8. Kapitel

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„But I can't help falling in love with you, Like a river flows surely to the sea" Can't help falling in love, cover Twenty one Pilots

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Addy P.O.V

Das Wochenende hatte ich damit verbracht in Selbstmitleid zu baden und irgendwo zwischen Scham und Mordplänen gegen Josephine zu versinken. 48 Stunden Junkfood, Liebesfilme und lange Telefongespräche mit meinen Brüdern hatten es geschafft, dass ich an diesem Montagnachmittag würdevoll auf das Tierheim zu marschiere, wo der heutige Termin stattfindet.

Als ich eintrete, stürmt mir Jane gleich entgegen, die mich erstaunlich enthusiastisch umarmt und gefühlt tausend Mal nachfragt, wie es mir geht. Auch Joe schüttelt mir freundlich die Hand und fragt nach meinem Wohlergehen. Die lieben Worte der Beiden sind Balsam für meine Seele und als sie mir auch noch verraten, dass Josephine heute nicht dabei sein wird (sie hätte eine ganz schlimme Tierhaarallergie), könnte meine Laune nicht besser werden.

Erst Brad, der mit 20 minütiger Verspätung hereinschlendert, verpasst mir mit seinem süffisanten Grinsen einen Dämpfer. Ich weiß nicht, ob er etwas mit Josephines Aktion zu tun hat, doch lustig findet er es alle mal. Dass Brad und ich in irgendeinen Leben mal Freunde werden, scheint mir einfach utopisch, wenn ich mir den Lockenkopf angucke, der nur wenige Sekunden nach seiner Ankunft schon wieder nach draußen verschwand, um zu telefonieren.

Durch die Glasscheibe der Tür des Hauptgebäudes beobachte ich den jungen Sänger, wie er davor mit seiner Kippe in der Hand, wild gestikulierend, telefoniert. Seine Kleidung hat er für ein Tierheim passend in Beige, grau und weiß gestaltet und ich frage mich echt, ob er das absichtlich macht, oder er seinen eigenen Terminplan wirklich als so unwichtig erachtet, diesen zu lesen und nach einer passenderen Kleidung zu suchen.

***

Eine halbe Stunde später hat sich meine Meinung über den Lockenkopf schon wieder um 180 Grad gewandelt. Während unseres Gesprächs mit der Tierheimleitung hatte er sich aufgeschlossen wie nie gezeigt, zugehört und selbst ein paar Anekdoten von seinem Hund erzählt.

Nun sitzt er in einem Raum mit zwei kleinen Dalmatiner Welpen und ich könnte schmelzen. Die Welpen sind erst wenige Tage alt, weshalb wir uns in einem Zimmer innerhalb des Hauptgebäudes befinden, der durch Rotlichtlampen gut beheizt wird.

Der Junge vor mir macht sich überhaupt keine Gedanken, um seine sündhaft teure Kleidung, seine einzige Aufmerksamkeit liegt auf den beiden putzigen Gestalten, um ihn herum. Während der Größere der beiden Welpen munter um den Musiker herum springt und an einem Spielzeug zerrt, dass Brad ihm hinhält, hat es sich Welpe Nummer zwei auf dem Schoss des Lockenkopfs bequem gemacht und schlummert friedlich vor sich hin.

Immer wieder setze ich meine Kamera ab, um das Bild vor mir aus eigenen Augen zu betrachten. Der junge Sänger wirkt, wie schon auf dem Fußballplatz erstaunlich losgelöst, lächelt und streichelt den Hunden immer wieder liebevoll durch das Fell. Die Situation erscheint mir umso intimer, da nur er, die Hunde und ich uns in dem Raum befinden. Die anderen wollten den jungen Welpen nicht zu viel Besuch zumuten und verbringen ihre Zeit lieber bei Kaffee und Kuchen im Büro der Tierheimleitung.

„Hey Shawty", ertönt just in diesem Moment ein Zischen und fragend schaue ich zu Brad, auf dessen Schoß sich mittlerweile beide Welpen niedergelassen haben.

„Komm her", fordert er mich flüsternd auf. „Bitte", fügt er noch hinzu und positiv überrascht, gehe ich zu ihm rüber.

