Elizabeth Parkers Leben ist ein wahres Märchen. Das behaupten jedenfalls die Schüler der Springfield Highschool.
Doch schaut man genau hin, erkennt man die großen Lücken in Elizabeths scheinbar perfekten Leben. Denn zwischen den ganzen glamourösen...
„Es ist verdammt gruselig, wenn du einfach nur in der Tür stehst, mich beobachtest und nichts sagst.", räusperte ich mich und öffnete die Tür unseres Kühlschranks. Es dauerte einige Sekunden bis ich die zwei kleinen Boxen fand, worin sich der Rest der Nachspeise befand. Osten konnte sich nämlich nicht mit einem Muffin zufriedengeben, sodass ich ihm versprochen hatte, dass ich ihm noch einen zweiten bringen würde. Nachdem ich das schmutzige Geschirr in der Spülmaschine verstaut hatte.
„Findest du?", stieß sich Shawn von dem Türrahmen ab. Grinsend kam er näher und beobachtete mich dabei, wie ich die zwei Schachteln vor ihm auf dem Tresen abstellte. Überzeugt von meinen eigenen Worten nickte ich und kehrte ihm wieder dem Rücken zu.
„Und ich hatte gehofft, ich würde da ziemlich attraktiv im Türrahmen aussehen.", seufzte er theatralisch. Ich öffnete einen Hängeschrank und zog zwei Geschirrtücher aus dem Schrank. „Ich finde du würdest dich mit einem Geschirrtuch in der Hand noch viel besser machen." Lachend warf ich ihn mit einem der Handtücher ab, welches auf seinem Kopf landete.
Nachdem Shawn und ich gemeinsam die Spülmaschine ausgeräumt und das benutzte Geschirr vom Abendessen eingeräumt hatten, öffnete ich die zwei Boxen die zuvor aus dem Kühlschrank geholt hatte. Ich holte den vorletzten Schoko Muffin auf einen heraus und legte ihn auf einen Teller.
„Die wievielte Weinflasche, glaubst du, trinken sie schon?", stützte sich Shawn auf dem Küchen Schrank ab und schaute durch das Fenster nach draußen auf die Terrasse, wo nur noch unsere Eltern saßen. Denn Osten und Aaliyah hatten sich gleich nach dem Essen ins Wohnzimmer verzogen um irgendwelche Spiele auf Liyahs Smartphone zu spielen. Und ich mich freiwillig dazu gemeldet hatte den Tisch abzuräumen.
„Ich denke es ist bestimmt schon die zweite", überlegte der Braunhaarige laut und drehte seinen Kopf in meine Richtung als ich neben ihm zum Stehen kam. Neugierig stellte ich mich auf meine Zehenspitzen und beugte mich ein Stück zu Shawn hinüber um besser durch das Fenster sehen zu können. Aber leider konnte ich nicht viel erkennen, weil das Fenster verhältnismäßig hoch lag und der Tisch woran unsere Eltern saßen in einem schlechten Winkel stand. Jedoch wurde mein Versuch etwas sehen zu können von Shawns Lachen unterbrochen. „Für einen Moment hatte ich tatsächlich vergessen wie klein du bist", grinste er und hob mich kurzerhand auf den Küchenschrank. Lächelnd verdrehte ich meine Augen und drehte meinen Kopf wieder zum Fenster.
„Solange keiner von ihnen so endet wie Aaron gestern Abend brauchen wir uns glaube ich, keine Sorgen machen.", murmelte ich und betrachtete meine Eltern. Schon lange hatte sie nicht mehr so entspannt und ausgelassen reden sehen, wie sie es jetzt gerade taten. Besonders meine Mom wirkte wie ausgewechselt.
In dem Moment als ich den Teller mit dem Muffin meinem Bruder einige Minuten später übergeben wollte, hörte ich ein lautes Fluchen aus der Küche. Perplex starrte ich Aaliyah an die mit Kopfhörern in den Ohren neben meinem Bruder saß und auf ihr Handy schaute. Als nach wenigen Sekunden erneutes Gefluche zu hören war, drückte ich Osten schnell den Teller in die Hand und eilte zurück in die Küche.
Mit dem Rücken zu mir gedreht stand der Braunhaarige am Tresen und murmelte irgendetwas vor sich hin. „Shawn, ist alles o-", begann ich, aber unterbrach mich gleich wieder, weil sich Shawn zu mir herumdrehte. Mit der einen Hand verdeckte er sein rechtes Auge. „Was ist passiert?"
„Ehm nichts", murmelte er verlegen und versuchte meinem Blick aus zu weichen, „alles gut." Verwirrt zog ich eine Augenbrauen nach oben und trat näher an ihn heran. Um herauszufinden, was er versuchte mit seiner Hand zu verdecken. Immerhin konnte ich ihm ansehen, dass nicht alles gut war.
