Und wie kompliziert. Nachdem meine Mum gesehen hatte wie fertig wir waren, entließ sie mich und Direktorin Frey mit einem Blick, der besagte, dass die Sache noch längst nicht vom Tisch war.
Als ich schließlich in meinem Bett lag, wollte ich nichts lieber, als meine Augen schließen und schlafen, aber nichts da. Immer wieder kreisten meine Gedanken wie verwirrte Bienen um die Tatsache, dass meine Direktorin in Wahrheit meine Tante war und dass Blake Hampton hier eine Show abzog, die sich gewaschen hatte.
Wen verdächtigte er wirklich? Wozu diese ganze Täuschung? Und dann war da ja noch die Sache mit Mara und den gelöschten Fotos. Bis auf Raven Dragoni und Elara Frey schien niemand dazu in der Lage zu sein. Es machte einfach keinen Sinn.
Mit einem Ächzen vergrub ich mein Gesicht in meinem Kissen und kniff die Augen zusammen.
Schlaf. Schlaf. Schlaf.
Wie ein Mantra wiederholte ich den Befehl unzählige Male, bevor ich es mit Schäfchenzählen versuchte. Doch auch damit hatte ich keinen Erfolg. Die Zeit verstrich, während ich mich von einer Seite zur anderen wälzte, dreimal meine Decke umdrehte, mein Kissen ausschüttelte und leise bis eintausend zählte.
Irgendwann gegen vier Uhr dämmerte ich schließlich doch weg und wachte erst auf, als jemand laut gegen meine Tür klopfte.
Erschrocken fuhr ich hoch und rieb mir die Augen. Dann fiel mein Blick auf die Uhr.
11:57 Uhr.
Ich hatte total verschlafen! Aber momentmal. Heute war ja Samstag. Vor Erleichterung stieß ich einen tiefen Seufzer aus, bevor mir wieder einfiel, warum ich eigentlich wach geworden war.
Wieder klopfte es. Diesmal deutlich energischer.
„Ich komme doch schon", nuschelte ich und unterdrückte ein Gähnen. Schnell zog ich mir meinen Bademantel über und schlurfte zur Tür. Ohne darüber nachzudenken, wie grauenhaft ich aussah, drückte ich die Klinke herunter.
Maras gehobene Faust verharrte vor meiner Nase, bevor sie sich kommentarlos in mir vorbei in mein Zimmer schob.
Noch immer im Halbschlaf drehte ich mich zu ihr herum.
„Also Hannah Windemear, jetzt erzähl mir mal genau, was da gestern Nacht los war. Deine Mum wollte mir nichts sagen, außer dass du wahrscheinlich schläfst, wie ein Stein." Auffordernd und mit in Hüften gestemmten Händen starrte sie mich an.
Meine Aufnahmefähigkeit hatte die ungefähre Geschwindigkeit einer Schnecke mit Rheuma.
„Dir auch einen schönen guten Morgen", überging ich ihren Befehl und streckte mich.
„Morgen? Du machst Witze. Es ist gleich zwölf."
„Ich weiß", entgegnete ich. „Dürfte ich mich vielleicht erstmal anziehen, bevor ich hier lange Reden halte?" Ich klang wohl ein bisschen bissiger, als beabsichtigt, denn meine Freundin wirkte auf einmal betroffen.
Sofort ruderte ich zurück.
„Tut mir leid. Aber ich muss wirklich dringend mal aufs Klo."
„Schon okay. Ich kann warten. Aber lass dir nicht zu viel Zeit." Ihre Augen blitzten neugierig und ich lächelte leicht.
Schnell machte ich mich frisch, schlüpfte in Pullover und Jogginghose und hockte mich im Schneidersitz zu Mara auf mein Bett.
Dann begann ich ihr von gestern oder besser von heute Nacht zu erzählen. Mit immer größer werdenden Augen lauschte sie der Geschichte und ehrlich? Ich kam mir vor wie in einem schlechten Buch.
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Academy for Elementarys 1 - Verborgene Kräfte
Fantasy》„Hannah Windemear." Ich zuckte zusammen. Noch nie hatte sich mein Name so angehört, als würde ich mit Eiswasser übergossen werden.《 Nun ja, ich hatte auch noch nie jemandem mit Magie fast meine Tasche ins Gesicht geschleudert. Abgesehen davon, dass...
