„Was?" Juliane starrt mich an, als hätte ich ihr erzählt, wenn wir uns den Arm abhaken würden, würden zwei neue nachwachsen. Was wahrscheinlich einen genauso hohen Sinnlosigskeitwert hätte, wie das, was ich gerade denke.
„Okay, meine Noten sind jetzt auch nicht überragend, aber ich denke trotzdem..."
„Das meine ich doch gar nicht!", unterbricht mich Juli und schnieft. „Du willst mir Nachhilfe geben? Du... Du würdest mir helfen?" Ich zucke mit den Schultern.
„Warum nicht? Sowas macht man doch."
„Aber..." Juli zieht ihre Beine enger an sich heran und schaut mich mit einem Ausdruck an, den ich so noch nie bei ihr gesehen habe. „Ich war ein absolutes Arschloch zu dir. Du hättest allen Grund, froh zu sein, dass ich verschwinde." Ich wende meinen Blick ab und beginne einen Grashalm neben mir auszurupfen. Das ist gelogen, also das man sowas einfach mal macht. Sowas macht man nicht einfach so. Schon gar nicht bei Juli, die mir meinen Neuanfang hier in Rosswald total versaut hat. Und sie hat Recht, ich habe allen Grund, um glücklich darüber zu sein, dass ihr Vater plant, sie in eine Anstalt für schwererziehbare Jugendliche zu stecken. Aber ich kann mich trotzdem nicht darüber freuen, selbst wenn ich es versuchen würde. Denn obwohl ich eigentlich nicht so von den einen auf den anderen Moment jemandem vergeben kann, fühlt es sich falsch an. Juli wegen ihrer Noten zu bestrafen, um sie fühlen zu lassen, was ich fühle.
„Ich weiß, wie scheiße es ist, das hinter sich zu lassen, was man kennt und irgendwo nochmal ganz neu anfangen zu müssen, obwohl man das gar nicht wollte. Und jetzt erwartet jeder, dass man sich super damit arrangiert. Aber es ist alles einfach... scheiße..." Ich weiß, ich wäre froh gewesen, wenn mir jemand die Möglichkeit gegeben hätte, in Frankfurt bleiben zu können. Ich hätte bestimmt auch meine Seele verkauft, wenn es mir jemand angeboten hätte. Was nicht heißt, dass ich das Angebot jetzt, wo es augenscheinlich zu spät ist, ausschlagen würde.
„Oh" Juliane beißt sich auf die Unterlippe und schaut betreten neben sich. Damit hat sie wohl nicht gerechnet. Und ich sehe in ihrem Gesichtsausdruck, dass sie plötzlich zu verstehen scheint, wie es mir geht.
„Außerdem muss ich mir ein Hobby suchen, weil mich meine Mutter ab Mittwoch sonst im Tennisclub zwangsverpflichtet und ich mein Dasein dann im weißen Minirock fristen darf", schiebe ich hinterher, um Julianes schlechtes Gewissen etwas zu beruhigen. Juliane und Gewissen, dass ich das mal sagen darf.
Und tatsächlich bringt sie ein kleines schiefes Lächeln zustande.
„Tennis? Dann will dich deine Mutter wohl echt leiden sehen", meint sie immer noch mit einem Grinsen im Gesicht. Ich zucke mit den Schultern.
„Ich hab heute Morgen ausprobiert, ob Gitarrenstunden vielleicht eine geeignetere Freizeitbeschäftigung sind, aber das war ein totaler Reinfall." Juli kann sich ein kurzes Kichern nicht verkneifen, aber es freut mich, dass sich ihre Stimmung wieder bessert. Sie wischt sich die letzten Tränen aus dem Gesicht und schaut mich an. Sie sieht zwar einfach nur zu mir, aber ich sehe, dass sie nach Worten sucht, um mir etwas zu sagen. Was auch immer sie mir zu sagen hat.
„Wollen wir es vielleicht nochmal von vorne probieren? Nicht so wie letztes Mal, sondern richtig." Sie löst eine Hand von ihren umklammerten Knien und streckt sie mir entgegen.
