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"Komm, deine Geschwister warten schon auf dich Cato."

Meine Augen wurden groß, mein Mund öffnete sich, aber es vlieb still. Zu überfordert war ich, als dass ich hätte was Sinnbringendes sagen können. Er löste sich, lächelte mich an -ein warmes, verwandtes Lächeln-, ließ eine Hand meinen Arm bis zu meiner Hand hinunter gleiten und zog mich an eben dieser in das Weihnachtlich geschmückte Haus. Ich überlegte lange aber mir fiel nicht ein einziges Mal ein an dem Er unser Haus geschmückt hatte.
Was zum Henker war hier bitte los?
Im Flur zog mein Vater mir die Jacke aus, immernoch perplex und neben der Spur zog ich meine Schuhe aus. Nur um dann von ihm ins nächste Zimmer gezogen zu werden, wo ein schlicht geschmückter Weihnachtsbaum stand. In einem Kamin knisterte ein kleines Feuer. Der Mund meines Vaters bewegte sich, ich konnte es genau sehen. Aber das einzige was ich hörte waren seine Worte;
deine Geschwister warten schon...
Deine Geschwister... Geschwister...
...

Moment meine Geschwister? Ich hatte doch gar keine Geschwister. Seit wann hatte dieser... dieser... dieser Hund noch andere Kinder? Reichte es nicht das er mein Leben zerstörte? Einen Moment später erschien eine Junge ziemlich attraktive Frau in der Zimmertür. Sie sah mich an und ein sanftes, liebevolles lächeln erschien auf ihren, dezent geschminkten, Lippen. Auf irgendeinem Grund erinnerte sie mich an Jemanden. Ein warmes Gefühl machte sich in mir breit. Sie kam auf mich, öffnete ihre Arme und zog mich in eine Umarmung. Es fühlte sich so gut an und mein Körper bewegte sich von alleine, erwiederte die Umarmung. Ich konnte hören wie schnelle schritte de Treppe runter liefen. Gefolgt von Kinder Stimmen die lachend auf die junge Frau zuliefen und sie fragten wer ich bin.

"Das ist Cato, euer großer Bruder."

Erklang ihre Engelsgleiche Stimme. Die beiden Kinder kamen auf mich zu und fingen an mir Fragen zu stellen und alles Mögliche zu erzählen. Ein wenig überfordert lächelteich die zwei an. Unfähig auch nur eine Frage zu beantworten, zuviel war in den letztem Stunden passiert.

"Hey ihr zwei-"

Hörte ich nun die Stimme meines Vaters. Sie klang anders, merkwürdig liebevoll und ruhig.

"-lasst Cato etwas Ruhe und Zeit er hat viel erlebt und will sich sicher erstmal ausruhen. Komm ich zeig dir dein Zimmer."

Er legte seine Hand zwischen meine Schulterblätter und schib mich die Treppe im Flur hoch. Das Zimmer schien extra füe mich hergerichtet worden zu sein. Auf den ersten Blick schien es ein ganz normales Zimmer zu sein. Ein Schrank, eine Komode, ein großes Einzelbett, ein Schreibtisch mit Stuhl davor und sogar ein PC. Ich wandte mich zu dem Mann, der sich so anders als sonst verhielt, um und sah ihn verunsichert an. Dieser schliss die Tür hinter sich, ohne sie abzuschließen und kam auf mich zu um mich wieder in eine Umarmung zuziehen. Er streichelte mir einige male über den Kopf und lies sie dann darauf ruhen. So satanden wir eine Weile da. Ich wusste nicht ob ich ihn wegschieben oder die Umarmung annehmen sollte, welshalb ich nichts tat.

"Mach dir keinen Kopf mein Liebling, es wird alles wie früher. Versprochen."

"Wirklich?"

Jetzt löste sich die Anspannung und meine Tränen fingen an zu laufen. Ich klammerte mich verzweifelt an meinen Vater und lies ihn mich trösten.

Stockholm SyndromWo Geschichten leben. Entdecke jetzt