|Raindrops|

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,,Tja, scheinbar hättest du doch den Audi nehmen sollen, Elisa.''

Ich hörte Violet durch das Handy höhnisch auflachen, während ich mit zusammengebissenen Zähnen auf die verschneite Straße sah.

,,Du wirst noch sehen..'', meinte ich mit einem Grinsen, welches sie natürlich nicht sehen konnte.

Währenddessen drückte ich das Gaspedal weiter durch und holte so ein paar weitere Meter auf, bis ich in ihrem Windschatten fuhr.

Die Autos waren mittlerweile voller schlammigem Dreck und Schnee und die Strecke wurde immer rutschiger aber es machte unglaublich viel Spaß gegen Violet zu fahren.

Es war bereits das dritte Rennen, mein Zeitempfinden hatte ich mittlerweile völlig verloren genau wie den Gedanken an die Tatsache, wo ich mich befand.

Vor uns war die letzte und gleichzeitig schärfste Kurve der Strecke.

Ich wechselte den Gang und bremste gleichzeitig, während ich das Lenkrad zur Seite riss und so durch die Kurve driftete.

Der Motor des Nissan heulte auf und von draußen hörte ich vor mir auch den Audi laut aufheulen.

Es fühlte sich wie in verlangsamter Geschwindigkeit an, dass ich durch das driften nach Innen gedrückt wurde und das Lenkrad leicht ruckelte.

Da ich weiter Innen als Violet war, kam ich schneller als sie wieder auf die letzte Gerade vor dem Ziel, welches durch zwei an den Seiten stehenden Pfeilern markiert war.

Nun waren wir beinahe gleichauf, keiner von uns sagte etwas, ich hörte sie nur leise fluchen.

Ich umfasste das Lenkrad stärker, während ich mit dem Blick auf das Ziel grinsend meinen Kiefer zusammenpresste.

Komm schon, nur noch... ein Stück...

Wir näherten uns dem Ziel in Höchstgeschwindigkeit.

Und plötzlich sprang ein gigantischer Wolf mitten auf die Strecke und blieb mit seinen gelben Augen auf uns sehend stehen.

,,Was?-'', schrie ich und ich meinte auch Violet das rufen zu hören.

Ich riss meine Augen auf und versuchte ruckartig zu bremsen.

,,Scheiße!'', fluchte ich und driftete ohne es zu wollen nach rechts.

Ich versuchte mein Tempo zu drosseln ohne mich zu überschlagen und spürte wie ich diesmal nach Außen gedrückt wurde.

Die Bäume kamen immer näher und ich atmete schwer ein.

Und dann plötzlich kam das Auto zum Stehen.

Mit Augen weit aufgerissen und ins Lenkrad gekrallten Händen atmete ich zitternd aus.

Mein Herz schlug so schnell, dass man es draußen mit Sicherheit hören könnte.

Um mich herum herrschte absolute Stille, abgesehen von meinem atmen.

Mehrere Haarsträhnen hingen mir in meinem Gesicht und mit zitternder Hand strich ich sie mir hinter mein Ohr.

Ich versuchte mich zu beruhigen und ließ kurz die Stille und die Tatsache, dass einer der Bäume keinen Meter links von meiner Seite entfernt war, in mich einwirken, bevor ich aus dem Wagen ausstieg.

Mein Blick glitt zu der Reifenspur, die tief in den Schnee gedrückt war und das Chaos zeigte, was ein einziger Werwolf angerichtet hatte.

Wer war das?

Ich spürte Wut in mir aufkeimen, ein Gefühl, dass ich so nicht wirklich kannte.

Bei dem Tempo hätten wir sterben können.

Vollmond total - ViolettWo Geschichten leben. Entdecke jetzt