„Ich bin Juliane, kannst aber gerne Juli zu mir sagen. Und es tut mir wirklich leid." Jetzt muss ich schief grinsen. Ich schüttle ihre Hand kurz und komme mir dabei nicht mal so schräg vor, wie ich gedacht habe.
„Brooklyn. Hoch erfreut." Sie lacht und ich stimme mit ein. Das Pferd hinter uns hebt kurz den Kopf, aber lässt ihn dann desinteressiert wieder nach unten sinken, um weiter zu fressen. Ich und Juliane fangen an, dem Pferd beim Fressen zuzusehen, wie wir es sonst immer machen. Nur das ein wichtiger Faktor fehlt.
„Wo ist Flashlight eigentlich? Dein Großvater meinte, er käme heute schon zurück." Juli betrachtet mich kurz von der Seite, schenkt aber dann dem Pferd wieder ihre Aufmerksamkeit.
„Er bleibt erst einmal auf einer Weide bei uns in der Nähe. Wir, beziehungsweise ich will nicht riskieren, dass das noch mal passiert. Wer immer das war, das war kein kleiner Dummjungenstreich. Das war Absicht, dass er wegläuft. Entweder um uns oder dem Pferd zu schaden. Wahrscheinlich beides." Ich nage an meiner Unterlippe und wage es nicht, den Blick von Julianes Pferd zu wenden, als könne es sonst auch auf magische Weise verschwinden und davon laufen.
„Wann kommt er denn wieder?" Juli beginnt auf meine Aussage hin zu lächeln.
„Wenn du mir Nachhilfe gibst, siehst du ihn bestimmt noch oft genug. Denn wenn ich meinem Vater das vorschlage, wird er wollen, dass wir bei uns Unterricht machen, wo er uns in Ruhe ausspionieren kann." Juliane sagt den letzten Satz mit einer Selbstverständlichkeit, die mich kurz zweifeln lässt, ob sie nur einen Witz macht oder ob sie wirklich einen Wahnsinnigen als Vater hat.
„Und wenn du ein Hobby brauchst, kannst du ja auch zu uns kommen."
„Was?" Kaum habe ich das gesagt, können wir nicht anders, als zu lachen. Während wir uns wieder beruhigen, fährt Juliane fort.
„Ob du es glauben magst oder nicht, Reiten ist ein vollwertiges Hobby. Wir sind ein Schulbetrieb, das würde gut passen, und außerdem sitzt die beste Reiterin des ganzen Hofes gerade zufällig vor dir." Juli zeigt mir ihr selbstüberzeugtes Grinsen und ich muss kichern.
„Aha, so ist das also. Du brauchst trotzdem die Hilfe meiner bescheidenen Persönlichkeit, wenn du Flashlight einfangen willst." Juli streckt mir die Zunge raus und ihr Blick fällt auf die Tüte mit den Möhren. Sie nimmt ein Stück heraus und ihr Pferd reagiert sofort auf das Knistern der Tüte. Es kommt auf den Zaun zu und versucht sein Maul durch die mittlere Lücke hindurch zu drücken.
„Pic, lass das." Juli drückt sanft gegen die Nase ihres Tieres und tatsächlich nimmt es die Schnauze wieder zurück. Sie reicht ihm das Möhrenstück und er nimmt es gierig von ihrer Handfläche.
„Pic? Ist das sein Spitzname? Naja, Picasso finde ich ja schon schräg, aber Pic? Wie Pik 7 oder was?" Juli lacht.
„Du solltest mal seinen vollen Namen hören, dann würde dir erst dein hübscher Schädel brummen. Und wir haben Pferde mit noch schrägeren Namen im Stall stehen, das kannst du mir glauben." Ich grinse und reiche Picasso auch eine Möhre durch den Zaun, die er sofort nimmt.
„Und wenn du lernst zu reiten, verbringst du eh so viel Zeit bei uns und bei Flashlight, dann kannst du mir sowieso da Nachhilfe geben." Ich beobachte, wie Juli ihrem Pferd zärtlich über den langen Nasenrücken streichelt und plötzlich scheint sie jemand ganz anderes zu sein. Nicht mehr diese toughe, sture und vorlaute Person; sie beginnt eine Ruhe und eine Sanftheit auszustrahlen, den ich von ihr nicht gewöhnt bin. In diesem kurzen Augenblick bekomme ich einen kleinen Einblick in ihre eigene kleine Welt.
