Ich versuchte meine Atmung unter Kontrolle zu bringen. Meine Augen nicht auf ihn zu richten. Seinen Geruch nicht wahrzunehmen. Mir durch seine Anwesenheit nicht den Verstand rauben zu lassen.
Doch dann berührte seine Hand meine Schulter und all meine Bemühungen waren dahin. Mein Körper spielte verrückt. Meine Haut kribbelte, Blut rauschte durch meine Adern, mein Herzschlag beschleunigte sich. Sein warmer Atem strich in langsamen Stößen über meinen Hals und ich spürte, wie sich die kleinen Härchen in meinem Genick aufrichteten. Hitze stieg mir in meine Wangen als er sich näher beugte und mir etwas ins Ohr flüsterte.
Dann verschwand er.
Schlagartig nahm ich alles um mich herum, was ich ausgeblendet hatte, wieder war. Die vielen Leute, die Wärme des Saales und den Blick meiner Mutter, der mich regelrecht durchbohrte. Und ein etwa Mitte 70-jähriger Mann mit grauem Haar, der auf einmal vor meinen Augen auftauchte.
„Melody hat wirklich nicht übertrieben als sie meinte, sie würden ihrer Mutter ähneln."
Verwirrt schaute ich ihn und versuchte sein Gesicht einzuordnen. „Entschuldigen Sie, kennen wir uns?", fragte ich vorsichtig nach und musterte den Fremden. Ein sympathisches breites Lächeln bildete sich auf seinem Gesicht und streckte mir seine Hand entgegen. „Mein Fehler, ich habe mich Ihnen gar nicht vorgestellt. Lance Brenan, ein Freund Ihrer Großmutter. Sie hat mir schon viel von Ihnen erzählt."
Etwas überrumpelt schüttelte ich ihm die Hand. „Ach ja?", fragte ich ungläubig, „ich hoffe doch nur Gutes."
„In der Tat, junge Dame und sie hat keines Falls übertrieben. Die Ähnlichkeit zwischen Ihnen und Ihrer Mutter ist wirklich verblüffend. Sie sind Sofia wie aus dem Gesicht geschnitten." Ich zwang mir ein Lächeln auf die Lippen. „Und anscheinend haben sie laut Melody auch genauso viel im Kopf. Sie hat mir erzählt sie wollen in Oxford studieren?"
Mit großen Augen schaute ich Lance an. Was hatte Grandma ihm nur erzählt?
„Ich glaube, sie hat sich vertan", murmelte ich. „Ich habe mich an er Stanford, Yale und Princeton beworben."
Nickend nahm er einen Schluck von der durchsichtigen Flüssigkeit in seinem Glas, welches er in seiner rechten Hand hielt. „Dürfte ich Ihnen die Frage stellen, warum Sie sich ausgerechnet an diesen Universitäten beworben haben und nicht auch in Oxford?"
Ich kaute nervös auf meiner Unterlippe herum und versuchte triftige Gründe in meinem Kopf aufzuzählen. „Meine Familie und mein Leben ist hier in Amerika. Osten, mein kleiner Bruder ist gerade einmal zehn Jahre alt. Ich möchte ihn die nächsten Jahre begleiten und nicht vom anderen Ende der Welt zuschauen müssen wie er erwachsen wird", begann ich zu erzählen. „Wie Sie vielleicht wissen, waren meine Eltern beider in Yale. Oxford kommt für wirklich nicht infrage", beteuerte ich ihm.
„Sie wollen also ihrer Familie zur Liebe hier bleiben?", fragte er worauf hin ich nickte. „Das kann ich nur zu gut verstehen", lächelte er. „Aber lassen sie sich einen Tipp von einem alten Mann wie mir geben. Denken Sie nicht immer nur an das Wohl Ihrer Liebsten, sondern auch an das Ihres. Sie sind nur einmal jung, Elizabeth. Es ist kein Weltuntergang ein paar Jahre in Europa zu studieren. Sie sollten sich darüber bewusst werden, was sie allein wirklich wollen."