Zaghaft berührte ich seinen Arm und versuchte ihn dazu bewegen seine Hand von seinem Gesicht zunehmen. Aber keine Chance. Noch immer presste er seine Handfläche an die Augenpartie. „Wenn nichts wäre, würde deine Hand nicht auf deinem Auge liegen."
Ein leises Seufzen verließ seine Lippen als er endlich seinen Blick hob und mir in die Augen schaute. Nach einigen Sekunden löste er endlich seine Hand von seinem Auge.
„Das nennst du also nichts?", schaute ich ihn fragend an und deutete auf blutenden Schnitt über seiner Augenbraue. Vorsichtig strich ich ihm eine braune Locke aus der Stirn, die drohte seine Verletzung zu berühren. „Das sieht wirklich nicht gut aus Shawny."
„Shawny?", wiederholte er überrascht und hob seine Augenbrauen an. Verzog im nächsten Moment jedoch schmerzerfüllt sein Gesicht. Lächelnd schüttelte ich meinen Kopf und griff nach seiner Hand, um ihn Richtung eines Barhockers zu ziehen.
„Wie hast du das mit deiner Verletzung überhaupt geschafft?", öffnete ich die Verpackung der Pflaster und schüttelte sie. Heraus fielen mehrere Pflaster. Unteranderem auch welche mit Motiven. „Ich habe die Tür des Hängeschrankes gegen meine Stirn bekommen", murmelte der Braunhaarige mit roten Wangen und beobachtete mich, wie ich das Desinfektionsspray und die Pflaster hinter ihm auf dem Tresen ablegte. In diesem Moment musste ich mich wirklich zusammen reißen um nicht über seine Schusseligkeit zu lachen.
„Tut mir leid", entschuldigte ich mich bei ihm während ich das Desinfektionsmittel vorsichtig auf der Wunde verteilte und er kurz zusammen zuckte. „Also", lächelte der Junge vor mir, „willst du darüber reden?"
„Reden?", lehnte ich mich zurück und stellte das Desinfektionsmittel wieder hinter ihm ab. „Über was?" Ich griff nach dem Pflaster, entfernte die restliche Verpackung davon und beugte mich wieder über Shawns Gesicht. „Du weißt schon", flüsterte er grinsend und hakte seine Finger in den Gürtelschlaufen meiner Hose ein und zog mich näher zu sich, „Gestern Abend. Die Party. Der Kuss?"
Abrupt hielt ich inne. Meine Hand immer noch an Shawns verletzter Stirn und die andere an seiner Wange, starrte ich in seine braunen Augen, die mich amüsiert anfunkelten.
„Ich ehm ... kann mich an fast nichts mehr erinnern", schluckte ich und platzierte das Pflaster auf seiner Wunde. Seinem Blick ausweichend versuchte ich seine Hände, die an meinem Hosenbund lagen, zu ignorieren. „Mhm", murmelte Shawn etwas enttäuscht und fuhr mit seinen Fingern nachdenklich an den Gürtelschlaufen meiner blauen Hose entlang. Auch wenn er nicht mehr zu mir schaute, prallte sein heißer Atem gegen meine Haut und verursachte eine Gänsehaut. „Aber", atmete ich tief ein, „an den Kuss zum Glück schon."
Kaum hatten diese Worte meinen Mund verlassen, schossen Shawns Augen in die Höhe. Seine Hände an meiner Hüfte zogen mich auf seine Beine und im nächsten Moment spürte ich schon seine weichen Lippen auf meinen. Und es dauerte auch nicht lange bis meine Hände ihren Weg in Shawns Locken fanden.
„Ich will euch zwei ja wirklich nicht stören bei dem, was auch immer ihr da gerade macht.", räusperte sich auf einmal Aaliyah hinter uns. Ruckartig löste ich mich von Shawns Lippen und lehnte mich zurück. „Aber ich wollte dich fragen, ob ich mir dein Handyladekabel ausleihen dürfte?", wendete sie sich an mich und hielt dabei ihr Smartphone in die Luft. „Mein Handy hat nämlich keinen Akku mehr?"
„Echt jetzt Liyah?", stöhnte Shawn genervt auf und warf seiner kleinen Schwester einen genervten Blick zu. Lächelnd biss ich mir auf meine Unterlippe und schaute ihm dabei zu, wie er versuchte der vierzehnjährigen mit bösen Blicken zu verstehen zugeben, dass sie endlich verschwinden solle. „Falscher Zeitpunkt?", fragte sie und ließ ihr Handy sinken. Lachend rutschte ich von Shawns Schoß und ging auf sie zu. „Komm mit. Wir gehen das Ladekabel holen."
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i've liked you since i met you. -Shawn Mendes.
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