„Also besteht unser Deal. Ein Neuanfang für uns beide, du Nachhilfeunterricht, damit du hier bleiben kannst und ich Reitunterricht, damit ich meiner Mutter sagen kann, dass ich ein Hobby habe?"
„Und damit du nicht jeden Nachmittag nachfragst, wo dein Lieblingstierchen steckt. Und wenn wir beides gegeneinander aufwiegen, kannst du kostenlos reiten und mein Vater muss für die Nachhilfe nichts extra zahlen." Sie streicht ihrem Tier über die Augen und schaut mir dann direkt ins Gesicht, als würde sie dort nach etwas suchen.
„Aber du musst wissen, Flashlight ist ein besonderes Pferd. Besonders eigensinnig und besonders unkooperativ manchmal, aber auch besonders klug und besonders talentiert. Wenn wir den richtigen Reiter für ihn hätten, wäre er bestimmt eines unserer besten Pferde." Sie seufzt und reicht noch eine Möhre durch den Zaun. „Deswegen wirst du garantiert nicht auf seinem Rücken sitzen."
„Ich dachte, du reitest ihn." Juli lacht frustriert und schüttelt den Kopf.
„Wenn der könnte, würde der sich mir auf keine 100 Meter mehr nähern. Denn dieser Wallach hat die eine oder andere Fehlprogrammierung, wer weiß warum. Die Papiere sind hundert pro gefälscht, also kann er sonst woher stammen und sonst was durchgemacht haben." Ich mustere Juli nachdenklich.
„Er ist also ein Problempferd?" Diese Frage hängt für einige Sekunden zwischen uns, bevor Juli seufzt und sie mir beantwortet.
„Es würde zu lange dauern, es dir zu erklären. Er hat Angst, die ich ihm nicht nehmen kann. Und das tut mir leid für ihn. Deshalb ist er hier hinten auf der Wiese. Da geht es ihm gut, er ist entspannt und tut, was Pferde eben so tun. Hier hinten ist er glücklich, das ist er nicht sehr oft..." Sie seufzt erneut und ich stecke die inzwischen leere Plastiktüte zurück in eine meiner Hosentaschen.
„Erklärst du es mir irgendwann mal? Was ihm so Angst macht?" Juliane zuckt mit den Schultern und kämmt mit ihren Fingern durch den Schopf von Picasso.
„Morgen vielleicht. Wenn du dich gut benimmst." Sie grinst. „Aber zuerst muss ich mit meinem Vater reden. Und wenn der immer noch so drauf ist, wie vorhin, dann..." Juli kann ihren Satz nicht zu Ende führen, denn irgendeine Stimme aus der Ferne ruft uns dazwischen. Und sie hat Julianes Namen gerufen. Doch zuordnen kann ich die Stimme nicht. Dann sehe ich mitten auf dem Feldweg ein Pferd mit Reiter, die sich uns nähern. Zwar langsam, aber sie bewegen sich eindeutig in unsere Richtung.
„Wer ist das denn?" Juliane zieht die Stirn kraus und zuckt mit den Schultern.
„Ich hab keinen Schimmer, aber diese komische Haltung im Sattel kenne ich irgendwoher..." Ich und Juli beobachten neugierig und schweigend, wie der Reiter sich etwas, so gut ich das beurteilen kann, holprig nähert. Je näher er kommt desto besser kann ich eine große, auf den ersten Blick etwas schlaksige Person erkennen, den Helm hat sie tief ins Gesicht gezogen und den Blick auf die Hände gerichtet.
Juliane kneift die Augen zusammen und springt dann aus dem Nichts auf.
„Das ist Aaron." Ein kleines Lächeln umspielt ihre Lippen und ich verstehe nichts mehr.
„Wer ist Aaron?" Auch ich stehe auf und stelle mich neben Juli. Picasso hebt den Kopf und streckt ihn uns entgegen über den Zaun. Der Reiter ist schließlich fast bei uns angekommen und bringt sein braun-weiß geflecktes Reittier etwas entfernt von mir und Juli mit einem langgezogenem „Steh" zum Anhalten. Dann springt er ab, reißt sich den Helm vom Kopf und kommt mit großen Schritten auf uns zu.