Mr. Brenan griff in die Tasche seines Sakkos und zog eine Karte hervor. „Ich möchte sie wirklich in keine Richtung drängen aber hier ist meine Karte. Falls sie es dennoch in Betracht ziehen sollten sich in Oxford zu bewerben rufen sie mich an. Ich bin noch gelegentlich an der Universität aktiv und habe auch damals zusammen mit ihrer Großmutter da studiert. Es würde mich freuen, wenn ich Melodys Enkelin behilflich sein könnte."
Meine Beine zitterten nach dem ich nach dem Gespräch mit Lance den Saal eilig verließ und die Treppen zum Dach hinauf stieg. Absichtlich hatte ich nicht den Fahrstuhl genommen, um noch etwas Zeit zu schinden, damit ich meine Gedanken sammeln konnte. Shawns Bedingung für seinen Auftritt war ein klärendes Gespräch zwischen uns gewesen. Natürlich widerstrebte es mir nach der ganzen Sache mit ihm zu reden. Ich hatte einfach Angst zu hören, dass es er tatsächlich nichts für mich empfand. Seine Bitte ihn auf dem Dach zu treffen würde ich dennoch nachkommen, ich konnte ihm leider einfach nicht widerstehen. Seine Anwesenheit ließ mich einfach nicht kalt.
Die Absätze meiner Schuhe klackerten über die steinernen Treppen und ich spürte, dass es mit jeder Treppenstufe in Richtung Dach kälter wurde. Als ich schließlich eine graue schwere Tür erreichte, atmete ich tief ein. Ich zog die Tür auf und stand auf dem Dach des riesigen Gebäudes. Ich schloss meine Augen und versuchte mich an die Kälte zu gewöhnen. Dann sah ich mich um.
Shawn stand mit dem Rücken zu mir gewendet an der Brüstung. Seine Hände hatte er in den Hosen seiner schwarzen Hosen vergraben und sein Blick war vermeintlich auf die Häuser Torontos gerichtet.
Seufzend raffte ich mein Kleid an und setzte langsam einen Fuß vor den anderen. Die Dachterrasse war von einer Schicht von dünnem Schnee überdeckt. Mit jedem Schritt, den ich näher an die Silhouette des Braunhaarigen trat, desto schneller schlug mein Herz.
Meine Beine waren bereits eiskalt als ich mich neben ihn an die Mauer lehnte und auf die leuchteten Hochhäuser sah. Und nun standen wir da zusammen schweigend. Keiner traute sich ein Wort zusagen, aber trotzdem zogen sich unsere Körper wie magisch an. Während wir anfangs noch gut einen Meter voneinander gestanden hatten, berührten sich nun unsere Hände, so nah waren wir uns mittlerweile.
Ich konnte nichts dagegen tun, seine Berührungen ließen jeden Schmerz, den er mich spüren lassen hatte verschwinden. Seine Hände, die mich zu ihm herumdrehten und schließlich sanft über meine kühle Wange strichen, machten jede vergossene Träne nichtig. Es war als wäre nie etwas zwischen uns passiert als er mir immer näher kam und sein Blick zwischen meinen Augen und meinen Lippen hin und her wanderte, um sich mein Einverständnis zu holen. Es fühlte sich an als würden all unsere verschwiegenen Worte erklingen als seine Lippen endlich meine berührten.
. . .
I wish I could be a
better me, for you.
-Shawn Mendes-Ulala sieht aus als würde sich wieder etwas zwischen Shawn und Elizabeth anbahnen und diesmal vielleicht sogar mehr als zuvor
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Twisted Fate | Shawn Mendes Fanfiction
FanfictionElizabeth Parkers Leben ist ein wahres Märchen. Das behaupten jedenfalls die Schüler der Springfield Highschool. Doch schaut man genau hin, erkennt man die großen Lücken in Elizabeths scheinbar perfekten Leben. Denn zwischen den ganzen glamourösen...