Seit einer halben Stunde telefonierte Dad schon mit jemanden, von dem ich noch nichts wusste. Immer wieder gestekulierte er wild mit seinen Händen, während ich ihn still beobachtete. Mir war unwohl, bei dem Gedanken, dass dieser fremde Mann, mich bekommt.
„Ja verdammt, ich weiß was mich das kostet. Aber bitte, du musst sie beschützen. Sie ist meine Tochter und alleine, kann ich nichts tun”, hörte ich mein Dad sprechen, ehe er auflegte und sich mit einem erschöpften Lächeln durch die Haare fuhr.
Nervös sah ich ihn nun an, hoffte inständig, dass er was erreichen konnte. Ich kannte mich in solchen Sachen nicht aus und wollte es auch gar nicht. Mir fällt erst jetzt auf, dass Dad alles daran setzen würde, dass mir nichts passierte.
„In einer Stunde kommen ein paar Leute, die dich beschützen werde. Versprich mir, dass du dich benimmst ja?”, fragte er und ich nickte müde.
Ich war zwar total müde, aber an Schlaf war nicht zu denken. Immer wieder, spukten mir die Nachrichten im Kopf was mich frösteln ließ. Mein Dad sah nicht wenig besser als ich aus.
Da ich mir nicht noch mehr Angst machen lassen wollte, stellte ich mein Smartphone auf stumm und steckte es in meine Pyjama Hose.
––––
Genau eine Stunde später, klopfte es drei mal an der Tür und Dad lief zu ihr und öffnete sie. Mehrere Männer in schwarzen Sachen kamen in die Wohnung, die meine Angst nur noch mehr an die Oberfläche drängten.
Scheiße, mit wem hatte er da bitte vorhin telefoniert? Das kam mir so surreal vor, dass ich mir gewünscht hätte, meinem Dad nichts gesagt zu haben.
„Henry, schön dich wiederzusehen”, sprach Dad und schlug mit diesem Henry ein.
Ich sah mich um, da ich einen Blick auf mir spürte, der bei mir Gänsehaut verursachte. Mein Blick blieb allerdings an einer Person hängen, von der ich dachte, er wäre nur ein ganz normaler Kickboxer.
Jason!
„Ist das deine Tochter?”, fragte Henry und kam langsam auf mich zu.
Schluckend blieb ich an Ort und Stelle stehen, sah auf den Boden und wollte ins Zimmer. Verdammt, was sind das alles für Männer?
„Ja, dass ist Kate und sie wird bedroht”, sagte nun Dad in einem ernsten Ton.
„Hallo Kate, es freut mich dich kennenzulernen. Ich bin Henry ein alter Freund von deinem Dad”, erklärte er und reichte mir seine Hand, die ich zögernd annahm und mich ebenfalls vorstellte.
Jeder setzte sich auf einen Platz im Wohnzimmer, wobei ich mich neben mein Dad setzte und still blieb. Ich wusste nicht, was ich hätte sagen sollen.
Während die anderen wegen meiner Sicherheit diskutierten, sah ich mich erneut um und blieb bei Jason hängen. Mir war echt schleierhaft, was er mit solchen Leuten zutun hatte.
„Henry bitte, dass hatten wir am Telefon schon geklärt. Du bekommst deine Bezahlung, wenn ich weiß, dass meine Tochter beschützt wird”, sprach Dad und ich sah nun zu ihm.
„John, du weißt das immer auf mich verlass ist und du weißt auch, dass ich keine Aufträge annehme, wenn das Geld nicht zuerst kommt”, sagte Henry ruhig und lehnte sich entspannt zurück.
Langsam wurde mir bewusst, mit was für Leute er da sprach und ich stand schnell auf, um das Wohnzimmer zu verlassen.
„Entschuldige Dad, aber ich muss an die frische Luft”, erklärte ich und flüchtete in den Flur.
Dort konnte ich hören, wie Henry jemanden dazu aufforderte, mir hinterher zu gehen. Scheiße verdammt!
–––
An der frischen Luft angekommen, zog ich die warme Luft tief in meine Lungen und lehnte mich an die Hauswand an. In Gedanken versunken, spürte ich dann plötzlich eine Hand auf meiner Schulter und ich sah zu dem jenigen auf.
Jason stand vor mir, lächelte leicht und nahm seine Hand jedoch nicht von meiner Schulter. Lange sah ich ihn einfach nur an, schluckte meine Tränen runter und drehte meinen Kopf von ihm weg.
„Sagst du mir, warum dein Dad will, dass du beschützt wirst?”, fragte er, was mich wieder zu ihm schauen lässt.
Ohne eine Antwort von mir, gab ich ihm mein Handy, sagte ihm mein Passwort und er las sich die Nachrichten durch.
Manchmal wünschte ich mir, dass ich diesen Mann, nie getroffen hätte. Alleine meine Mutter ist schuld daran, dass ich nun in Angst leben muss.
„Deshalb also dieses Treffen bei deinem Vater. Henry meinte, dass es wichtig wäre und wir jemandem beschützen müssen. Ich dachte da an einem Typen, der Schutz braucht, aber das du es bist, hatte ich nicht Kopf”, meinte er und gab mir mein Handy zurück.
„Daran ist allein meine Mutter schuld. Sie will unbedingt, dass ich diesen Mann kennenlerne, dabei habe ich ihr vor ein paar Tagen gesagt, dass ich das nicht tun werde. Ich hab einfach nur Angst, dass er mich holt und mich vor dem Altar zieht. Der Mann hat mir aufgelauert. Als ich zum einkaufen gefahren bin, stand der plötzlich mitten auf der Straße. Dann nachdem Einkauf, lehnte er an mein Auto und hat mir gedroht. Verdammt ich will das alles gar nicht, ich wollte doch nur von meiner Mutter weg, um ein neues Kapitel in meinem Leben zu führen”, schniefte ich und hielt mir auch sofort die Hände vor mein Gesicht.
Jason nahm mich schweigend im Arm, strich beruhigend über mein Rücken und sagte beruhigende Worte. Ich krallte mich in seine Lederjacke fest, dabei stieg mir sein Parfum in diese Nase und unauffällig atmete ich diesen ein.
„Du hast jetzt nicht ernsthaft, mein Geruch eingeatmet oder?”, fragte er und ich sah erschrocken zu ihm auf.
Ups, war wohl doch auffällig.
„Ehm, nein hab ich nicht, dass hast du dir eingebildet”, sprach ich und war in diesem Moment froh, dass es schon so dunkel war, sodass er meine roten Wangen, nicht sehen konnte.
„Du bist eine schlechte Lügnerin Kate”, schmunzelte er und ich schlug ihm leicht gegen die Brust.
„Und du bist so ein Arsch”, sprach ich und lachte, als er gespielt scharf die Luft einzog.
Dann sah er mir direkt in Augen, dabei war sein Blick ernst und ich musste schlucken. Egal was sich da anbahnte, es war nicht richtig.
„Ich werde diesen Job übernehmen und dich beschützen”, sprach er.
Warte was?
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The fight for you - gefährliche Liebe
RomantizmKate Anderson, hat es satt von ihrer Mutter herumkommandiert zu werden und flüchtet zu ihrem Vater nach L.A. Sie möchte neu anfangen, alles, was sie in New York erlebt hat vergessen und das kann sie bei ihrem Vater. Obwohl es am Anfang so scheint, a...