„Juli, verdammt, ich hab schon gedacht, ich seh dich nie wieder!" Ich kann nicht erkennen, ob das Erleichterung sein soll, die da aus seiner Stimme spricht oder er ihr einfach einen Vorwurf macht.
„Aaron, was machst du hier?" ‚Aaron' mustert mich kurz argwöhnisch von oben bis unten und wendet sich dann wieder Juliane zu. Kurz zucken seine Arme, als wolle er Juliane umarmen, doch dann steckt er die Hände möglichst lässig in die Hosentaschen seiner Jeans, als wäre nichts geschehen.
„Meinst du, man bekommt nichts mit, wenn im oberen Stockwerk mal wieder die Hölle losbricht?" Wieder dieser Unterton in seiner Stimme, den ich nicht zuordnen kann.
„Du hast den Lärm also gehört, ja?" Juli beißt sich auf die Unterlippe und schaut betreten auf ihre Fußspitzen.
„Was gehört? Dich, deinen Vater oder Wolf?" Er grinst und Juliane erwidert es. Irgendwie fühle ich mich plötzlich ignoriert.
Ich räuspere mich und der intensive Blickkontakt von Juliane und Aaron bricht ab. Jetzt scheint er mich erst so richtig wahrzunehmen.
„Hey." Mehr sagt er nicht. Er mustert mich wieder aus seinen stahlgrauen Augen und streicht sich eine seiner braunen Locken hinters Ohr. Und dann klingelt es. Wortwörtlich.
Das ist der Kerl, in den dich vor einigen Tagen im Dorf reingelaufen ist. Derselbe undurchdringliche Blick, dieselben langen Haare und derselbe große und schmale Körperbau. Nur das er heute anstatt seinem Bandshirt ein schlichtes dunkelgraues T-Shirt trägt.
„Kennt ich euch schon?", fragt Juli, als sie meinen geschockten Blick sehen muss. Meine Mimik scheint mal wieder für mich mit zu denken.
„Ja, wir sind uns mal kurz begegnet", übernimmt Aaron die Unterhaltung und ein kleines freches Grinsen schleicht sich auf sein Gesicht, was ich mit einem wütenden Blick quittiere.
„Ah." Juliane fällt dazu also auch nicht mehr ein. Ich bemerke, wie sich das Pony hinter Aaron langsam in Bewegung setzt, mache ich einen eiligen Satz nach vorne und angle nach dem Kopfstück, bekomme aber die langen Lederriemen in die Hand. Und wie sich herausstellt, war meine Panik, dass dieses Pferdchen weglaufen könnte, unbegründet, denn nachdem es zwei Schritte gegangen ist und den Zug am Kopf merkt, bleibt es auch schon stehen und mustert mich verwundert.
„Du hast Paula genommen? Hast du sie etwa einem armen Reitschüler aus der Hand gerissen?" Juliane muss lachen und kommt zu mir um dem gefleckten Tier den Hals zu klopfen. Aaron hebt den Mundwinkel und zuckt mit den Schultern.
„Louisa hat mir geholfen, sie eben fertig zu kriegen. Ich habe keinem Kind auch nur ein Haar gekrümmt, sonst würde mich dein Vater hochkant rausschmeißen. Und ich habe mir gedacht, sie ist das langsamste Pferd der Welt, da falle ich garantiert nicht runter."
„Und was hast du dir davon erhofft?", unterbricht Juliane ihn, woraufhin Aaron zu uns kommt und einen Arm auf den Sattel von Paula. Auf seinem Gesicht breitet sich wieder dieses Lächeln aus, wobei er nur einen Mundwinkel nach oben zieht. Ein anderes kann er wohl nicht zustande bringen.
„Dann sehe ich neben dir vielleicht nicht ganz so scheiße im Sattel aus. Schließlich soll ja niemand mitkriegen, wie die begabteste Reiterin von ganz Rosswald, ach was sag ich da, des ganzen Landkreises, sich mit so einem Kartoffelsack wie mir abgibt." Juli kichert und das Lächeln von Aaron wird breiter. Irgendwoher kommt mir so eine Situation bekannt vor.
