„You can count on me like one, two, three
I'll be there [...]
'Cause that's what friends are supposed to do, oh yeah" – count on me, Bruno Mars
~~~
Addy P.O.V
Den ganzen Sonntag war ich mit dem Schneiden der Sequenzen beschäftigt. Am Ende war ein knapp 10- minütiger Clip fertig, den ich in wenigen Minuten Joe und Miss Carten vorstelle.
Es ist Montagmorgen kurz vor Zehn und ich bereite gerade die Präsentation des Videos im großen Konferenzraum vor. Ich bin gerade fertig, da stolziert niemand geringeres, als Josephine herein. Seit unserer Korrespondenz am Freitag hatte ich nichts mehr von ihr gehört und natürlich war sie auch Samstag nicht erscheinen.
„Guten Morgen", flötet sie mir viel zu motiviert entgegen.
„Morgen", grummle ich nicht sehr begeistert zurück.
„Ich hab gehört wir präsentieren gleich das Video?", will sie wissen.
„Du meinst ich präsentiere MEIN Video, soweit ich weiß, hast du daran gar nichts getan." Empört schaue ich sie an.
„Du hättest mich ja mehr einbeziehen können.", zickt sie mich tatsächlich an und ich muss mich schwer zusammenreißen nicht loszuschreien. Ich glaube auch.
Gerade will ich ihr eine Antwort entgegen schleudern, die sich gewaschen hat, da klopft es an der Tür.
Wir drehen uns beide zur Tür, doch ehe eine von uns reagieren kann, öffnet sich schon die Tür und vier Personen betreten den Raum. Ich habe nur mit dem Manager des Sängers, sowie seiner PR-Assistentin gerechnet und umso mehr überrascht bin ich den Sänger selbst und auch noch meine Chefin zu erblicken.
Oh man, mein Montag könnte nicht besser starten.
„Guten Morgen", begrüße ich trotzdem alle freundlich und bitte sie Platz zu nehmen. Auch Josephine neben mir hat plötzlich einen Schalter umgelegt und klimpert mit ihren Wimpern, was das Zeug hält und auch das eklige strahlende Lächeln, ist nicht mehr wegzubekommen.
Wir sind hier nicht bei der Werbung für eine neue Zahnpasta denke ich mir grummelnd, während sie weiterhin ihre strahlenden Beißer präsentiert. Vor allem der schwarzhaarige Sänger bekommt mehr als ein deutliches Lächeln zugeworfen und natürlich scheint er nicht abgeneigt. Gott im Himmel hilf mir, das muss doch nun wirklich nicht sein.
„Ich würde dann gerne mit der Präsentation beginnen", räuspere ich mich umständlich und verschaffe mir so gehör.
In der nächsten halben Stunde zeige ich den Anwesenden das Video und erkläre, wie und aus welchen Zwecken, welches Material darin verarbeitet ist. Außerdem kläre ich auch noch über Datenschutzrechte und Musikrechte auf. Ich will meine kleine Präsentation gerade beenden, da schaltet sich tatsächlich Blondie neben mir ein.
„Wie Sie sehen, haben Adelaide und ich wirklich ganze Arbeit geleistet", beginnt sie tatsächlich und mir fällt die Kinnlade nach unten.
„ich bin noch nicht sehr lange dabei, aber Adelaide hat sich Mühe gegeben mich zu integrieren und ich habe einiges an Arbeit übernehmen können. Es ist toll in einem Team zu arbeiten, wo die Chemie so stimmt", beendet sie ihre Rede und ich bin unfassbar wütend auf sie.
Ich gebe dir gleich Chemie, brausen aufgebrachte Gedanken durch meinen Kopf. Es war so klar, dass Madame nur etwas von meinem Kuchen abhaben will.
„Ganz toll, Sie beide" fängt meine Chefin an zu schleimen. „Josephine, Sie sind noch gar nicht lange dabei und so etwas schon zu leisten, finde ich bewundernswert."
„Ja, ich kann mich da nur anschließen", erklärt nun auch Joe. „Sie beide machen einen tollen Job." Während Miss Carten bekräftigend nickt, mustert mich Brad nur intensiv. Sein Gesicht verschlossen, wie eh und je.
„Vielen Dank", antworte ich mit belegter Stimme. In mir wütet ein tiefer Sturm von Wut und Enttäuschung. Mein erstes eigenes Projekt und nun kommt dieses Blondchen daher und macht alles kaputt.
