Wine and conversations

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Betrübt machte ich die Zigarette aus und warf sie unachtsam in den Blumentopf neben der Tür.In meinem emotionalen Tiefpunkt köpfte ich die halbe Flasche Rotwein,was sich in meinem Verhalten widerspiegelte.

Mir war komisch und fühlte mich wie jedes mal wenn ich damals betrunken war.Redselig und emotional.

Ich seufzte traurig und stellte die Flasche neben mich.

Langsam erhob ich mich und ging samt der Flasche in das Haus zurück.
Dort war es erfrischend kühl.Im Wohnzimmer auf der Couch saß immernoch Daryl,dessen Blick auf mir lag als ich hineinstolperte.

Ich fing an merkwürdig zu Lächeln und leckte mir kichernd über die Unterlippe.Langsam schlich ich an dem Ledersofa vorbei und ließ mich neben dem verwirrten Brünetten fallen.Ich lehnte meinen Elbogen an der Lehne und stützte mit meiner Faust meinen Kopf.

"Weißt du...",fing ich an zu säuseln.Weiter kam ich jedoch nicht,denn wieder spürte ich die Traurigkeit in mir.Sie übermannte mich und ließ mich erstummen.Lachend überspielte ich meinen Tiefpunkt.

Daryl runzelte die Stirn und musterte mein Gesicht als er merkte dass etwas nicht stimmte.Ich sah hinunter und verzog mein Gesicht,um meine Tränen zurückzuhalten.

Mit glasigen Augen und einem deprimierten Lächeln sah ich auf.

"Es tut mir leid",flüsterte ich.Meine Mundwinkel zogen sich automatisch nach unten,genauso wie mein Blick.

Daryl sah verständnislos zu mir.Anscheinend war er immernoch sauer auf mich,was ich auf eine Weise verstehen konnte.

"Ich weiß,ich hätte eher etwas anderes mitnehmen sollen und-"

"Du kapierst es nicht",unterbrach er mich sofort mit einem sachten Kopfschütteln.Er rutschte zur Armlehne und legte schwungvoll seine angewinkelten Beine auf die Couch.Um mich nicht ansehen zu müssen fing er an mit seinen Fingern zu spielen.

"Was meinst du denn dann?",fragte ich stirnrunzelnd.Daraufhin blieb es kurz ruhig.Ich konnte mir bildlich vorstellen wie die Zahnräder in Daryl's Kopf anfingen zu arbeiten und sich eine Antwort ausdachten.

Er zuckte fast unerkennbar mit den Schultern,bevor er mir den ersten Hinweis lieferte.

"Es ging nie um den Alkohol."

Was?Was machte ihn denn dann so wütend?

"Du hast dein Leben aufs Spiel gesetzt,nur um an Wein zu kommen.
Du hättest dabei draufgehen können,deswegen war ich sauer.
Ich will niemanden mehr sterben sehen.",erklärte er mir ruhig und sah mir direkt in die Augen.Seine blauen schimmerten ein wenig,meine hingegen starrten seine nur überrascht an.

In meiner Brust spürte ich ein nervöses Kribbeln.Es zog sich durch meinen Körper und fühlte sich ungewohnt an,doch dennoch gut.
Es war fast so als hätte ich dieses Gefühl das erste mal,was mich bedenklich machte.Wurde ich krank?

"Jetzt du."

Ich musste seufzen.Erleichterung kam in mir auf,denn ich hatte das Gefühl diese Zickerei war aus der Welt geschafft.Doch im nächsten Moment wechselte meine Emotion ins Gegenteil.

"Früher..",fing ich schweren Herzens an."Ich hatte eine schwierige Zeit.Meine Mom starb bei einem Autounfall.Sie schlief bei der Fahrt ein,weil sie so viel um die Ohren hatte,wegen uns blöden Kids.
Sie verstarb erst im Krankenhaus,sie war eine richtige Kämpferin.

Meine Mom war eine Heldin für mich.Sie war die einzige die an mich glaubte und als sie weg war...
...Ich war am Ende",ich lächelte gequält und verkniff mir die Tränen.Ich starrte an Daryl vorbei,konnte ihn nicht mehr in die Augen sehen.So schuldig fühlte ich mich."In der Zeit habe ich mir die Trauer mit Alkohol weggetrunken und alles in diesem Buch festgehalten,das wir damals geholt haben.Beides hat mir für einen Moment geholfen mein Leiden zu vergessen.Ich dachte ich könnte für einen Abend meine Sorgen vergessen,so wie damals.Aber irgendwie klappt das nicht so richtig",ich musste etwas lachen.Es verstummte schnell und ich sah bedrückt auf den Boden.Schwer schluckend sah ich wieder auf.

Lost /Daryl Dixon #Wattys2018Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt