"But you gotta realize that soon the fog will clear up
And you don't have to be afraid, because we're all the same
And we know that sometimes it all gets a little too much" - A little too much, Shawn Mendes
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Gemütlich lassen der Musiker und ich uns kurze Zeit später unser Frühstück schmecken und vergessen über leckerem Essen und angeregten Gesprächen mal wieder die Zeit. Neben lustigen Anekdoten und flachen Witzen kann man mit Brad auch erstaunlich ernste Gespräche führen und es beeindruckt mich, wie gut er sich mit Großbritanniens Brexit-Politik und Wirtschaftsverhalten auskennt.
„An dir ist definitiv ein Wirtschaftspolitiker verloren gegangen", erkläre ich ihm ernsthaft und völlig baff, als er mir in wenigen und leicht verständlichen Worten, den Aufbau des britischen Börsenmarkts erklärt. Das hatte meine Lehrerin in der Schule in drei Jahren nicht geschafft.
„Naja, ich interessiere mich halt dafür", winkt der Lockenkopf fast beschämt ab.
„Was ich aber nicht verstehe", richte ich mein Wort an ihn und schaue ihm in seine mich interessiert musternden Augen, „Warum du dann so auf der schiefen Bahn gelandet bist?"
Er will schon antworten, doch schnell ergänze ich noch meine Frage etwas:
„Also nicht böse gemeint Brad, es herrscht gerade Frieden zwischen uns und das will ich auf gar keinen Fall aufgeben, aber du scheinst doch ein ganz cleveres Köpfchen zu sein und dann so in der Versenkung zu landen..." Ich beende meinen letzten Satz nicht, doch sein Gesichtsausdruck und sein angedeutetes Nicken zeigen mir, dass er meine Frage und Neugierde versteht.
„Diese Frage haben mir schon so viele gestellt. Mein Management, meine Freunde, meine Familie. Und letztlich natürlich auch ich mir selbst. Ich weiß nicht, ob ich mittlerweile eine 100%ig zufriedenstellende Antwort geben kann, doch, was mir vor allem auf die Füße fällt, ist eben, dass ich so viel mitbekomme."
Er unterbricht kurz seine Worte und sammelt sich, um mir anscheinend tatsächlich einen tiefgehenden Einblick in seine Gefühls-und Gedankenwelt zu geben.
„Ich bekomme mit, was um mich herum passiert. Ich bekomme mit, wie groß der Hype um uns ist, wie viel Geld unsere Musik einbringt und wie viele Leute an uns interessiert sind. Das schlimmste daran, sind die Begehrlichkeiten, die geweckt werden. Immer mehr, immer weiter, immer schneller. Mehr Musik, mehr Konzerte, mehr Geld. Jeder um dich will dein Freund sein und du bist permanent in deinem Kopf mit abwiegen der Situation beschäftigt."
„Inwiefern?", hake ich behutsam nach.
„Du willst dein Management und deine Fans nicht enttäuschen, also lieferst du ab. Dann bekommst du Anrufe von deinen Freunden und Familie, warum du dich nur noch so selten meldest und was nur aus mir geworden ist – du schraubst dein Pensum zurück. Deine Fans sind enttäuscht und es geht wieder von vorne los."
Mitfühlend schaue ich zu dem Braunhaarigen, der sein Gesicht mittlerweile in seinen Händen vergraben hat und schwer atmet.
„Du suchst eine Lösung für das Ganze und gefühlt kann dir jeder helfen.
„Brad, tu das", „Brad, mach es so", „Wäre es nicht so besser?", äfft er erstaunlich gut verschiedene Stimmen nach.
„All das den ganzen Tag."
Auch meine Kehle fühlt sich nun furchtbar eng an und ich kann nicht anders, als den Musiker stumm anzustarren.
„Und du merkst, wie sie hinter deinem Rücken reden, Strippen ziehen und Pläne schmieden. Du bist da und gleichzeitig nicht. Und irgendwann willst du einfach nur einen Ausweg."
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Image (Bradley Simpson FF)
Fanfiction„And did I really fucking love you Or just the image in my head" - picture this Bradley Will Simpson schwebt auf der Welle des Erfolgs. Als Leadsänger der Band „The Vamps" liegt ihm ein Millionenpublikum zu Füßen. Geld, Frauen, Luxus - für ihn der s...
