Zum ersten mal in seinem Leben verfluchte Seokjin sich dafür kein Mobiltelefon zu besitzen. Ja nicht mal ein Telefon hatte er Zuhause. Hätte er eins gehabt, hätte er Namjoon nach seiner Nummer gefragt. Jetzt dachte der Andere bestimmt, dass Seokjin nur höfflich sein wollte und kein Interesse an ihm hatte. Eigentlich hatte Seokjin ja auch nur Interesse an einem Gegenstand, der im Besitz des Blonden war, deswegen musste er an diesen rankommen. Aber das fand Seokjin nicht schlimm, denn der Jüngere war Nett. Seokjin hoffte zwar nicht auf seinen ersten Freund, aber gegen eine nette Bekanntschaft mit dem Größeren hatte er nichts. Der Blonde wae zwar etwas ruhig, jedoch nicht verschlossen. Das wusste der Ältere. Er konnte Menschen schon immer gut einschätzen. Noch nie war eine seiner Annahmen falsch gewesen. Das lag ihm einfach. Seufzend öffnete er seine Tür, zog sich seine abgetragenen Schuhe und Jacke aus und legte seinen Hausschlüssel auf die Kommode.
Gerade wollte er ins Wohnzimmer gehen, als er am Spiegel vorbei kam. Eigentlich wollte er nicht rein sehen, doch er riskierte einen Blick und ließ die Schultern hängen. Es wurde immer schlimmer. Ihm blieb nicht mehr viel Zeit.
Schnell ging er weiter und ließ sich auf sein Sofa fallen. Erschöpft schloss er die Augen und direkt sah er Namjoons. Wie der Blonde in seinem Buch las oder wie sich seine vollen Lippen bewegten, wenn er ihm antwortete.
Wie schaffe Seokjin es, an den anderen heranzukommen?
Er brauchte ihn.Namjoon lag Abends im Bett. Seine Gedanken schweiften um den interessanten Cafe-Besuch. Das kann doch kein Zufall sein, oder? Wie schaffte er es, dem so interessanten Mann immer wieder über den Weg zu laufen? Ein wenig beneidete er Seokjin auch. In seinen Augen war er nämlich perfekt.
Aber eine Sache machte ihm noch viel mehr zu schaffen. Die Stelle im Buch, wo der Ladenbesitzer das erste mal auf den Engel traf. Endlich war Namjoon an der Szene angelangt, doch nun wünschte er sich, er hätte einfach aufgehört. Der Mann sah eine wunderschöne Frau. Keine Markel, in seinen Augen. Sie schien heller, strahlender, schöner als alles andere um sie herum. Selbst der Bach, an dem sie stand und der das klare Wasser durch die Sonnenstrahlen trug, schien nicht so leuchtend und schön wie sie. Sie hatte keine Flügel, trug kein weißes Kleid. Sie sah aus wie jeder andere und war trotzdem perfekt. Genau das war es, was Namjoon Unbehagen bereitete. Denn genau das selbe dachte er immer, wenn er Seokjin zu Gesicht bekam. Es machte ihm Angst.
War er nun vielleicht verrückt geworfen? Oh, er hätte dieses Buch nie kaufen dürfen.
Verzweifelt schloss er die Augen und sah sofort Seokjin, der ihm im Cafe gegenüber saß und vor sich hin strahlte und alles um ihn herum uninteressant und grau wirken ließ.
Schnell öffnete der Blonde seine Augen wieder.
Er sollte nicht so über den teilweise immer noch Fremden denken.
Namjoon sah nach rechts und erblickte das Buch. Schnell packte er es, stand auf und legte es auf seinen Schrank. Er würde dieses Buch nie wieder anfassen. Zu sehr hatte ihn Sache mit dem Engel und Seokjin schockiert. Er legte sich wieder ins Bett. Von dort aus sah man das Buch nicht. Er sah eine Zeit an die Decke, denn er wusste, wenn er die Augen geschlossen hätte, wäre Seokjin erneut vor seinem inneren Auge aufgetaucht.
Doch in ihm drin verspürte er den Wunsch den Pinkhaarigen wiederzusehen.
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Wings || Namjin
FanfictionNur er sah seine gebrochenen Flügel. ______ BoyxBoy! Don't like it, don't read it!