Über Juliane hinweg wirft mir Aaron wieder diesen undurchdringlichen Blick zu und das Lächeln verschwindet. Ich versuche seinem Blick Stand zu halten, doch als das Pferd mich anstupst und ich meine Aufmerksamkeit auf es richte, bin ich froh, wegschauen zu können.
„Ich würde jetzt wieder zurück auf den Hof, Juli. Ich wollte mich nicht mehr so lange hier draußen aufhalten, denn wenn irgendwer mitbekommt, dass ich ohne ein Sterbenswörtchen gegangen bin, kann es übel enden." Jeglicher Spaß, der vorhin noch in seiner Stimme gelegen hat, ist einer kalten Ernsthaftigkeit gewichen und ich sehe, wie Juliane langsam nickt.
„Wie sieht es Zuhause denn aus?" Ihrer Stimme höre ich eine leichte Nervosität an. Aber wer weiß schon, was vorher zwischen ihr und ihrem Vater vorgefallen ist.
„Kurz nachdem du mit Picasso verschwunden bist, hat Kilian angefangen mit deinem Vater zu reden. Er wird ihn bestimmt schon wieder soweit beruhigt haben, dass du zumindest das Grundstück betreten kannst. Er wird dich nicht empfangen, wie den verlorenen Sohn, aber er wird bestimmt nicht mehr rumschreien. Für heute, zumindest." Aarons Stimme klingt sicher, auch wenn er mit einem eiligen Schulterzucken klar signalisiert, dass alle seine Angaben ohne Gewähr sein müssen.
„Immerhin etwas..." Juliane schluckt schwer und wirft mir dann einen unsicheren Blick über die Schulter zu. „Naja, aber vielleicht..."
„Wir haben uns vorerst eine Lösung überlegt, die ihren Vater bestimmt gefallen wird", springe ich für sie ein und versuche Aaron gegenüber selbstsicher aufzutreten.
„Das klingt ja nach einem Plan", meint er und streckt die Hand aus. Ohne zu zögern drücke ich ihm die langen Lederriemen mitsamt Pferd wieder in die Hand. „Wollen wir dann?" Juli atmet tief durch die Nase aus und sieht zu ihrem Picasso, der schon wieder Gras fressend hinterm Zaun steht und mit dem Schweif Fliegen verscheucht.
„Wenn du mir hilfst, ihn eben fertig zu machen..." Ich höre einen gewissen Unmut in ihrer Stimme.
„Ich ähh... gehe dann mal wieder nach Hause... Möhren sind ja leer." Ich gehe einen Schritt rückwärts. Juli beißt sich auf die Unterlippe, mustert mich noch einmal von oben nach unten und probiert es dann mit einem wirklich ehrlichen Lächeln.
„Klar. Ich schreibe dir, wenn mein Vater zusagt. Deine Nummer habe ich ja aus dem Klassenchat." Ich grinse zurück und zucke mit den Schultern.
„Dann ich dich ja auch endlich einspeichern." Sie lacht.
„Sagen wir dann morgen Punkt 9 Uhr bei mir? Für den unwahrscheinlichen Fall, dass mein Vater zusagt?" Ich nicke, winke Aaron kurz zum Abschied, was er lediglich mit einem kurzen Nicken erwidert, und gehe dann meinen gewohnten Weg zurück zum Backsteinhaus. Ich kicke einen Kieselstein vor mir her und spüre ein ungewohntes Kribbeln im Rücken. Als ich einen kurzen Blick über meine Schulter werfe, kann ich sehen, wie Aaron mich immer noch anstarrt.
Schnell schaue ich wieder nach vorne und atme tief durch. Wenn Juliane ein seltsamer Mensch ist, dann kann ich mit einer ziemlichen Sicherheit sagen, dass ich bester Kumpel Aaron ein noch härterer Fall wird.
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Mit Herz und Huf - Gefunden
Teen FictionBrooklyn ist ein Kind der Stadt, das ist sie seit ihres ersten Tages und das wird sie auch immer bleiben. Davon ist sie zumindest immer stark ausgegangen. Doch wie es das Schicksal will, kommt ihrem perfekten Leben ein Umzug dazwischen. Und ausgerec...