„Entschuldigen Sie mich kurz", murmle ich und stürze aus dem großen Raum Richtung mein Büro. Dort angekommen tigere ich etwas durch den Raum, ehe ich an meinem Schreibtisch halt mache und auf diesem meine Arme abstütze. Eine einzelne Träne der Wut und Enttäuschung bahnt sich meine Wange entlang. Unwirsch wische ich diese weg, als es plötzlich klopft.
„Herein", rufe ich leise und es betritt eine Person den Raum, mit der ich so gar nicht gerechnet habe.
„Miss Carten", spreche ich überrascht und schaue zu ihr. „Kommen Sie doch herein"
„Danke", antwortet sie mit ihrer leisen Stimme und schließt vorsichtig die Tür hinter sich.
„Alles in Ordnung mit Ihnen Miss?"
Überrascht von der Frage schaue ich sie an.
„Ja, natürlich", stottere ich.
„Sie sehen aufgewühlt aus", hakt sie weiter nach.
„Ach, alles gerade etwas stressig", doch ihre ehrlichen blassen, grauen Augen scheinen mich förmlich zu durchbohren und ich platze schneller mit der Wahrheit heraus, als ich eigentlich wollte.
„Es ist nur Josephine, die plötzlich das Lob einheimst, während ich dämlich daneben stehe und nur als Beiwerk erscheine. Dabei hat sie keinen krummen Finger gerührt." Meine Stimme wird lauter, doch jetzt komme ich erst so richtig in Fahrt.
„ich wollte sie überhaupt nicht dabei haben, doch meine Chefin hat sie mir aufgedrückt und jetzt werde ich sie nicht mehr los. Überall erscheint ihr Name mit und meine Hoffnung mit dem Projekt groß raus zu kommen, kann ich mir abschminken. Unsere Chefin erkennt nicht mal, was sie für eine falsche Schlange ist, die hinten rum nur lästert und vorne das Vorzeigemädchen ist. Es kotzt mich an, dass sie jedes verdammte Mal damit durchkommt."
„Ihr habt eine Vergangenheit oder?", will Miss Carten wissen.
„Ja", schnaufe ich aufgebracht. Froh, dass die Frau mir gegenüber nicht weiter nachhakt, versinken wir in einem Augenblick der Stille.
„Sie sollten das nicht so nah an sich ran lassen Miss", erklärt sie mir irgendwann mit fester Stimme. „ich weiß, dass ist leichter gesagt als getan, doch Sie leisten wirklich großartige Arbeit. Ihr Talent ist einzigartig und glauben Sie mir Joe ist auch sehr zufrieden. Sie werden bestimmt gute Empfehlungen bekommen. Lassen Sie die persönlichen Streitigkeiten außen vor und handeln Sie konzentriert. Sie sind jung und impulsiv, aber das muss ihre Arbeit nicht zerstören!"
Eindringlich sieht sie mich an und teils überfordert, teils gerührt von ihrer Rede schaue ich sie an.
„Vielen Dank, Miss", antworte ich völlig überrumpelt. Ehrlich lächelt mich die Braunhaarige an.
„kein Problem", erklingt ihre melodische Stimme.
„Ich bin übrigens Jane", geht sie noch einen Schritt weiter. „Ich finde, jetzt wo wir so eng zusammenarbeiten, können wir uns auch duzen."
Freundlich lächle ich zurück. „Sehr gerne, ich heiße Adelaide, aber Sie- eh du kannst mich auch Addy nennen", biete ich ihr an und strecke ihr meine Hand aus.
„Alles klar, Addy", lacht sie und ergreift diese. In stillem Einvernehmen grinsen wir beide uns noch kurz an, bevor unsere Hände sich lösen. Ich glaube, ich habe in ihr gerade eine neue Mitstreiterin und Partnerin gefunden. Vielleicht sogar eine Freundin.
~~~
Ein etwas kürzeres Kapitel, aber mit einem ganz wichtigen Ende, wie ich finde.<3
Lasst wie immer gerne Feedback da. xx
DU LIEST GERADE
Image (Bradley Simpson FF)
Fanfiction„And did I really fucking love you Or just the image in my head" - picture this Bradley Will Simpson schwebt auf der Welle des Erfolgs. Als Leadsänger der Band „The Vamps" liegt ihm ein Millionenpublikum zu Füßen. Geld, Frauen, Luxus - für ihn der s...