„Kannst du die Beiden kurz nehmen? Sie schlafen so schön, aber mir ist so warm hier und ich muss dringend meine Jacke ausziehen."

„Klar", bekommt er meine Antwort und langsam setze ich mich im Schneidersitz ihm gegenüber. Vorsichtig reicht mir Brad erst den kleineren Welpen herüber, der kurz grunzt, sich dann aber an mich schmiegt und friedlich weiterschläft, ehe Nummer zwei folgt. Sanft lächelnd schaue ich auf die beiden zufrieden dösenden Geschöpfe hinab und fühle ein unsagbar schönes Gefühl von Wärme in meinem Bauch.

Als ich nach einigen Momenten wieder nach oben schaue, wandelt sich das Gefühl der Wärme schlagartig in eine unersättliche Hitze um. Brad steht etwas abseits und hat schon seine Jacke ausgezogen und ist gerade dabei auch noch seinen Markenpullover abzustreifen. Während er diesen über seinen Kopf zieht, rutscht auch sein T-Shirt, welches er darunter trägt, mit nach oben und ich bekomme seine sanft definierte Bauchmuskulatur, sowohl einen feinen Strich von Haaren, der in seiner Hose verschwindet, präsentiert. Hart schlucke ich und ich bemerke, die verräterische Hitze auf meinen Wangen. Letztendlich bin ich auch nur eine Frau, die gerade mit einem verdammt attraktiven Typen und zwei zuckersüßen Hundebabys alleine in einem Raum ist.

Während ich meine Gedanken sortiere, lässt sich Brad mir gegenüber wieder auf den Boden nieder und nimmt mir einen der Welpen ab. Dieser lässt sich problemlos auf seinem Schoss nieder und genießt es sichtlich von dem jungen Sänger gekrault zu werden. Ich bin währenddessen fasziniert von der spielenden Armmuskulatur des Sängers bei dieser Bewegung und werde erst durch ein Räuspern aus meiner Starre gerissen. Ups.

„Musst du nicht noch Aufnahmen machen, Shawty?", will Brad leise wissen.

„Nein, ich glaube ich habe erst mal genug", gebe ich auch im Flüsterton zurück und er nickt verstehend.

„Das sieht echt professionell bei Ihnen aus", wende ich nach ein paar Minuten der Stille mein Wort wieder an ihn.

Bradley lacht leise, bevor er antwortet.

„Findest du? Ich hab zwar einen Hund, aber das man professionell einen Hund Kraulen kann, habe ich auch noch nicht gehört." Belustigt schaut er mich an.

„Der Kleine auf Ihrem Schoß scheint es auf jeden Fall zu genießen."

„Das stimmt", grinst der Sänger. „ Ich vermisse meinen Hund manchmal ziemlich und da ist es eine schöne Ablenkung mal hier zu sein.", erklärt mir mein Gegenüber.

„Ach, Ihr Hund wohnt gar nicht bei Ihnen?", will ich erstaunt wissen.

„Nein, er, oder genauer gesagt sie, ihr Name ist Jesse, lebt bei meinen Eltern in Birmingham. Ich probiere sie zwar so oft es geht zu besuchen, aber mein Job ist nun mal hier in London, oder besser gesagt überall auf der Welt und da habe ich leider nicht so oft die Zeit zurück in meine Heimat zu kehren." Nachdenklich blickt der junge Mann in die Luft.

„Sie vermissen ihre Heimat, oder?"

„Wer tut das nicht?", bekomme ich seine Gegenfrage.

„Aber ich liebe, was ich tue und so ist es immer umso schöner zu ihnen zurück zu kehren", erklärt er mir.

„Und bis ich meine Herzdame wiedersehe, leisten mir ja diese beiden hier Gesellschaft", lockert Brad die entstandene, melancholische Stimmung wieder etwas auf.

Als er dann auch noch ein Spielzeug vom Boden aufhebt, erwachen die beiden Fellknäuel vollständig zum Leben und nur wenige Momente später, toben die drei schon wieder durch den Raum, während ich einfach auf dem Boden sitze und den Moment genieße. 

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Es geht also auch harmonisch.^^ Brad und Hundebabys sind aber auch süß.<3

Lasst gerne Feedback da. xx

Image (Bradley Simpson FF)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt