1.49 | {Elizabeth Parker}

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8 Monate später ...

Ich ließ den Brief sinken und schmetterte ihn Sekunden später zu den restlichen Absagen. Obwohl ich an das Gefühl der Ablehnung schon gewohnt war, enttäuschte es mich dennoch. Eingeladen wurde ich zu vier Bewerbungsgesprächen, in den Sand gesetzt habe ich sie alle.

"Wieder nichts?", hörte ich meinen Vater fragen. Mein Blick wandte sich der Tür zu, in welcher er stand. Er hatte seinen typischen mitfühlenden Gesichtsausdruck aufgesetzt, den er mir schon nach den letzten drei absagen geboten hatte. Kopfschüttelnd biss ich mir auf die Unterlippe.

Ich fühlte mich wie eine Versagerin, denn langsam begriff ich, dass ich von keiner Universität angenommen wurde. Doch nicht nur das, ich hatte auch alle Leute in meinem Umfeld enttäuscht und dazu auch noch mich selbst. Der Einfall sich gegen die Wünsche meiner Mutter zu stellen und sich nur in England zu bewerben und dabei auch noch für Journalismus, war ein schwerwiegender Fehler. Nur meine Grandma und Shawn hatten mich dabei bestärkt diesen Traum zu verfolgen.

Doch auch meine Grandma muss nun unfassbar enttäuscht von mir sein, es nicht geschafft zu haben.

Mit einer Handbewegung beförderte ich die Absagen in den Mülleimer unter meinem Schreibtisch.

Ich wollte und konnte mich nicht weiter mit meinem Scheitern auseinander setzen. Das war das erste Mal in meinem Leben, dass ich etwas nicht geschafft habe. Ich kannte dieses Gefühl zuvor nicht, aber nun wusste ich wie schrecklich es sich an fühlte. Meine Selbstzweifel wuchsen von Minute zu Minute.

Ich stellte mein Können und mich selbst als Person in Frage. Warum habe ich es nicht geschafft?

Das Klingeln meines Handys holte mich aus meinen Gedanken.
Noch bevor das nervige Klingeln eines eingehenden Anrufs erneut ertönt, drückte ich die Person weg.

Es war bereits der neunte Anruf von Shawn, den ich heute ignoriert habe.
Ich wusste nicht wie oft er versucht hatte mich in den letzten zwei Wochen zu erreichen, ich hatte aufgehört zu zählen.

Ich schmiss mich auf mein Bett und vergrub mein Handy unter dem Kopfkissen. Tränen stiegen mir in die Augen. Die salzige Flüssigkeit rann von meinen Augen hinab in das weiße Kissen.

Erneut ertönte ein nerviges Brummen von meinem Smartphone, auf welchem eine Mitteilung einging. Ich fischte mein Handy hervor. Die Anzeige, dass ich eine neue Nachricht auf meiner Mailbox habe blinkte mir entgegen.

Ich schluchzte auf.

In dem Moment, fing mein Wecker an zu klingeln und ich verspürte das Bedürfnis mein Handy gegen eine Wand zu schlagen. Das Teil sollte endlich Ruhe geben.

Ohne zu zögern, schaltete ich mein Telefon aus. Dann richtete ich mich auf und wischte mir die Tränen aus dem Gesicht.

Langsam wandelte ich durch mein Zimmer und suchte ein paar Sachen zusammen, die ich in meine Handtasche beförderte. Anschließend machte ich mich auf den Weg nach unten. Ich war noch nicht unten angekommen und stand auf dem Treppenabsatz, als ich sah wie mein Vater unsere Haustür öffnete und bereits meinen Koffer hinaus trug.

Auf dem Weg zum Flughafen versuchte mein Vater mich mit aufmunternden Worten aufzubauen. Doch das nützte nichts, ich fühlte mich elend. Die gesamte Fahrt hinweg kämpfte ich mit den Tränen und als ich mich von ihm am Toronto-Pearson schließlich verschieden musste, brach ich wiederholt in Tränen aus.

Dad versuchte mich zu beruhigen aber schaffte dies nur bedingt. Als er weg war, ich bereits die Sicherheitskontrolle passiert hatte, gab es keinen Weg mehr zurück.

Als ich schließlich an meinem Gate ankam, welches maßlos überfüllt war seufzte ich leise auf. Ich durchquerte die Menschenmassen und bahnte mir meinen Weg in Richtung der riesigen Fensterfront.

Mein Blick schweifte über die Betonfläche, auf der mehrer Flugzeuge standen. In wenigen Minuten würde mich eine von diesen Maschinen von hier wegbringen. Ich brauchte einen Moment, um dies zu begreifen.

Meine Hände griffen wie automatisch nach dem Handy in meiner Handtasche und ich schaltete es ein. Ich nahm einen langen tiefen Atemzug bevor ich mir mein Handy ein mein Ohr hielt. Die Stimme der Mailbox ertönte und verkündete, dass ich eine neue Nachricht hätte. Ich schloss meine Augen.

Es war eine Männerstimme zu hören, die nicht mehr als einen leisen Satz heraus brachte.

"Es tut mir Leid, Eli."

. . .

Ende von Teil Eins

Twisted Fate | Shawn Mendes FanfictionWo Geschichten leben. Entdecke jetzt