1.29 | {Elizabeth Parker}

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Ich ließ das warme Wasser, welches aus dem Wasserhahn auf der Toilette des kleinen Cafés kam, über meine klammen Hände laufen. In der Hoffnung sie würden sich nach kurzer Zeit wieder etwas wärmer anfühlen.
Aber Fehlanzeige. Sie blieben eiskalt.

Schließlich drehte ich den Wasserhahn wieder zu und trocknete meine Hände. Ich drückte die Tür zum Verkaufsraum auf und ließ meine Augen über die wenigen Gäste schweifen.

So gut wie keiner befand sich diesem Montagnachmittag in dem Café. Vorwiegend nur jüngere Paare und eine Gruppe älterer Damen saßen an den Tischen. Dann entdeckte ich einen dunkelhaarigen jungen Mann der mit senkten Kopf an dem Tisch vor der großen Fensterfront saß.

„Ich wusste nicht genau was du trinken möchtest, aber du hast mal erwähnt, dass du Pfefferminztee magst", murmelte Shawn, als ich mich neben ihn auf die Bank setzte, und schob mir die dampfende Tasse Tee zu.

„Das hast du dir gemerkt?", fragte ich lächelnd und drehte meinen Kopf zu ihm. „Natürlich", nickte Shawn, ohne mich anzusehen. „Deine lieblings Blumen sind Kornblumen, weil man sie fast nirgendwo kaufen kann; der Ring an deinem Finger ist dir unglaublich wichtig, denn Dean hat ihn dir zu eurem 16. Geburtstag geschenkt. Außerdem kannst du Kaffee nicht ausstehen, weil er dir zu bitter schmeckt", zählte der Braunhaarige auf. „Das habe ich mir auch gemerkt."

Überrascht schaute den Jungen an. Ich hätte nie gedacht, dass Shawn sich all diese Sachen merken würde, die ich ihm irgendwann einmal erzählt hatte. Für mich waren es einfach nur unnötige Informationen.

„Ich fasse es nicht, dass du dir das alles gemerkt hast", sagte ich und schaute auf den silbernen Löffel in meiner Tasse. „Du bist mir eben wichtig", lächelte er mich kurz an, bevor er seinen Blick wieder auf seinen Kakao richtete und seine Hände auf dem Tisch ablegte.

„Du bist mir auch wichtig", versicherte ich ihm leise. Langsam rührte ich meinen Pfefferminz Tee um und beobachtete wie die heiße Flüssigkeit kleine Wellen schlug.
„Vielleicht sogar mehr als du dir vorstellen kannst, Shawn."

Ich ließ nach einer Weile von dem Löffel ab und legte ihn mit einem klirrenden Geräusch auf den Rand der Untertasse ab. Vorsichtig rückte ich mit meiner Hand näher an die des Braunhaarigen heran und legte meine Hand über seine.

Tief einatmend griff Shawn nach meiner Hand und strich mit seinem Daumen über meine Fingerspitzen. Beinahe wie in Trance, verbrachte er minutenlang damit über meine Hand zu streicheln, ohne etwas zu sagen. Es schien als würde er über irgendetwas nachdenken.

„Ich bin nicht mehr sauer auf dich, weil du mir das mit der Musik nicht erzählt hast. Falls du dich das gerade fragen solltest", schloss ich meine Augen und lehnte mich an Shawns Schulter. „Du hättest aber jedes Recht dazu, Eli", murmelte er und ließ meine Hand los, um seinen gesamten Arm im mich zu legen.

„Du doch auch auf mich", gab ich zurück, „aber du bist es nicht. Obwohl ich dich gestern früh wie den letzten Idioten behandelt habe. Also warum ich sollte ich sauer auf dich sein, wenn ich mich genauso scheiße verhalten habe - du aber dennoch Verständnis für mich aufgebracht hast."

„Du hast dich nicht scheiße verhalten, Elizabeth.", strich der Junge sanft durch meine nassen Haare. „Doch habe ich", widersprach ich ihm. „Ich habe dich einfach von mir gestoßen, und du kanntest nicht einmal den Grund dafür. Du hast mich, ohne zu zögern gestern nach Hause geschafft und heute hast du versucht mich auf zu heitern.
Du hast keine Ahnung warum es geht und trotzdem bist du für mich da."

„Und das werde ich auch immer sein.", wisperte der Braunhaarige. Seine Lippen berührten kurz meinen Haaransatz, bevor er erneut begann mit meinen Haaren zu spielen. „Wenn du immer für mich da bist wie du sagst", öffnete ich langsam meine Augen, „kann ich dir dann etwas erzählen?"

Twisted Fate | Shawn Mendes FanfictionWo Geschichten leben. Entdecke jetzt