Kapitel 15

243 18 0
                                        

,,Kommst du? Das Essen ist fertig?" ,,Was gibt es?" ,,Alles was du willst, meine Schöne." Nick stützte sich hinter mich auf die Lehne und starrt ebenfalls in den Regen. ,,Hast du rausgefunden, was für ein Tier das ist?", fragt er. ,,Nein es ist immer noch im Wald." Ich stehe auf und merke, dass meine Schmerzen fast komplett weg. Erneut sieht er so aus, als ob er wieder etwas sagen will, lässt es dann aber doch. Als wir im Esszimmer ankommen, sehe ich wieder das viele Essen, was unmöglich zwei Personen schaffen können. ,,Wohin kommt eigentlich das restliche Essen?"
,,Erst dürfen die Leute, die hier arbeiten essen und wenn dann noch was übrig bleibt geht es an die Wachen, die momentan Dienst haben." Wir setzten uns und ich überlege wie immer, was ich nehmen soll. ,,Jula wieso isst du nichts? Du hast es versprochen." ,,Ich kann mich nicht entscheiden", antworte ich leise, meinen Blick immer noch auf die vielen Speisen gerichtet.
Nick fängt an zu lachen und nimmt meinen Teller. ,,Dann nehme ich dir diese Entscheidung eben ab." Er fängt an die verschiedensten Sachen draufzuladen. ,,Und was ist das jetzt alles?", frage ich, als er mir den vollen Teller hinstellt.
,,Reis, Kartoffeln, Rosenkohl, Weißkohl, Bohnen und das Fleisch ist von einem Hirsch." Ich fange an zu essen. ,,Woher kommt das alles?" ,,Das Gemüse und der Reis wird hier teilweise unterirdisch und teilweise über der Erde angebaut. Das Fleisch schießen die Jäger, es kommt drauf an was für ein unverseuchtes und unmutiertes Tier sie finden." Langsam nicke ich. Das klingt irgendwie alles logisch. ,,Wie läuft das bei den Matunka?" ,,Genau weiß ich es nicht. Aber es wird gesagt, dass es tief im Berg Farmen gibt, wo alles angebaut wird. Fleisch gab es eigentlich nie, zumindest nicht für uns, wie das beim Boss aussieht weiß ich nicht."
,,Naja hier bekommen die Leute auch nicht oft Fleisch."
,,Immerhin kein Mash." ,,Was ist das denn?" ,,So haben wir den Mensabrei dort genannt. Den gab es jeden Tag und bestand aus Getreide. Zumindest glauben wir das." Nick verzieht das Gesicht.
,,Sowas gibt es hier nicht. Auch wenn es manchmal nicht so rüber kommt, ich passe gut auf meinen Clan auf und versuche, dass es möglichst allen gut geht."
Ich antworte nichts darauf, was denn auch?

Der Regen hat aufgehört und jeder im Clan geht wieder seinen Tätigkeiten nach. Jeder außer ich. Ich hab keine Tätigkeit. Obwohl, doch ich habe eine, aber sie wird im Moment nicht in Anspruch genommen. Ich hoffe das bleibt so noch einige Zeit. Ich blätter die Seite des Buches um. Es ist eins der wenigen Fantasiebücher. Der größte Teil von Nicks Sammlung beinhaltet Wissenschaftsbücher und Berichte aus vergangenen Jahren. Langweilig. Ein Türknallen lässt mich zusammenzucken. ,,Woher wusste ich bloß, dass du hier bist." Nicks tiefe Stimme ertönt hinter mir und wenig später lässt er sich neben mich fallen. ,,Bist du schon fertig mit deinen Sachen?" ,,Nein. Aber ich brauche eine Pause. Und wollte dich sehen." Ich weiß nicht wieso aber dieser Satz bringt mich zu einem kleinem Lächeln. Er nimmt mir das Buch aus der Hand und guckt auf das Cover.
,,Die fantastische Welt von Oz. Es ist eins der wenigen Bücher, die die Katastrophe überstanden haben oder?" ,,Ja. Damals wurde uns in der Schule viel darüber erzählt. Doch das ich es jemals lesen kann, hätte ich nie gedacht." ,,Hör mal, ich würde da gerne noch was mit dir klären."
Etwas unsicher nimmt er meine Hand. Mein Puls erhöht sich.
Was meint er? ,,Ich weiß ich war ein ziemlicher Arsch und die Sache unten im Keller tut mir leid. Aber das kann nicht ewig so weiter gehen." Ich schlucke.
,,Du willst also weiter machen?"
,,Nein, ja, also irgendwie schon. Ich weiß nicht, ich lasse es auf jeden Fall langsam angehen."
,,Hab ich eine Wahl?" ,,Ich glaube nicht. Ich verspreche, dass ich vorsichtig bin." Ich zucke mit den Schultern und ziehe meine Hand aus seiner. Er kommt mir ein Stück näher. ,,Aber ich kann einfach nicht warten dich zu küssen", murmelt er, drückt mich in die Polster und legt seine Lippen auf meine. Ein Kribbeln, welches nicht sein sollte bringt mich dazu den Kuss zu erwiedern. Ein zufriedenes Knurren kommt aus seinem Mund, während seine Hände an meiner Hüfte liegen. Immer weiter setzt kommt er zu mir, bis ein Klopfen uns hastig auseinander fahren lässt. Schweratment sieht er mich an.
,,Ich wusste es gefällt dir", haucht er und steht auf. ,,Ja?", ruft Nick laut. Die Tür geht auf und eine Wache erscheint.
,,Entschuldigung, dass ich störe,
Boss, aber vor der Tür steht ein kleiner Junge." ,,Ich komme", antwortet er seufzend. Ich höre wie die Schritte der Wache leiser werden. Anschließend beugt er sich wieder zu mir runter.
,,Bin gleich wieder da, Süße." Er streicht mir meine Haare zurück und lässt mich dann alleine. Laut stoße ich meine angehaltene Luft aus. Wo soll das bloß hinführen? Ich versteh einfach nicht wie ich mich auf ihn einlassen kann. Es ist, als ob ich ihn einerseits hasse, aber auch nicht mehr ohne ihn kann, seit ich ihn kenne.

Die neue WeltGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt