?!", betonte Rapunzel noch einmal deutlich. Sie war wie ausgewechselt. Dass sie nach und nach ihre Freunde verlor, tat ihr nicht besonders gut.Flynn wollte seine Freundin sanft von Jack wegziehen, aber sie schüttelte ihn ab.
"WIESO?!", schrie sie ihn an. Ihre Augen füllten sich mit Tränen, sie begann leicht zu zittern.
"Ich-ich", stotterte Jack vor sich hin. "Ich kann es dir nicht sagen", erklärte er schließlich leise. "Aber ich wollte niemals, dass ihr etwas geschieht", wisperte er, als Rapunzel leise schluchzend an seiner Schulter zusammen brach.
"Ich dachte, wenn ich Abstand von ihr nehme, dann ist sie sicher", der Kloß in seinem Hals wurde immer größer. "Ich tat das doch nur, um sie zu schützen."Eine Weile saßen sie sie da, Jack einen Arm auf Punzies Rücken, sie klammerte sich an seinem Hemd fest und weinte an seine Brust. Ein wenig später setzte sich Flynn dazu und legte einen Arm um seine Freundin, zog sie an sich und tröstete sie.
"Hey, ihr Heulsusen", unterbrach eine bekannte Stimme. Bunnymund stand vor der Bank, die Arme verschränkt.
"Kommen Sie mit, es gibt da jemanden, der mit ihnen reden möchte", sagte er mit gelangweilter Stimme. "HEY! Hofferson! Fa! Arendelle! Antreten!", brüllte er schließlich zu einem anderen Tisch. "Und wie heißt sie noch mal? Wala, Waila...lala...", murmelte der Professor vor sich hin.
"Waialiki!", sagten Rapunzel, Elsa, Astrid und Mulan gleichzeitig, als die anderen auch angekommen waren."Wie auch immer, sie soll auch mitkommen."
Als sie Vaiana schließlich gefunden hatten, folgten sie Bunnymund durch die Gänge des Schlosses.
"Was will er wohl?", fragte Elsa leise zu den anderen. Vaiana zuckte mit den Schultern.
"Muss was wichtiges sein, wenn er dafür extra das Frühstück ausfallen lässt", grinste Mulan leicht.
"Ich hoffe, ich bekomme nicht wieder nachsitzen aufgehalst... das wäre jetzt nicht so der Bringer", murmelte Jack, der mit seinen Gedanken eher bei Merida war.Als sie abbogen, ging Astrid langsam ein Licht auf. Ihr Gesicht erhellte sich und ohne ein Wort zu sagen, rannte sie an Bunnymund vorbei in die Richtung des Krankenflügels.
"Oi, Hofferson!", rief er ihr nach. Ohne Lehrer sollten die Schüler eigentlich nicht durch die Gänge, jedenfalls nicht, nachdem fünf von ihnen verschwunden waren.
Er joggte ihr nach, was den anderen erlaubte, ihre Schritte ebenfalls zu beschleunigen.
Als sie im Krankenflügel ankamen, saß Astrid auf einem Stuhl neben einem Bett. Naja, eher lag sie auf dem Bett, als dass sie auf dem Stuhl saß. Sie schien jemanden im Arm zu haben. Und sie schien zu weinen.
Rapunzel, Mulan und die anderen liefen sofort zu dem Bett, betend, dass sich ihre Hoffnung bestätigen würde.
Und tatsächlich.
Da saß Hicks, in Fleisch und Blut und kein bisschen grau.
Elsa sah sich im Krankenflügel um und entdeckte schließlich ihre Schwester in einem Bett liegend und ihr zuwinkend. Mit Freundentränen in den Augen stürmte sie auf sie zu und schloss sie in die Arme.
"Wow, Leute... ihr tut ja so, als sei ich von den toten wieder aufgewacht"; grinste Hicks, der von Astrids Umarmung immer noch leicht errötet war.
Die blonde Slytherin schlug ihm leicht auf den Arm.
"Das ist dafür, dass du mich so erschreckt hast", grinste sie. Dann küsste sie ihn auf die Wange.
"Und das für alles andere."
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That's Hogwarts
FanfictionEs ist Meridas fünftes Schuljahr und es kommen Probleme auf sie zu. Nicht nur, dass Nervensäge Jack Frost, der dem rothaarigen Gryffindormädchen seit dem ersten Tag auf den Geist geht, die wilde Gryffindor immer wieder in Verlegenheit bringen muss...