,,Wohin bringst du mich?'', fragte ich erneut, mittlerweile ziemlich misstrauisch.
,,Ich bringe uns zu einem Ort.'', antwortete der Alpha und schaute mich im Augenwinkel an.
Seine grünen Augen funkelten dabei leicht in dem immer weiter sinkenden Sonnenlicht wie Smaragde, was ihn zu meinem Leidwesen wirklich attraktiv wirken ließ.
Verdammt seien diese Augen.
Er betonte dabei stark die beiden Worte ,ich' und ,wir', was mich meine Augenbrauen hochziehen ließ.
Das tat er jetzt schon zum mindestens fünften Mal, doch bisher hatte ich das wissentlich ignoriert.
Ich wandte ohne etwas zu sagen meinen Blick von ihm ab und sah auf der anderen Seite aus dem Fenster.
Die mit Schnee bedeckten Bäume flogen an uns vorbei sodass es eher wie verwischte Farbe aus verschiedenen Braun-, weiß und Grüntonen aussah, wobei mich genau das entspannte.
Durch die Geschwindigkeit die wir fuhren wurde ich leicht in das weiche Leder gedrückt.
Noch immer verstand ich nicht wirklich, was das jetzt sollte.
Ich sollte seine Mate sein, dabei wusste ich nicht einmal was das überhaupt bedeutete.
Es fühlte sich an, als wenn ich in kaltes Wasser geschmissen werden würde und ertrinken würde, weil mir niemand heraushilft.
Nicht einmal seinen Namen kannte ich!
Wie sollte ich ihn ansprechen, wenn ich ihm wenigstens eine Chance geben wollte, sich zu erklären?
Alpha?
Ich bin doch nicht eines seiner Werwölfe, die er anführt.
Schwer genug war es schon mir einzureden, dass er mich nicht zerfleischen oder umbringen würde.
Ich ließ meine Schultern sinken und schloss meine Augen für einen Moment.
Mein Körper fühlte sich so...fremd und leer an, seitdem ich wieder aufgewacht war.
Und ich fragte mich, ob es mir früher genauso ging, ich es nur nie bemerkt hatte.
Für einen Moment lichtete sich das Baumlabyrinth und wir fuhren an einem Feld vorbei.
Die Sonne schien mir warm in mein Gesicht und ich öffnete blinzelnd meine Augen.
Doch da war das Feld bereits zu Ende und wieder wurde es schattig und dunkel.
So wie ich mich fühle...
Bereits seit einer Stunde fuhren wir auf der gleichen Landstraße, doch er fuhr so sicher durch diese, als würde sie ihm gehören.
Und da es keine Regierung mehr gibt, könnte es sogar möglich sein.
Nachdem ich ihn so zickig angefahren habe, kam er ohne ein weiteres Wort zu sagen einfach auf mich zu und warf mich über seine Schulter.
So sehr ich auch versucht hatte mich zu wehren, so war er eindeutig stärker und ich musste über Kopf hängend und mit zu viel Blut im Kopf abwarten, bis er mich in seinen Jeep gesetzt hatte.
Und hätte ich nicht erst das Schwindelgefühl loswerden müssen, wäre ich sofort wieder ausgestiegen.
Allerdings hatte er so genug Zeit gehabt, selber einzusteigen und von innen abzuschließen, bis er losgefahren war.
Ich hatte versucht an der Tür zu zerren, panisch, dass ich wieder einen Flashback haben würde, doch es kam nichts.
Und es hatte ihn auch in keiner Weise gestört, was ich tat.
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Vollmond total - Violett
Lobisomem▪️ 1. Teil der Vollmond Reihe▪️ Unwissen kann dich umbringen. Elisa fürchtet sich davor. Hunter scheint dieses Wort nicht in seinem Wortschatz zu haben.
