(NEWT)
Mir ging es beschissen, richtig beschissen. Die Chemo zog schon jetzt an mir. Ich schlug gegen den Spiegel, dieser zerbrach und die Splitter rammten sich tief in meine Haut. Blut floss aus ihnen. Ich starrte in mein zerrissenes Spiegelbild und griff mir den Rasierapparat. ,,Du bist so ein verdammter Schwächling!", schrie ich mein Spiegelbild an.
(THOMAS)
Newt hatte eine Mütze auf dem Kopf und trug darüber schwarze Kopfhörer, als ich reinkam. Er war blass und seine Lippen gerissen. Seine Hände waren verbunden. Was war denn passiert? Sein Gesichtsausdruck zeigte keine Emotionen und seine Augen waren trüb.
,,Hey.", ich setzte sich an mein Bett. Er zog die Kopfhörer runter. Die Musik drang laut aus ihnen. ,Make me wanna die', ich kannte das Lied. ,,Warum hörst du sowas?", fragte ich ihn und merkte wie gereizt meine Stimme klang. ,,War halt auf der Playlist.", er sah mich wütend an. ,,Tut mir wirklich leid, wenn ich keine Liebeslieder oder Ach-bin-ich-fröhlich-Lieder höre!"
Wir sagten beide nichts. ,,Warum hast du ne Mütze an?", fragte ich nach einer halben Ewigkeit der Stille. Noch nie seit ich ihn kannte hatte er eine Mütze oder eine andere Kopfbedeckung getragen.
Er schwieg, dann zog er sie sich vom Kopf.
Mein Mund klappte auf, er hatte sich die Haare abrasiert..komplett. ,,W-Warum..", brachte ich heraus. ,,Schon vergessen die fallen bei ner Chemo raus!", meinte er kalt. Ich starrte ihn an und nickte stumm. Ich wusste einfach nicht, wie ich damit umgehen sollte, auch wenn ich wusste das ich einfach normal seien sollte, sowie Minho und Gally, es ging nicht.
Ich sprang auf und rannte durch die Tür ins Bad schnell schloss ich ab, schon wieder musste ich mich übergeben. Ich würgte, danach bekam ich einen Hustenanfall.
(NEWT)
Tommy stürmte aus dem Zimmer, das leise klick, verriet mir, dass er abgeschlossen hatte. Jetzt hörte man sein Husten. Warum konnte er nicht einfach normal zu mir sein, so wie früher? Früher?, das war übertrieben. Traurig schloss ich die Augen.
Tommy, ich liebe dich.
Tommy, ich werde sterben.
Tommy, vergiss mich nicht.
Tommy, bitte lass mich nicht allein.
Tommy..ich brauche dich..
Die Tür schwang wieder auf und ein ziemlich krank aussehender Tommy stolperte aus ihr. Unsere Blicke trafen sich. ,,Mir war nur schlecht..", sagte er. ,,Tut mir leid Tommy..Ich hab dich lieb.." ,,Ich dich auch..", er küsste mich. ,,Ich weiß.", grinste ich. ,,Blödie.", er knuffte mich. Ich legte meine Arme um seinen Nacken und zog ihn auf mich drauf, danach küsste ich ihn und Tommy erwiderte ihn leidenschaftlich. Tommy löste sich als erstes wieder von mir. Ich knurrte leicht. Er küsste mich wieder.
,,Was hast du da eben im Bad gemacht?", fragte ich Thomas. Er hatte mir gerade von seinem Tag erzählt, es schien alles normal verlaufen zu sein. ,,Och nichts, mir war nur ein bisschen schlecht.", Tommy lächelte und zog mir die Mütze über die Augen, dann küsste er mich erneut. ,,Danke.", nuschelte ich in den Kuss.
,,Wofür?", Tommy löste sich und ich schob mir die Mütze aus den Augen. ,,Dass du für mich da bist..das ist nicht selbstverständlich, für mich.", sagte ich. Seine Augen waren so schön..Ich strich mit meiner Hand über seine Wange. ,,Du hast mich all die schrecklichen Sachen vergessen lassen und falls ich sterbe, will ich dir das persönlich gesagt haben."
In Thomas Augen bildeten sich Tränen. Ein leises Schluchzen durchzuckte ihn. Erschrocken sah ich ihn an. Er sank mit seinem Kopf auf meinen Schoß. ,,T-Tommy, ich wollte-ich wollte nicht..", stotterte ich und strich ihm durch das weiche Haar. Er sah zu mir auf. ,,Du darfst mich nicht alleine lassen..hörst du? Ich-ich brauche dich, ich liebe dich mehr als ich jemals jemanden geliebt habe..bitte geh nicht..", seine haselnussbraunen Augen sahen mich so flehend und traurig an, das mein Herz in tausend kleine Splitter zerbrach. ,,Das werd ich nicht.", flüsterte ich. ,,Du passt ja auf mich auf." Er lächelte traurig.
(GALLY)
Ich hörte ein Schniefen, als ich an Minhos Tür vorbei ging. Vorsichtig klopfte ich an, dann trat ich ein. ,,H-hey.", sagte ich leise. Minho sah blass aus, wie ein Vampir, seine Augen waren rot unterlaufen und seine Hände zitterten. Er sah mich an. ,,Ich hab solche Angst um ihn.", flüsterte er. ,,Die Chemo..sie-sie ist grauenvoll! Wer hat sich diesen scheiß Krebs ausgedacht?"
Schnell ging ich zu ihm und zog ihn auf meinen Schoß, er lächelte nur müde. Ich drückte ihm einen Kuss auf die Wange. ,,Er ist stark, Minho. Newt wird das schaffen." ,,Aber wird Thomas es schaffen?", darauf wusste ich keine Antwort. Letzte Nacht hatte er im Krankenhaus geschlafen, weil er solche Angst um Newt gehabt hatte, wenn mich jemand fragen würde, was wahre Liebe ist, dann würde ich ihm Newt und Thomas zeigen..denn das was die beiden da hatten, das war wahre Liebe.
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Between your Love
Fanfiction~|•ABGESCHLOSSEN•|~ Thomas hat ein Jahr mit Teresa in einer schönen großen Wohnung gelebt, doch ihre Beziehung ist in die Brüche gegangen und nun sucht Thomas WG Mitglieder um sich die Wohnung leisten zu können. Dabei ahnt er nicht wieviel mehr hin...
